Die Berliner Philharmoniker bei den Osterfestspielen in Baden-Baden. Bild: Monika Rittershaus

Die Berliner Philharmoniker bei den Osterfestspielen in Baden-Baden. Bild: Monika Rittershaus

Osterfestspiele ausgeklungen

„Wer mich kennt, weiß, dass ich kein zwanghaft aktualisierendes Musiktheater schätze. Mariusz Trelińskis unter die Haut gehende Inszenierung ermöglichte den Zuschauern eigene Assoziationen, gerade weil nicht alles explizit gezeigt wurde." Intendant Andreas Mölich-Zebhauser über den neuen Tristan in Baden-Baden.

Die vierten Osterfestspiele mit den Berliner Philharmoniker sind am Ostermontag in Baden-Baden zu Ende gegangen. Sechs Opernabende, fünf große Orchesterkonzerte und über 20 Kammerkonzerte an verschiedenen Spielstätten in Baden-Baden waren vielfach ausverkauft oder bestens gebucht. Insgesamt kamen rund 25.000 Musikliebhaber während der zehn Festspieltage nach Baden-Baden – damit wurde eine Auslastung von 90 Prozent erreicht.

Die Neuinszenierung der Wagner-Oper „Tristan und Isolde“ fand weltweit Beachtung. „Ich zähle diese Arbeit zu den besten Opernproduktionen meiner Amtszeit in Baden-Baden“, sagt Andreas Mölich-Zebhauser: „Simon Rattles Deutung hat mich wie viele Zuhörer sprachlos gemacht. Das Sänger-Ensemble um Stuart Skelton (Tristan) und Eva-Maria Westbroek (Isolde) zählt zum Besten, was wir heute in Sachen Wagner-Gesang hören können.“

Ausdrücklich brach Intendant Andreas Mölich-Zebhauser auch noch einmal eine Lanze für das Regiekonzept des polnischen Künstlers Mariusz Treliński: „Wer mich kennt, weiß, dass ich kein zwanghaft aktualisierendes Musiktheater schätze. Mariusz Trelińskis unter die Haut gehende Inszenierung ermöglichte den Zuschauern eigene Assoziationen, gerade weil nicht alles explizit gezeigt wurde. Ich freue mich, dass Baden-Badens Tristan weltweit Partner gefunden hat und diese Produktion unter anderem in der Kino-Live-Übertragung der Saisoneröffnung der Metropolitan Opera in New York im September 2016 noch einmal einem großen Opernpublikum vorgestellt wird.“

Das Angebot der Osterfestspiele Baden-Baden umfasste neben den Opern- und Konzertabenden auch Kinderkonzerte, Talkshows und öffentliche Meisterklassen der Berliner Philharmoniker. Intendant Andreas Mölich- Zebhauser bilanzierte: „Die musikalische Vielfalt dieser Osterfestspiele bedeutet für das Festspielhaus Baden-Baden das Erreichen einer neuen Qualitätsstufe. Ich bin begeistert und dankbar, wie sehr sich jeder einzelne Musiker der Berliner Philharmoniker eingebracht hat. Mein allergrößter Respekt gilt Sir Simon Rattle, der an acht Abenden am Pult stand“.

Auf „Tristan und Isolde“ folgt bei den Osterfestspielen 2017 die Opern- Neuinszenierung „Tosca“, natürlich wieder dirigiert von Simon Rattle. Im kommenden Jahr erwartet das Publikum ein mindestens so reiches und vielfältiges Oster-Musikprogramm in Baden-Baden wie in diesem Jahr. Mit Spannung erwartet wird das Festspielhaus-Konzert-Debüt des designierten neuen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker, Kirill Petrenko. Er leitet den Festspielabend am 8. April 2017. Der Vorverkauf hat begonnen.