TU Berlin Christoph Gengnagel UDK Stefan Weinzierl TUB Cluster. Foto: Christian Kielmann

TU Berlin Christoph Gengnagel UDK Stefan Weinzierl TUB Cluster. Foto: Christian Kielmann

"Paradigma einer singulären Autorenschaft überwinden"

Die UdK Berlin beteiligt sich als erste künstlerische Hochschule an der Exzellenzstrategie – und ist mit dem beantragten Exzellenzcluster „Shaping Space" in der zweiten Runde.

Mit dem Exzellenzcluster-Projekt „Shaping Space – Converging Art, Science, Technology" hat erstmals eine künstlerische Hochschule einen Antrag als Sprecherhochschule im Rahmen der Exzellenzstrategie gestellt und ist eine Runde weiter gekommen.  

Das von Prof. Dr. Christoph Gengnagel (UdK Berlin) und Prof. Dr. Stefan Weinzierl (TU Berlin) eingereichte Vorhaben für die Förderlinie Exzellenzcluster „Shaping Space – Converging Art, Science, Technology" hat die erste Hürde im Rahmen der Exzellenzstrategie genommen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gab jene Vorhaben bekannt, die die erste Runde der Ausschreibung erfolgreich durchlaufen haben und die nun aufgefordert sind, ihre eingereichten Skizzen bis zum Februar 2018 auszuarbeiten.

Eine endgültige Entscheidung über die zu fördernden Exzellenzcluster wird Ende September 2018 getroffen, Start der geförderten Cluster ist Januar 2019. Erstmals hatte sich mit der UdK eine künstlerische Hochschule an der Exzellenzstrategie beteiligt und dies sogar in der Rolle der Sprecherhochschule. Der Präsident der UdK Berlin, Prof. Martin Rennert, sieht die heute verkündete positive Entscheidung als ersten Erfolg und wertet sie als ein Zeichen der Anerkennung der Künste und der Stellung der Universität der Künste Berlin in der nationalen und internationalen Forschungs- und Wissenschaftslandschaft: „Die Entscheidung, das von uns gemeinsam mit der TU Berlin eingereichte Exzellenzcluster in die zweite Runde zu tragen macht deutlich, welchen gesellschaftlichen, aber auch wissenschaftlichen Stellenwert der Beitrag der Gestaltung und der Künste und der auf sie bezogenen Wissenschaften mittlerweile haben. Sie sind aus der Forschungslandschaft schlicht nicht mehr wegzudenken und ergänzen  Wissenschaft und wissenschaftliche Forschung durch Dimensionen, die ohne die speziellen Formen der Wissensgenerierung durch künstlerische Arbeit nicht erfahrbar wären. Mittlerweile seit vielen Jahren setzt sich die Universität der Künste Berlin in unterschiedlichen Kontexten dafür ein, Brücken zu schlagen, sei es im Bereich der Digitalisierung oder bei der von der Einstein Stiftung Berlin geförderten Graduiertenschule für die Künste. Wir sehen es als Aufgabe unserer Universität, den Erkenntnisformen der Künste und der Gestaltung für alle sichtbar das Gewicht zu verleihen, welche einzubringen zur Lösung übergreifender Fragen notwendig ist. Mein großer Dank gilt den Kolleginnen und Kollegen der Technischen Universität Berlin, die uns in vielen Entwicklungen immer unterstützt haben und ein starker Partner an unserer Seite sind. Nicht zuletzt danke ich auch allen beteiligten Kolleginnen und Kollegen innerhalb der UdK Berlin."                                

„Shaping Space – Converging Art, Science, Technology" widmet sich dem räumlichen Entwerfen. Dies ist eine elementare Kulturtechnik menschlicher und materieller Welterzeugung und eine Schlüsseltätigkeit in den gestalterischen Disziplinen, den Künsten und den Ingenieurswissenschaften. Die fortgeschrittene Digitalisierung ermöglicht nicht nur neue Formen räumlicher Entwürfe von Objekten, Gebäuden, urbanen Lebensräumen, Produkten und Services, sondern auch fundamental neue Strategien des Entwerfens. Dabei werden Algorithmen bereits im Entwurfsprozess zu einem maßgeblichen Partner, und multimodale Interfaces erlauben neue Formen der Interaktion mit räumlichen Entwürfen.

Zentrales Ziel des Cluster-Projektes Shaping Space. A Cooperative Laboratory for Design in the Arts, Engineering and Science (Shaping Space) ist die Entwicklung von Werkzeugen für die digitale Erzeugung von Räumen, bei denen Algorithmen nicht nur die Einhaltung physikalisch-technischer Randbedingungen gewährleisten, sondern unmittelbar auf die menschliche Wahrnehmung von Form, Material, Akustik, Licht und Wärme Bezug nehmen und Grundlage für visionäre Räume mit unerwarteter Qualität und neuer Funktionalität sind. So wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowohl die Diskrepanz zwischen künstlerischem und ingenieurwissenschaftlichem Entwerfen überwinden als auch das Paradigma einer singulären Autorenschaft als zentraler Bezugsgröße. Strukturell basiert Shaping Space auf der bereits bestehenden engen Allianz zwischen UdK Berlin und TU Berlin auf dem Campus Charlottenburg. Mit der Hybrid-Plattform existieren bereits gemeinsame Entwurfslabore, deren Arbeit substanziell vertieft werden soll.