Das Opernleben in Köln ist vor allem eine Baustelle.

Das Opernleben in Köln ist vor allem eine Baustelle.

Oper in Köln: eine unmögliche Kunstforum

Für den Dom haben die Kölner gut 600 Jahre gebraucht. Was er gekostet hat und immer noch kostet spielt keine Rolle. Wen stört es da, dass niemand weiß, ob und wann die Sanierung des Opernhauses am Offenbachplatz jemals abgeschlossen wird?

Die Opernbaustelle wäre der größte Schandfleck der Stadt, wenn da nicht noch die Einsturzstelle des Stadtarchivs wäre. Wenn man den Kölnern eines gewiss nicht vorwerfen kann, dann, dass sie nicht verstünden, kreativ mit dem Chaos umzugehen. Theaterspielen kann man schließlich auch auf einer Baustelle. Und so kündigt der Spielplan für die kommende Saison genau das an: Eine Aufführung "in der Außenstelle am Offenbachplatz". Also da, wo theoretisch das Opernhaus saniert wird. Zu erleben wird dort ein Stück von Georg Kreisler sein: "Adam Schaf hat Angst". Doch auch in der "Interims"-Spielstätte, dem Staatenhaus, gibt es Bemerkenswerters, u. a. die Kölner Erstaufführung von Leonard Bernsteins "Candide". Um die diesem Stück zugrunde liegende Frage zu beantworten, welche die beste aller möglichen Welten sei, bietet das kölsche Selbstverständnis die allerbesten Voraussetzungen.