Jazzforscher Martin Pfleiderer. Foto: Alexander Burzik

Jazzforscher Martin Pfleiderer. Foto: Alexander Burzik

Offene Bestandsaufnahme der Jazzforschung

Die Jazzforschung im deutschsprachigen Raum trägt ihre Grundsatzfragen auf der Internationalen Tagung am Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena zusammen.

Zu der öffentlichen Tagung „Jazzforschung im deutschsprachigen Raum: Themen, Methoden, Perspektiven“ lädt das Institut für Musikwissenschaft Weimar-Jena am Freitag, 21. und Samstag, 22. September 2018 in die Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar ein. Die wissenschaftliche Leitung übernimmt der Weimarer Professor für die Geschichte des Jazz und der populären Musik, Prof. Dr. Martin Pfleiderer. 

Obschon die Auseinandersetzung mit Jazz in Deutschland bis in die 1920er Jahre zurückreicht, etablierte sich eine wissenschaftliche Jazzforschung erst im Laufe der 1960er und 1970er Jahre – einflussreich waren hierbei etwa das 1965 gegründete Institut für Jazzforschung in Graz oder Ekkehard Josts international rezipiertes Free Jazz-Buch aus dem Jahre 1975. In den vergangenen Jahren hat sich nun in der deutschsprachigen Jazzforschung ein Generationswechsel vollzogen, der auch zur Erschließung neuer Forschungsthemen und -ansätze geführt hat. „So rücken einerseits die globalen Dimensionen des Jazz, die über die US-amerikanische Jazzgeschichte hinausweisen, zunehmend ins Zentrum des Interesses“, erklärt Tagungsleiter Prof. Dr. Martin Pfleiderer. „Andererseits eröffnen die in den 1990er Jahren entstandenen US-amerikanischen New Jazz Studies mit ihrem Fokus auf historiographischer Reflexion sowie kultur-, medien- und filmwissenschaftlichen Ansätzen neue Möglichkeiten der Auseinandersetzung.“  

Die Weimarer Tagung versteht sich als eine offene Bestandsaufnahme der Jazzforschung im deutschsprachigen Raum. Durch eine Diskussion von Themen, Methoden und Desideraten der aktuellen wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Jazz sollen neue Forschungsperspektiven eröffnet werden. In einer Podiumsdiskussion sollen zudem Möglichkeiten des „künstlerischen Forschens“ für die Jazzforschung und die Jazzausbildung reflektiert werden. Das Rahmenprogramm umfasst auch einen Einführungs-Workshop zur Analyse-Software „MeloSpyGUI“ des „Jazzomat Research Project“ sowie eine Exkursion ins Lippmann+Rau-Musikarchiv nach Eisenach.  

jazzforschung.hfm-weimar.de/tagung2018