Domingo mit Anna Netrebko auf der Waldbühne in Berlin. Foto: DEAG Classics / Franz Schlechter

Domingo mit Anna Netrebko auf der Waldbühne in Berlin. Foto: DEAG Classics / Franz Schlechter

Placido Domingo wird 75

Ist er der König der Oper? Vor allem ist er ein Mensch der Oper, einer mit Körper und Seele, beliebt bei den Kollegen, geliebt von vielen Musikfreunden, respektiert selbst von denen, die es gerne etwas distanzierter oder blank geputzter hätten. Im aktuellen FONO FORUM (2/2016) wird Domingo eine Würdigung zuteil.

Das erste Recital unter Leitung des wunderbaren Nello Santi ist schon ganzer Domingo. Der Klang dieser Stimme, der so unglaublich voll ist und leuchtet, aber nie in nur einer Farbe, sondern so vielfältig, dass man sich immer wieder neu auf die Suche darin begeben und sich immer wieder neu der Wirkung überlassen mag.

Im aktuellen FONO FORUM würdigt Manuel Brug diesen Tenor (denn das wird er in unserer Erinnerung bleiben), der auch als Bariton und Dirigent gewirkt hat und wirkt, als Operndirektor zumal. Domingo gibt immer, er verströmt sich und war doch immer zu intelligent und musikalisch, um sich selbst dabei zu verlieren.

Ob er nun, mit 75 Jahren (wir nehmen das Datum 21. Januar 1941 einfach als Fakt hin) etwas ändern wird? Schwer vorstellbar. Sein Gesicht, sein offenes, herzliches Lächeln mit den nicht perfekten Zähnen kennen die Menschen rund um die Erde. Domingo zieht die Zuneigung auf sich, selbst dann, wenn er das Publikum seine Grenzen spüren lässt. Eine Klassik-Plattensammlung ohne eine Aufnahme mit Domingo? Warum auf dieses Lächeln einer der schönsten Stimmen, die je aufgezeichnet wurden, verzichten?

Unser Foto zeigt im Waldbühnen-Konzert mit Anna Netrebko, das die Deutsche Grammophon auf DVD verewigt hat. Foto:  DEAG Classics / Franz Schlechter