Im Mittelpunkt der Kristallwelten: Philip Glass. Foto: Philip Glass

Im Mittelpunkt der Kristallwelten: Philip Glass. Foto: Philip Glass

Philip Glass im Dialog

Sein 15-jähriges Bestehen feiert Musik im Riesen vom 24. bis 27. Mai 2018. Mit Philip Glass, der auch selbst als Pianist auftritt, würdigt das Kammermusikfestival der Swarovski Kristallwelten in Wattens/Tirol einen der einflussreichsten Komponisten der Gegenwart.

Thomas Larcher, künstlerischer Leiter des Festivals Musik im Riesen in Tirol, greift im kommenden Jahr einige wesentliche kammermusikalische Themen auf: Streichquartette, Klavierwerke in unterschiedlichen Besetzungen und Vokalmusik. Dafür konnten Musiker gewonnen werden, „die wir schon seit vielen Jahren wieder einladen wollten, wie das Quatuor Ébène, Vox Luminis und das Tetzlaff Quartett, dazu den Tenor Julian Prégardien und Les Talens Lyriques.“

Ein besonderes Ereignis ist der Porträtabend für Philip Glass – „und eine seltene Gelegenheit, den Komponisten nicht nur im Gespräch, sondern auch als Interpreten seiner eigenen Werke zu erleben“, wie Thomas Larcher betont. Der zweite Komponisteninterpret des Festivals, Brett Dean, tritt am Abschlussabend in einem international besetzten Ensemble junger Stars auf.  

Philip Glass gibt bei der Musik im Riesen 2018 Einblick in sein Schaffen und rückt dabei seine Klaviermusik ins Zentrum. Bis zu vier Klaviere zugleich kommen im ersten Teil des Konzerts in der Manufaktur im Swarovski Werk 1 zum Einsatz. Gespielt wird die Glass’sche Kammermusik vom US-amerikanischen Dirigenten und Pianisten Dennis Russell Davies, einem engen Freund und langjährigen musikalischen Weggefährten von Glass, von Maki Namekawa, Francesco Prode, Emanuele Torquati und Philip Glass selbst.   

Im zweiten Teil dirigiert Davies das „Tirol Concerto for Piano and Orchestra“ – Maki Namekawa am Klavier wird dabei vom Tiroler Kammerorchester InnStrumenti begleitet. Seit 2000 bekannt als musikalisches Thema von Fernsehsendungen und Kinospots, aber auch als Musik zum mehrmalig ausgezeichneten Film „Tirol – Land im Gebirg'" ist das „Tirol Concerto“ aus der Feder von Philip Glass zu einem unverwechselbaren Tiroler Klangbild geworden.

Beauftragt wurde das Werk ursprünglich von der Tirol Werbung, die aus diesem besonderen Anlass im Rahmen von „Musik im Riesen“ mit den Swarovski Kristallwelten zusammenarbeitet – ein Konzerthöhepunkt im Tiroler Kulturkalender 2018.

Hintergründe zu den Werken und zur Arbeitsweise des Komponisten erläutern Glass und Davies in einem Gespräch am Beginn des Konzertabends am 25. Mai 2018, musikalisch begleitet von Schülern der Musikschule Wattens, die damit an das auf die Förderung junger Musiker ausgerichtete Masterclass-Programm „Impuls“ des Festivals anknüpfen. „Musik im Riesen richtet sich seit nunmehr 15 Jahren an junge Interpreten und Musikbegeisterte, an die heimische Bevölkerung und an ein Publikum, das von weiter her kommt, um die hohe Qualität der Konzerte und den intimen Rahmen des Festivals zu genießen.“, sagt Stefan Isser, Geschäftsführer der D. Swarovski Tourism Services GmbH.  

Auf eine der wesentlichen Gattungen der klassischen Musik, das Streichquartett und seine erweiterten Formen, legt Festivalleiter Thomas Larcher von jeher besonderes Augenmerk. In den Swarovski Kristallwelten hat auf seine Einladung hin eine Vielzahl international renommierter Streichensembles konzertiert, unter ihnen das Quatuor Ébène, das das Festival 2018 mit einem Programm rund um die Werke Ludwig van Beethovens aus der frühen und mittleren Schaffensphase eröffnet. Ein Spätwerk von Beethoven erklingt zwei Tage darauf neben einem Streichquartett von Felix Mendelssohn Bartholdy, wenn das Tetzlaff Quartett Gast von Musik im Riesen ist. Im Tetzlaff Quartett haben Interpreten zusammengefunden, die auch in anderen musikalischen Zusammenhängen renommiert sind – der als Konzertsolist berühmte Christian Tetzlaff (Violine) und seine Schwester Tanja Tetzlaff, Solocellistin der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, sowie die Konzertmeisterin der Zürcher Oper, Hanna Weinmeister (Viola), und die Spezialistin für zeitgenössische Kammermusik Elisabeth Kufferath (Violine). Ähnliches gilt für das Quintett, das das letzte Konzert des Festivals 2018 bestreitet: Die Geigerin Hyeyoon Park, der Cellist Kian Soltani, der Pianist Benjamin Grosvenor – alle drei Jahrgang 1992 und aufstrebende Stars –, der auch als Komponist berühmte Bratscher Brett Dean sowie der Kontrabassist Leon Bosch beschließen Musik im Riesen 2018 unter anderem mit Schuberts „Forellenquintett“.  

Wo die Streicher Glanzlichter mit Musik der Klassik und Romantik setzen, besingt der Tenor Julian Pregardien die Liebe im Klang des Barock. Instrumental begleitet wird er bei den „Chants d’amour“ von Musikern des Ensembles Les Talens Lyriques unter der Leitung von Christophe Rousset. Erinnerungen an eines der atmosphärisch dichtesten und schönsten Konzerte des Festivals weckt schließlich das belgische Vokalensemble Vox Luminis, das 2014 mit Heinrich Schütz’ Musicalischen Exequien in Wattens gastierte. Diesmal hat das Alte-Musik-Ensemble unter dem Titel „Light and Shadow“ Kompositionen aus Englands Renaissance und Barock ausgewählt.