Ausschnitt aus "Tre volti", der Eröffnungsproduktion der Schwetzinger Festspiele. Bild: SWR/SSF/Elmar Witt

Ausschnitt aus "Tre volti", der Eröffnungsproduktion der Schwetzinger Festspiele. Bild: SWR/SSF/Elmar Witt

Öffentlich-rechtliche Aufzeichnung der Leidenschaft

Die Schwetzinger Festspiele sind mit der Uraufführung der Musiktheaterproduktion »Tre volti – Drei Blicke auf Liebe und Krieg« eröffnet und damit in ihre 66. Saison gestartet.

Bis zum 27. Mai erwartet die Festspielbesucher in Schwetzingen unter dem Motto »Leidenschaft« ein vielfältiges musikalisches Programm. Insgesamt sind 52 Veranstaltungen mit internationalen Stars und hochkarätigen jungen Künstlern zu erleben. Unter der neuen künstlerischen Leitung von Heike Hoffmann pflegen die Schwetzinger Festspiele ihre Tradition und setzen gleichzeitig neue Akzente.

Die Musik Claudio Monteverdis bildet unter dem Festspielmotto »Leidenschaft« einen inhaltlichen Schwerpunkt des Programms. Den halbszenischen Aufführungen seiner drei überlieferten Opern steht die Uraufführung von »Tre Volti – Drei Blicke auf Liebe und Krieg« gegenüber, die sich auf Monteverdis Musik bezieht. Die Eröffnungsproduktion »Tre Volti« von Annette Schlünz (Musik) und Ulrike Draesner (Text) nimmt direkten Bezug auf Claudio Monteverdis Madrigal »Il Combattimento di Tancredi e Clorinda«. Regie führt Ingrid von Wantoch Rekowski und Arno Waschk hat die musikalische Leitung in Vertretung für den erkrankten Jeremias Schwarzer. In einer vielschichtigen Begegnung von Alter und Neuer Musik sind Petra Hoffmann (Sopran) und Dietrich Henschel (Bariton), Vokal- und Instrumentalsolisten, Tänzer sowie das Ensemble Concerto Köln zu erleben.

Die drei Monteverdi-Opern »L'Orfeo«, »L'Incoronazione di Poppea« und »Il ritorno d'Ulisse in patria« werden von einem der weltweit besten Ensembles für dieses Repertoire interpretiert: La Venexiana unter der Leitung von Davide Pozzi. In der neuen Reihe »Grenzgänge« sind ebenfalls Monteverdi-Bezüge zu entdecken, in denen Musiker wie Michael Riessler, Jean-Louis Matinier, Michel Godard oder das Sheridan Ensemble zeigen, wie der von Monteverdi eingeführte Ostinato-Bass die Musik bis heute prägt.

Zu den weiteren Neuerungen im Programm gehören die Streichquartett-Matineen an Sonn- und Feiertagen mit dem Artemis Quartett, dem quatuor diotima, dem Cuarteto Casals, dem Quatuor Ebène und dem Schumann Quartett. Künstlerpersönlichkeiten wie die Geigerin Carolin Widmann, der Pianist Martin Helmchen und das GrauSchumacher Piano Duo präsentieren sich mit unterschiedlichen Programmen gleich in mehreren Konzerten. Ein Musikalischer Parcours mit Teilnehmern der Schwetzinger Hofmusik-Akademie und der Hochschule Luzern-Musik trägt die Musik direkt in die Stadt – aus zahlreichen Geschäften der Carl-Theodor-Straße werden intime Konzerträume. Und ein musikalischer Spaziergang im Schlossgarten erweist dem kunstsinnigen Kurfürsten Carl Theodor seine Reverenz.

Als langbewährte Konzertformate gibt es auch dieses Jahr: die Orchesterakademie mit dem SWR Symphonieorchester, die Schwetzinger Hofmusik-Akademie – neu in Kooperation mit der Landesstiftung Villa Musica Rheinland-Pfalz – und das ARD-Preisträgerkonzert. Zwei Konzerte finden im Dom zu Speyer statt und darüber hinaus gibt es zahlreiche Kammerkonzerte, Klavier- und Liederabende mit hochkarätigen Ensembles und Künstlern wie Concerto Köln, der Akademie für Alte Musik Berlin unter Emmanuelle Haïm, dem SWR Vokalensemble, dem SWR Experimentalstudio, Pierre-Laurent Aimard, Boris Giltburg, Dietrich Henschel und Gerald Finley. Den Abschluss der Festspiele 2017 bildet »Ein Sommernachtstraum« mit Klaus Maria Brandauer und dem GrauSchumacher Piano Duo: Felix Mendelssohn Bartholdys Musik und William Shakespeares Text entführen in die Welt von Zauber und Magie.

Sämtliche Veranstaltungen werden aufgezeichnet und in SWR2 gesendet, zwölf davon live. Zwei Konzerte sind zudem als SWR Web Concert im Live-Videostream auf SWRClassic.de zu erleben.

Die Schwetzinger Festspiele werden seit 1952 im Auftrag des SWR, der Stadt Schwetzingen und des Landkreises Rhein-Neckar veranstaltet. Die Sparda-Bank Baden-Württemberg eG ist auch in diesem Jahr Hauptsponsor und unterstützt die Festspiele ebenso wie Fuchs Petrolub SE. die Produktion »Tre Volti« wird gefördert von der Kunststiftung NRW, der Kompositionsauftrag an Annette Schlünz wurde durch die Ernst von Siemens Musikstiftung finanziert.