Partnerland in Bremen ist Finnland

Mehr Teilnehmer als sonst kommen aus den Ländern Polen, Ungarn, Slowenien, Slowakei und den baltischen Staaten. Zu den Symposium-Themen zählt auch die Frage, wie man Kinder für Jazz interessieren kann.

Vom 27.-30. April findet die jazzahead! in Bremen statt. Die internationale Fachmesse setzt in ihrer 12. Ausgabe Schwerpunkte mit dem Partnerland Finnland, einem Symposium zum Thema „Jazz und Improvisation für Kinder“, der Exportplattform „German Jazz Expo“ und weiteren szenerelevanten Themen. Die Messe selbst verzeichnet ein Wachstum bei Teilnehmern aus Zentraleuropa und geht von einem leichten Anstieg der allgemeinen Teilnehmerzahlen aus.

Das Partnerland der jazzahead! 2017 ist Finnland und so steht die finnische Jazzszene im Fokus der Fachmesse, die von Donnerstag, 27. April, 15.00 Uhr bis Sonntag, 30. April 2017, 12.00 Uhr in der Messe Bremen stattfindet. Das messeintegrierte Showcase-Festival beginnt am 27. April mit der Finnish Night, bei der acht Bands die aktuelle Szene des nordischen Partnerlandes repräsentieren. Auf dem Programm stehen unter anderem Aki Rissanen, dessen neue Platte Amorandom gerade mit dem Emma Award als bestes finnisches Jazzalbum prämiert wurde, das Kari Ikonen Trio und Dalindèo.

Für Finnland ist die Einladung, als Partnerland der jazzahead! 2017 ins Rampenlicht der internationalen Szene gerückt zu werden, zu einem besonderen Moment gekommen, denn das Land feiert in diesem Jahr seine 100-jährige Unabhängigkeit. Und die gilt seit mindestens 50 Jahren auch für die eigensinnige und vitale Jazzszene Finnlands. Die Partner Country Lounge und der finnische Gemeinschaftsstand auf der Messe sind Orte, um sich über die finnische Szene zu informieren.

Im weiteren Verlauf des Showcase-Festivals hat die jazzahead! einen Tausch der Programmmodule vorgenommen: Erstmalig am Freitag findet das European Jazz Meeting statt und zeigt 16 Bands aus Europa. Ins Tagesgeschehen des Samstags rücken die acht juryerlesenen Bands aus Deutschland, gefolgt am Abend von ebenfalls acht Bands aus Übersee.

Mehr Teilnehmer als sonst kommen aus den Ländern Polen, Ungarn, Slowenien, Slowakei und den baltischen Staaten. „Die zentraleuropäischen Länder waren bisher kaum bis gar nicht auf der jazzahead! vertreten, was uns mit Blick auf die aktiven Szenen in diesen Ländern, mit vielen Festivals und einem breiten Publikum, motiviert hat, erstmalig auch einen Gemeinschaftsstand für Länder aus Zentraleuropa zu organisieren, der bisher sehr gute Resonanz fand. Brücken in diese Regionen Europas zu schlagen und den Austausch stärker anzukurbeln, wird für viele Protagonisten des Jazzbusiness immer wichtiger.“, so Sybille Kornitschky, Projektleiterin der jazzahead!. Generell gehen die Veranstalter für 2017 von leicht wachsenden Teilnehmerzahlen aus: Insgesamt rund 1.000 ausstellende Firmen und 3.000 Fachteilnehmer werden erwartet.

Neuerungen gibt es im erweiterten Fachprogramm: Mit einem Symposium zum Thema Improvisation und Jazz für Kinder wird am Donnerstag, 27. April 2017 von 10.00 – 17.00 Uhr erstmalig die Vermittlung von Jazz für Kinder im KiTa- und Grundschulalter intensiv beleuchtet und diskutiert. „Wir beschäftigen uns am Donnerstag, noch bevor die Messe offiziell eröffnet, stärker mit grundlegenden Themen für die Szene und nehmen uns die Zeit, diese langfristig zu bearbeiten“, so Projektleiterin Sybille Kornitschky über die fachlich-spezifische Richtung, die die jazzahead! ansteuert.

Das Symposium ergänzt das Fachprogramm der regulären Messetage, welches 2017 u.a  erneut das Thema der Digitalisierung aufgreift: Welche digitalen Instrumente sollten Künstler, Manager und andere Akteure beherrschen, welche Fundraising-Plattformen sind wichtig und welche Verkaufskanäle muss man kennen? Speziell für Musiker aus Deutschland wird es am Samstagvormittag eine gemeinsame Informationsveranstaltung vom Goethe-Institut, der Initiative Musik gGmbH und dem Musikfonds e.V. geben, die sich mit den Fördermöglichkeiten für deutsche Musiker im Ausland befasst.

Die German Jazz Expo, als Plattform für die deutsche Szene und Exportplattform, ist ein zentraler Bestandteil der Fachmesse. Zum Projekt German Jazz Expo gehören nicht nur die acht Showcase-Konzerte, die in diesem Jahr am Samstagnachmittag, 29. April stattfinden, sondern auch der Gemeinschaftsstand German Market, auf dem Musiker, deren Vertretungen und andere wichtige Akteure der deutschen Szene registriert sind. Ein weiteres Element der Förderung von „Jazz made in Germany“ auf der jazzahead! ist der Preis für deutschen Jazzjournalismus. „Er soll die qualifizierte Berichterstattung über Jazz in deutschen Medien stimulieren“, sagt Ulrich Beckerhoff, aus dem künstlerischen Leitungsteam der jazzahead! über den zum vierten Mal verliehenen Preis, „denn nur, wenn über Jazz angemessen berichtet wird, findet diese Musik auch ein breiteres Publikum!“, so Beckerhoff weiter. Erneut wird der mit 5.000 € dotierte Preis von der Hamburger Dr. E. A. Langner-Stiftung unterstützt. Der Preisträger wird während der Preisverleihung am Samstag, 29. April 2017 um 18:45 Uhr öffentlich bekannt gegeben.

Erneut nimmt Radio Bremen sämtliche Showcase-Konzerte der jazzahead! auf und stellt die Audio-Mitschnitte anschließend den ARD-Hörfunkstationen und europaweit der European Broadcasting Union zur Verfügung. Zudem werden professionelle Videomitschnitte angefertigt, die in Teilen über ARTE Concert live gestreamt werden und jeweils am darauffolgendem Tag in der jazzahead! Mediathek zum Anschauen bereitstehen. Auch zahlreiche Hörfunksendungen werden aus dem Radio Bremen /ARD-Live-Studio zum Beispiel in das Nordwestradio oder Deutschlandradio Kultur übertragen.

Um die Rock-, Pop und Jazzmusik in Deutschland zu stärken, hat der Bundestag in einer Sitzung im November 2016 beschlossen, die bestehenden relevanten Strukturprojekte auszubauen - und auch die jazzahead! mit einer vorzeitigen Sicherung der Mittel für 2018 bedacht. „Wir freuen uns sehr über die Entscheidung des Haushaltsausschusses im Bundestag, auch für 2018 die Förderung der jazzahead! sicherzustellen und sind außerordentlich dankbar für diesen Entschluss und das damit entgegengebrachte Vertrauen in unsere Arbeit. Mit der Fortschreibung der Projektförderung können wir die inhaltliche und künstlerische Qualität der Veranstaltung sichern und ausbauen.“, so Projektleiterin Sybille Kornitschky.