Minoritenkirchein Regensburg. Foto: Hanno Meier/Tage Alter Musik Regensburg

Minoritenkirchein Regensburg. Foto: Hanno Meier/Tage Alter Musik Regensburg

Pfingsten in Regensburg

Zum 32. Mal präsentieren die Tage Alter Musik Regensburg am Pfingstwochenende vom 13. bis 16. Mai 2016 in der Weltkulturerbe-Stadt Regensburg Musik vom Mittelalter bis zur Romantik an historischen Stätten.

Das Eröffnungskonzert am Freitag, dem 13. Mai in der Dreieinigkeitskirche bestreiten die Regensburger Domspatzen und das österreichische L’Orfeo Barockorchester. Auf dem Programm stehen geistliche Werke für Chor und Orchester von J. Haydn, darunter die Missa in tempore belli „Paukenmesse“, das „Salve Regina“ und die Sinfonie Nr. 30 „Alleluja“. Die Leitung hat Domkapellmeister Roland Büchner. BR-Klassik überträgt das Konzert live ab 20.05 Uhr.

Im anschließenden Nachtkonzert in der Schottenkirche St. Jakob gastieren die acht Sängerinnen des Prager Tiburtina Ensemble. Begleitet von zwei mittelalterlichen Harfen und Fiedel musizieren sie geistliche Musik, wie sie am Prager Hof um 1300 gepflegt wurde.

In der Samstagsmatinee im wunderbaren Ambiente des historischen Reichssaals debütiert das junge spanische Ensemble La Ritirata mit Tanzmusik des 17. Jahrhunderts, wie sie am Hof der spanischen Vizekönige in Neapel erklang.

Am Samstagnachmittag führt Shakespeares „Sturm“ die Hörer mit dem Berliner Ensemble Sinn & Ton im klassizistischen Neuhaussaal in die archaische Welt der Geister, Kobolde und Zauberwesen. Dieses spannende Musiktheater ist für Jung und Alt ab zehn Jahren empfohlen.

Beim anschließenden Konzert in der St.-Oswald-Kirche um 16 Uhr gastiert erstmals in Deutschland das aufsehenerregende Barockorchester Barokkanerne aus Norwegen unter der Leitung des Oboisten Alfredo Bernardini mit Solo-Kantaten von J. S. Bach und Instrumentalmusik von G. Ph. Telemann. Gesangssolistin ist die norwegische Mezzosopranistin Marianne Beate Kielland.

Am Samstagabend steht ein großes Schütz-Konzert auf dem Programm. Mit dem renommierten Dresdner Kammerchor, dem exzellent besetzten Dresdner Barockorchester und einer hochkarätigen Solistenriege findet Hans-Christoph Rademann mit insgesamt fünfzig Mitwirkenden in der Regensburger Dreieinigkeitskirche ideale Aufführungsbedingungen für den genialen Klangkosmos der Psalmen Davids von Heinrich Schütz.

Im Anschluss daran erklingen im zweiten Nachtkonzert in der gotischen Minoritenkirche ausgewählte Madrigale von Carlo Gesualdo, dem kühnsten Chromatiker seiner Zeit, mit dem vielfach ausgezeichneten italienischen Vokalensemble La Compagnia del Madrigale.

In der Sonntagsmatinee um 11 Uhr begibt sich das junge Gambenconsort L’Achéron aus Luxemburg im Reichssaal des Alten Rathauses in die Klangwelt des englischen Komponisten Anthony Holborne und unternimmt einen musikalischen Streifzug durch dessen 1599 veröffentlichte Tanzmusiksammlung.

Um 14 Uhr gastiert in der Basilika St. Emmeram das European Union Baroque Orchestra unter der Leitung von Rachel Podger mit Ouvertüren, Solokonzerten und Concerti Grossi u. a. von J. B. Lully, A. Vivaldi, T. Albinoni und G. F. Händel.

Am Sonntagnachmittag um 16 Uhr spürt der französische Meistercellist Bruno Cocset mit seinem Ensemble Les Basses Réunies bei seinem Deutschland-Debut in der Basilika U. L. Frau zur Alten Kapelle der Seelenverwandtschaft von Werken J. S. Bachs und A. Vivaldis nach. Das Ensemble gastiert erstmals in Deutschland.

Das französische Pulcinella Orchestra widmet sich in seinem Konzert am Sonntagabend um 20 Uhr in der Dreieinigkeitskirche der Musik Carl Philipp Emanuel Bachs. Auf dem Programm stehen neben zwei Cellokonzerten mit der exzellenten Ophélie Gaillard die selten zu hörende, humorvolle Triosonate „Sanguineus & Melancholicus“ und die h-Moll Sinfonie aus der Sammlung der sechs „Hamburger Sinfonien“.

Im anschließenden Nachtkonzert in der Dominikanerkirche konzertiert das amerikanische Vokalensemble Cut Circle erstmals in Deutschland mit Werken der Renaissance. Neben dem Hauptwerk, der Missa Ecce ancilla Domini von Guillaume Du Fay, erklingen Marienmotetten von Josquin Desprez und Chansons von Antoine Busnoys und Johannes Ockeghem. Wenn das Wetter mitspielt, findet die Montagsmatinee im italienisch anmutenden Renaissancehof des Thon-Dittmer-Palais statt, einem idealen Konzertort für das 16-köpfige italienische Bläserensemble Zefiro. Das Konzert steht unter dem Motto: Harmoniemusik & Türkenmode – Bläsermusik für Hof, Kirche und Militär um 1800.

Das Mittelalterensemble ClubMediéval entführt die Besucher am Montagnachmittag um 14 Uhr in der Minoritenkirche in die Klangwelt des italienischen Trecento. Schwerpunkt des Konzerts ist das spannende und abwechslungsreiche Œuvre des Komponisten Paolo da Firenze. Das in Brüssel ansässige junge, international besetzte Ensemble gibt in Regensburg  sein Deutschland-Debut.

Unter dem Titel „El Amor Brujo 1715“ präsentiert am Montagnachmittag um 16 Uhr im Neuhaussaal das spanische Euskal Barrokensemble unter seinem Leiter Enrike Solinís die Alte-Musik-Fassung eines einaktigen Balletts des spanischen Komponisten Manuel de Falla, der in seiner Komposition von 1915 Musik der Barockzeit aufgriff. Den Hörer erwartet eine hochinteressante und spannende Wiederentdeckung.

Den würdigen Abschluss der 32. Tage Alter Musik bildet am Montagabend in der Dreieinigkeitskirche um 20 Uhr die Aufführung der „Lyric Ode on the Fairies, Aerial Beings and Witches of Shakespeare“ des Mozart-Zeitgenossen Thomas Linley. Das britische Vokalensemble Solomon’s Knot und das Schweizer Originalklangorchester Les Passions de L’Ame bündeln ihre Kräfte, um dieses selten aufgeführte Meisterwerk zum Leben zu erwecken.

Wie gewohnt findet im Rahmen des Festivals auch 2016 im historischen Salzstadel an der Steinernen Brücke vom 14. bis 16. Mai wieder eine große internationale Verkaufsausstellung von Nachbauten historischer Instrumente, von Tonträgern, Büchern und Noten statt. Anbieter aus ganz Europa werden die Ausstellung beschicken und sie somit zur größten ihrer Art in Deutschland machen.

Die Tage Alter Musik gehen in die Verlängerung. Am Dienstag, dem 17. Mai, gibt es zum fünften Mal eine Zusammenarbeit der Tage Alter Musik Regensburg mit der Regensburger Musikhochschule, der Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik Regensburg (HfKM), in Form eines Kurstages. Die Geigerin Julia Schröder (Les Passions de l’Ame) und der Bassist Jonathan Sells (Solomon’s Knot) werden dabei mit Studentinnen und Studenten der HfKM an vorbereiteten Stücken aufführungspraktische Fragen klären. Der Kurstag endet mit einem Konzert um 19.30 Uhr im Konzertsaal der HfKM. Zuhörer sind in den Räumen der HfKM zu Kurs und Konzert in Regensburg-Stadtamhof herzlich willkommen. 

www.hfkm-regensburg.de