Aschenbrödel. Bild: Theater Coburg

Aschenbrödel. Bild: Theater Coburg

Premiere dank Staatsanwalt

Johann Strauss wollte mir Aschenbrödel sein erstes abendfüllendes Ballett schreiben, verstarb jedoch über der Komposition. Vor einigen Jahren tauchten die Noten auf, die unbemerkt in Wien entwendet worden waren.

„Aschenbrödel“ sollte das erste abendfüllende Ballett des Walzerkönigs werden, das er jedoch nicht mehr vollenden konnte: 1899 riss Johann Strauss der Tod aus seiner Arbeit. Josef Bayer, Komponist und Leiter des Wiener Hofopernballetts, vollendete das Werk schließlich unter Verwendung Strauss’scher Kompositionen.

Was später mit dem Notenmaterial passierte, kann schon fast als Krimi gelten: Wie von Zauberhand waren eines Tages Teile der Partiturskizze aus der Wien-Bibliothek verschwunden, was lange Zeit unbemerkt blieb, da die Blätter zwar als wissenschaftlicher Bestand gekennzeichnet, jedoch nicht inventarisiert waren. Im Jahre 2007 wurden die verschwundenen Blätter durch einen ‚Prof. Heinrich Müller‘ erst der Coburger Landesbibliothek, ein Jahr später dann dem damaligen Vorsitzenden der Deutschen Johann-Strauss-Gesellschaft, Ralph Braun, angeboten. Braun erhielt Kopien der Ware, für die Originale sollte er 30.000 € zahlen. Anfang 2010 tauchten die Noten dann in einem Kölner Auktionshaus auf, wo sie von der Staatsanwaltschaft Köln sichergestellt wurden. Der mysteriöse Autographen-Diebstahl konnte nie aufgeklärt werden, die Ermittlungen wurden inzwischen eingestellt.

Dank der Kopien des verschollenen Materials, das Ralph Braun besitzt, können die Coburger Ballettfans ab Samstag, 16. April 2016 die Coburger Erstaufführung des Strauss’schen Märchenballetts erleben.