Anna Vinnitskaya. Foto: Gela Megrelidze

Anna Vinnitskaya. Foto: Gela Megrelidze

Professorin und Echo-Preisträgerin legt nach

Anna Vinnitskaya hat - vielleicht beeinflusst durch ihre Wahlheimat Hamburg - ein Recital mit Werken von Johannes Brahms aufgenommen. Kaufen oder nicht? Bei dieser Entscheidung hilft das Archiv des FONO FORUM mit seinem großen Fundus an Rezensionen weiter.

Vier Sterne im FONO FORUM für ihre Ravel-CD im Jahr 2012 und ebenfalls für ihre Schostakowitsch-Aufnahme mit der Kremerata Baltica im vergangenen Jahr: Von entfesselter Rasanz ist da die Rede. So darf man auch neugierig auf die neue CD von Anna Vinnitskaya sein, die im Jahr 2009 als jüngste Klavierprofessorin Deutschlands an die Hamburger Musikhochschule berufen wurde – im Alter von gerade einmal 26 Jahren.

Kurz zuvor hatte sie als zweite Frau überhaupt den berühmten Königin-Elisabeth-Wettbewerb in Brüssel gewonnen, gefolgt von zahlreichen Auftritten in den wichtigsten Konzerthallen der Welt. Eine steile Karriere für die zierliche Musikerin aus der Stadt Noworossijsk am Ostufer des Schwarzen Meeres. Vier CDs hat sie bisher veröffentlicht und dabei eine gewisse Vorliebe für ihre russischen Landsleute Rachmaninow, Prokofjew und Schostakowitsch erkennen lassen, aber auch für die farbenreichen Klangwelten von Maurice Ravel. Dafür wurde sie mit dem ECHO Klassik Preis ausgezeichnet.

Nun legt Anna Vinnitskaya ihr fünftes Album vor und erweist damit erstmals dem bedeutendsten Komponisten ihrer Wahlheimat Hamburg Reverenz: Johannes Brahms. Es zeugt von Mut und künstlerischer Reife, dass sie dafür weder seine frühen Sonaten auswählte noch die hoch virtuosen Variationszyklen seiner mittleren Schaffensphase. Stattdessen konzentriert sie sich auf jene späten Werke, die Brahms‘ Zeitgenossen mitunter als sperrig empfanden. In ihnen verabschiedete sich der Komponist vom groß dimensionierten Stil in der Tradition Beethovens und wandte sich der lyrischen Kleinform zu. Eine Entwicklung, die Anna Vinnitskaya so auf den Punkt bringt: „Je älter er wurde, desto weniger musikalische Zeit brauchte er, um sich auszudrücken. Musik-Konzentrat pur.“

Wer bisherige Kritiken über die Pianistin lesen möchte, ist im Archiv des FONO FORUM an der richtigen Adresse. Abonnenten lesen ohne Gebühr, alle anderen Musikfreunde können sich für nur ab 99 Cent informieren. Folgen Sie einfach diesem Link:

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