Riccardo Muti. Foto: Silvia Lelli/Riccardomutimusic

Riccardo Muti. Foto: Silvia Lelli/Riccardomutimusic

Praemium Imperiale für Riccardo Muti

Als Nobelpreis der Bildenden Künste wird sich der Praemium Imperiale nun wohl nicht mehr gern bezeichnen lassen. Ein Statement der japanischen Kulturpolitik zur Verbundenheit mit der westlichen Welt bleibt er aber.

Klaus-Dieter Lehmann, Präsident des Goethe-Instituts und internationaler Berater der Japan Art Association, gab heute die diesjährigen Preisträger der renommierten Auszeichnung Praemium Imperiale in Berlin bekannt. Unter ihnen sind die französische Filmschauspielerin Catherine Deneuve und der italienische Dirigent Riccardo Muti. Der Preis in der Kategorie Malerei geht an den belgischen Künstler Pierre Alechinsky. In den Kategorien Skulptur und Architektur wurden Fujiko Nakaya aus Japan und Christian de Portzamparc aus Frankreich benannt.

Neben den Preisträgern in den fünf Sparten wurde auch die Verleihung des Nachwuchspreises für junge Künstler an die Shakespeare Schools Foundation aus Großbritannien bekannt gegeben. Mit der Bekanntgabe begeht die Japan Art Association auch das 30-jährige Bestehen des Preises. Seit drei Jahrzehnten trifft die Stiftung jährlich die Auswahl der Preisträger, indem sie sich auf Vorschläge der sechs Nominierungskomitees in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan und den USA stützt. Diese werden jeweils von einem internationalen Berater geleitet. Sie halten auch jenseits ihrer Landesgrenzen nach bahnbrechenden Künstlern Ausschau, deren Arbeiten einen außergewöhnlichen Beitrag zur Entwicklung der Kultur leisten und deren Schaffen die Welt in besonderem Maße bereichert. Ausgezeichnet werden Lebenswerk, außergewöhnliches Talent, künstlerische Kraft und internationale Bedeutung.

Klaus-Dieter Lehmann würdigte die Preisträger in der Japanischen Botschaft zu Berlin: „Die ausgewählten Künstler zeichnen sich in ihren jeweiligen Ausdrucksformen durch große Eigenständigkeit, Klarheit und Prägnanz aus. Ihre Werke beeindrucken und überzeugen durch ihre Sensibilität ebenso wie durch expressive Kraft. Darin sind sie im Einklang mit der Grundidee des Praemium Imperiale, dass Kunst und künstlerisches Schaffen den kulturellen Dialog über Grenzen und Differenzen hinweg beleben und damit Toleranz, Frieden und Entwicklung der Menschheit unterstützen. Ich freue mich sehr darüber, die Preisträger heute in Berlin gemeinsam mit dem japanischen Botschafter Takeshi Yagi, der französischen Botschafterin Anne-Marie Descôtes und Dieter Kosslick, Direktor der Internationalen Filmfestspiele Berlin, bekanntzugeben. Sie alle stehen genau wie der Praemium Imperiale für Begegnung, Austausch und Inspiration zwischen Menschen, Kulturen und Nationen.“

Der Praemium Imperiale wurde in der Zeit seines 30-jährigen Bestehens bereits an 154 Künstler (inklusive der diesjährigen Preisträger) verliehen. Er ist mit jeweils 15 Millionen Yen (derzeit rund 116.500 Euro) dotiert. Die feierliche Verleihung findet am 23. Oktober dieses Jahres in Tokio statt. 

Riccardo Muti ist einer der bedeutendsten Dirigenten unserer Zeit. Der Italiener hat mit den führenden Orchestern der Welt konzertiert, darunter Berliner Philharmoniker, New York Philharmonic und Wiener Philharmoniker. Letzteren ist er eng verbunden: Bereits 1971 dirigierte er sie erstmalig bei den Salzburger Festspielen, die Zusammenarbeit hält bis heute an. Daneben war er Chefdirigent des Londoner New Philharmonia Orchestra, des Philadelphia Orchestra und der Mailänder Scala. Seit 2010 steht er dem Chicago Symphony Orchestra vor. Muti setzt sich für die Rezeption von Komponisten des 19. Jahrhunderts wie Verdi oder Rossini ein und gibt sein Wissen in der eigenen Akademie an Nachwuchs weiter.