Sächsische Staatskapelle. Foto: Matthias Creutziger

Sächsische Staatskapelle. Foto: Matthias Creutziger

Ohne Frack auf Tour

Mit Kammerkonzerten in der Dresdner Neustadt und einem Open-Air-Konzert am Königsufer sucht die Sächsische Staatskapelle im Mai und Juni den Kontakt zu neuem Publikum und setzt ein Zeichen für Frieden und Versöhnung.

Mit einem Open-Air-Konzert unter dem Titel »Symphonie der Menschlichkeit« auf dem Areal der Dresdner Filmnächte am Königsufer möchte die Sächsische Staatskapelle Dresden am 23. Juni 2016 ein Zeichen für Frieden und Versöhnung setzen.

Auf dem Programm steht die Symphonie Nr. 7 in C-Dur von Dmitri Schostakowitsch, die sogenannte »Leningrader Symphonie«. Entstanden im Angesicht der deutschen Belagerung von Leningrad, gilt sie bis heute als klingendes Mahnmal gegen Krieg und jede andere Form von Gewalt. Am Pult der Sächsischen Staatskapelle Dresden steht Franz Welser-Möst, der Chefdirigent des Cleveland Orchestra, der damit zugleich sein Debüt am Kapellpult gibt.

Das Konzert findet am Vorabend der diesjährigen Schostakowitsch Tage Gohrisch statt, mit denen die Sächsische Staatskapelle alljährlich den Komponisten Dmitri Schostakowitsch würdigt.

Moderiert wird das Konzert von Axel Brüggemann. Der Vorverkauf beginnt am 19. April um 10 Uhr. Der Eintritt kostet 5 € auf allen Plätzen.

»Die Zeit der Wende im Herbst 1989 war eine Zeit des Aufbruchs. Grenzen wurden überwunden, die Welt wuchs zusammen, die Menschen glaubten an eine friedliche und gerechte Welt. Inzwischen zeigt die Welt ein anderes Gesicht: Kriege gelten wieder als taugliches Mittel des Umganges zwischen Staaten.  Neue Mauern entstehen in Köpfen und Zäune an Grenzen, die längst überwunden schienen. Gewalt wird zunehmend als legitimes Mittel angesehen, Konflikte auszutragen. Musik erreicht und bewegt alle Menschen unabhängig von Herkunft und Überzeugung. Musik verbindet. Mit der ›Leningrader Symphonie‹ wollen wir ein leidenschaftliches Plädoyer für Frieden erklingen lassen.« (Bernward Gruner, Orchestervorstand der Sächsischen Staatskapelle Dresden)

"Ich freue mich sehr auf dieses Konzert und die erste Zusammenarbeit mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Die ›Leningrader Symphonie‹ ist ein Werk, dessen Mythos mich schon immer fasziniert hat. Entstanden unter widrigsten Umständen, hat diese Musik sehr schnell die Herzen der Menschen rund um den Globus erreicht. Der historische Hintergrund ist heute Geschichte – was bleibt, ist die Botschaft für Menschlichkeit und Frieden, die dem Werk eine zeitlose Gültigkeit verleiht. Diese Symphonie nun in einem solchen Rahmen in Dresden aufzuführen, einer Stadt mit einer so symbolträchtigen Geschichte, halte ich für eine wunderbare Idee", sagte Franz Welser-Möst.

Beim zweiten Projekt beschreitet die Sächsische Staatskapelle bislang unbekanntes Territorium – das Szeneviertel der Dresdner Neustadt. Unter dem Motto »Ohne Frack auf Tour«  werden am 23. Mai ab 19.30 Uhr elf Kammermusikensembles der Staatskapelle in elf Kneipen der Neustadt auftreten und ein breites Programmspektrum von Scarlatti über Mozart und Wagner bis hin zu Tango und zeitgenössischer Musik vorstellen. Die Besetzung der Ensembles reicht dabei vom klassischen Streichquartett über Tango- oder Blechblasensembles bis hin zur Soloharfe und einem Schlagzeugduo.

Die verschiedenen Gruppen stellen sich persönlich vor und spielen dreimal am Abend ein jeweils ca. halbstündiges Programm. In den Pausen dazwischen besteht für das Publikum die Möglichkeit, mit den Musikern ins Gespräch zu kommen oder auch die Lokalität zu wechseln, um ein anderes Ensemble zu erleben.

Der Besuch der Darbietungen ist kostenfrei. Unterstützt wird dieses Projekt von der Gesellschaft der Freunde der Staatskapelle Dresden e.V. Das detaillierte Programm findet sich unter

www.staatskapelle-dresden.de