Zubin Mehta. Foto: Marco Brescia/La Scala

Zubin Mehta. Foto: Marco Brescia/La Scala

Osterfestspiele der Berliner Philharmoniker

Giuseppe Verdis Oper „Otello" steht im Mittelpunkt der siebten Osterfestspiele mit den Berliner Philharmonikern im Festspielhaus Baden-Baden.

Vom 13. bis zum 22. April ist das Orchester in vier Opernaufführungen und vier großen Abendkonzerten zu erleben. Zusätzlich spielen Mitglieder der Berliner Philharmoniker in 15 kammermusikalischen Meisterkonzerten an verschiedenen Orten in Baden-Baden, Rastatt und Bühl. Im Theater Baden-Baden feiern gleich zwei Opern im Rahmen der Osterfestspiele ihre Uraufführung: Pünktlich zum Clara-Schumann-Jahr öffnet sich erstmals der Vorhang für Victoria Bonds Oper „Clara". Im Orchestergraben sitzen Mitglieder der Karajan-Akademie der Berliner Philharmoniker. Für Kinder wird die musikalische Geschichte „Der Kleine und Otello" erzählt. Das Libretto schrieb Tiina Hartmann, die Musik komponierte Aurelién Bello in Anlehnung an Motive aus Verdis Oper „Otello".  

Baden-Badens Festspielhaus-Intendant Andreas Mölich-Zebhauser freut sich sehr auf die siebte Ausgabe der Osterfestspiele in Deutschlands größtem Opernhaus: „Dass ich diese künstlerische Reise mit den Berliner Philharmonikern zum siebten Mal unternehmen darf, ist fantastisch. Das hätten wir uns am Anfang nicht erträumt." Andrea Zietzschmann, Intendantin der Stiftung Berliner Philharmoniker, betont: „Die Osterfestspiele in Baden-Baden sind seit sieben Jahren eine sehr wichtige Säule in unserer Saisonplanung. Hier haben wir, dank Andreas Mölich-Zebhauser und seinem Team, von Anfang an die Möglichkeit erhalten, unsere musikalischen Ideen in allen Facetten umzusetzen. In diesem Jahr gilt unser besonderer Dank Zubin Mehta, der kurzfristig das Dirigat des „Otello" übernehmen konnte und schon seit 1961 mit dem Orchester künstlerisch eng verbunden ist."  

Die Neuinszenierung „Otello" erarbeitet der amerikanische Regisseur Robert Wilson. „All seine Inszenierungen sind ein Stück weit stilisiert und bieten den Zuschauern viel Raum für Assoziationen und Interpretationen", so Andreas Mölich-Zebhauser, der den bedeutenden Regisseur bereits zum vierten Mal in Baden-Baden begrüßt. Nach dessen „Aida" und der „Dreigroschenoper" inszenierte Wilson 2009 in Baden-Baden Carl Maria von Webers Oper „Der Freischütz" neu. Die Inszenierung mit den Kostümen der niederländischen Modemacher Victor&Rolf wurde weltweit stark beachtet. Mit „Otello" kann Robert Wilson seine Erfahrung als Schauspiel- wie als Opernregisseur verbinden und seinem Credo folgen, dass alle Bestandteile einer Inszenierung, der Raum, das Licht, die Architektur auf der Bühne und die Bewegungen nur zusammen funktionieren, wenn Spannungen zwischen ihnen aufgebaut werden – insbesondere in der großen „Innerlichkeit", die er in „Otello" wahrnimmt: „Die Geschichte ist vor allem die eines inneren Konflikts, eine Frage der Unsicherheit. Mit einem Protagonisten, der ungeheuer stark und gleichzeitig sehr schwach ist. Eine traditionelle, tragische, komplizierte Situation mit einem Fremden."

In den Titelrollen des „Otello" sind in Baden-Baden Sonya Yoncheva (Desdemona), Stuart Skelton (Otello) und Luca Salsi (Jago) zu sehen und zu hören. Für Stuart Skelton, der 2017 den Tristan bei den Baden-Badener Osterfestspielen sang, ist „Otello" die Rückkehr auf eine Bühne, auf der er schon äußerst erfolgreich agierte. Sonya Yoncheva war erstmals 2014 als Margarethe in Gounods Oper „Faust" in Baden-Baden zu erleben und kehrte zur Baden-Baden Gala (2015) in Mozarts „Le nozze di Figaro" zurück an die Oos. Luca Salsi gilt als einer der führenden italienischen Baritone unserer Zeit. Gastengagements führten ihn nach New York, Mailand, Berlin und Verona.

Nach dem Abschied von Sir Simon Rattle als Chefdirigent und vor dem Antritt des neuen Chefdirigenten Kirill Petrenko begrüßen die Berliner Philharmoniker zu den Osterfestspielen in Baden-Baden namhafte Gast-Dirigenten. Die Oper „Otello" wird von Zubin Mehta geleitet, der seit 1961 eine musikalische Freundschaft zu dem deutschen Spitzenorchester pflegt. Zwei Konzerte der Osterfestspiele 2019 werden vom designierten Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker, Kirill Petrenko, geleitet. Solistin des ersten Konzertes am Montag, 15. April, um 18 Uhr ist die Geigerin Patricia Kopatchinskaja. Sie interpretiert Arnold Schönbergs Violinkonzert op. 36.

In 15 Meisterkonzerten an verschiedenen Orten in Baden-Baden, Rastatt und Bühl spiegeln Mitglieder der Berliner Philharmoniker das Credo des Jago aus der Oper Otello: „Dich treibt Dein Dämon und Dein Dämon bin ich!". Für ihre Programme wählten die Kammermusik-Ensembles, die teils für diese Festspiele neu gegründet wurden, Werke verschiedener Komponisten und Epochen. Neben den Mitgliedern der Berliner Philharmoniker treten auch namhafte Solisten in einigen dieser Programme auf. So erklingt im Bürgerhaus „Neuer Markt" in Bühl am Karsamstag, 20. April 2019 um 14 Uhr Igor Strawinskys „Die Geschichte vom Soldaten" mit Dominique Horwitz als Erzähler.

„Die Maske des roten Todes" wird im Auftakt-Meisterkonzert am Sonntag, 14. April, um 11 Uhr im Florentinersaal des Casinos Baden-Baden vorgehalten und dem „Diabolus in Musica" nähert sich ein „Late-Night"-Programm in einem anderen Saal des Casinos am Mittwoch, 17. April 2019 um 21 Uhr.  Gemeinsam mit dem Theater Baden-Baden und den Berliner Philharmonikern produziert das Festspielhaus Baden-Baden die Uraufführung der Oper „Clara" von Victoria Bond. Die amerikanische Komponistin lebte eine Weile im „Brahmshaus", dem Sommerhaus Johannes Brahms' in Baden-Baden. Dort komponierte sie die Hommage an Clara Schumann, die mit Johannes Brahms befreundet war und nach dem Tod ihres Mannes Robert Schumann viele Sommer in der Stadt verbrachte. 2019 feiert die Musikwelt Clara Schumanns 200. Geburtstag. Aufführungen bei den Osterfestspielen 2019 unter der Leitung von Michael Hasel: 14., 17. und 21. April. Weitere Aufführungen finden nach den Osterfestspielen bis zum Sommer 2019 im Theater Baden-Baden statt.

Als zweite Uraufführung steht bei den Osterfestspielen 2019 die Kinderoper „Der Kleine und Otello" auf dem Programm. Als Koproduktion mit den Berliner Philharmonikern lässt das Festspielhaus Baden-Baden Motive aus Verdis Oper für Kinder neu erzählen. Im Mittelpunkt steht der kleine Otellino, der Veränderungen bei seinen Eltern feststellt und zunächst nicht damit umgehen kann. Vor dem Happy End muss sich der Sohn von Otello und Desdemona selbst daranmachen, die Beziehung seiner Eltern zu retten. In dieser einstündigen Oper singen Studierende verschiedener deutscher Musikhochschulen. Das Orchester bildet sich aus Mitgliedern der Berliner Philharmoniker. Dirigent ist Raphael Haeger. Musik und Libretto schrieben Aurelién Bello und Tiina Hartmann nach Motiven von Giuseppe Verdi. Die Aufführungen bei den Osterfestspielen finden am 18., 20. und 22. April um 14 Uhr im Theater Baden-Baden statt.