Marschners "Der Vampir" ersteht in Koblenz aus dem Sarglager des Opernrepertoires. Foto: Matthias Baus

Marschners "Der Vampir" ersteht in Koblenz aus dem Sarglager des Opernrepertoires. Foto: Matthias Baus

Nicht nur für Grufties interessant

Das Theater Koblenz bietet die seltene Gelegenheit, Heinrich Marschners romantische Oper "Der Vampir" auf der Bühne erleben zu können. Ein Werk, das nach langem Erfolg heute weitgehend vergessen ist.

Lord Ruthven ist ein Vampir. Unter der Bedingung, dass er der Hölle binnen 24 Stunden drei Opfer bringe, wird ihm seine Frist auf Erden noch einmal verlängert. Sein erstes Opfer ist Janthe, deren Vater den Vampir mit dem Schwert niederzustechen versucht. Aubry, dem Ruthven einstmals das Leben gerettet hatte, hilft dem Verwundeten ins Mondlicht, das diesem neues Leben spendet. Ruthven nimmt Aubry den Schwur ab, für 24 Stunden über das Vorgefallene zu schweigen. Aubry selbst liebt Malwina, deren Vater sie jedoch mit dem Earl von Marsden zu verheiraten trachtet. Groß ist das Entsetzen Aubrys, als er in diesem seinen Freund Ruthven erkennt. Als die Hochzeit Malwinas bevorsteht und sich Aubry dazu durchringt, Ruthvens Identität als Vampir zu enthüllen, schlägt die Glocke eins, und der Vampir wird durch einen Blitzstrahl zerschmettert.

Heinrich Marschner hat mit dem „Vampyr” eine deutsche romantische Oper geschrieben, die ebenso an Webers „Freischütz” anknüpft, wie sie auf Wagners „Fliegenden Holländer” vorausweist. Nach ihrer Uraufführung 1828 in Leipzig wurde die Oper im 19. Jahrhundert viel gespielt. Einem um die Jahrhundertwende nachlassenden Interesse begegnete der Komponist Hans Pfitzner 1924 mit einer Neubearbeitung, die ihrerseits dazu führte, dass das Original weitgehend in Vergessenheit geriet.

In Koblenz erklingt das Werk auf der Grundlage einer wissenschaftlichen Neuedition des Originals, die Egon Voss im Jahr 2009 herausgab. Musikalische Leitung: Enrico Delamboye; Inszenierung: Markus Dietze;  Bühne: Dorit Lievenbrück; Kostüme: Bernhard Hülfenhaus; Choreografie: Catharina Lühr; Choreinstudierung: Ulrich Zippelius; mit: Iris Kupke, Hana Lee, Junho Lee, Irina Marinas, Anne Catherine Wagner, Bastiaan Everink, Jongmin Lim, Marco Kilian, Sebastian Haake, Tobias Haaks/Pascal Pittie, Peter Rembold, Michael Seifferth, Werner Pürling, Nico Wouterse, dem  Staatsorchester Rheinische Philharmonie, dem Opernchor und Extrachor. Premiere ist am Samstag, den 6. Mai 2017 um 19:30 Uhr im Großen Haus im Theater Koblenz. Weitere Vorstellungen: 15./ 22./ 26. Mai; 1./ 4./ 14./ 20./ 22./ 24. Juni Werkeinführung 30 Minuten vor jeder Vorstellung im Oberen Foyer