Lotario in Göttingen mit Sophie Rennert als Lotario und Marie Lys als Adelaide. Foto: Alciro Theodoro da Silva

Lotario in Göttingen mit Sophie Rennert als Lotario und Marie Lys als Adelaide. Foto: Alciro Theodoro da Silva

Publikumsbefragung als Wegweiser

Nächstes Jahr nehmen die Händel-Festspiele Göttingen ihre Ausdehnung auf drei Wochenenden wieder zurück und spielen sich wieder innerhalb von zwölf Tagen ab.

Mit gleich drei Dernièren sind die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen 2017 zu Ende gegangen: Bereits am Nachmittag feierte das Team der Jugendoper „Beyond Doubt: Lotario" im Jungen Theater Göttingen nach sechs Vorstellungen den Erfolg seines mehrmonatigen Projekts.

Während in der Stadthalle Göttingen das Göttinger Symphonie Orchester zum zweiten und letzten Mal Haydns „Orfeo ed Euridice" gab, ging im Deutschen Theater Göttingen die letzte Vorstellung der Festspieloper zu Ende. In sechs Aufführungen, dem Public Viewing und der Familienfassung sahen über 4.000 Besucherinnen und Besucher Händels selten gespielten „Lotario".  

„Ich bin begeistert von der unglaublich positiven Resonanz auf alle Veranstaltungen der Festspiele", freut sich der Geschäftsführende Intendant Tobias Wolff. „Sowohl das Festspiel-Orchester Göttingen unter der Leitung von Laurence Cummings und Publikumslieblinge wie Dominique Labelle, aber beispielsweise auch die aufstrebenden Nachwuchskünstler des Stipendiatenprogramms ‚eeemerging' und der ‚göttingen händel competition' haben Publikum wie Kritik restlos bezaubert".

Gut wurde auch die Festspieloper Lotario aufgenommen, die Regisseur Carlos Wagner zu einem  Kammerspiel verdichtete. Die Koproduktion wird 2019 im Konzert Theater Bern erneut zu erleben sein. Auch ein weiteres kooperatives Opernprojekt, der halbszenische „Lucio Cornelio Silla" mit barocken Kostümen und historischer Gestik, gemeinsam realisiert mit den Tagen Alter Musik in Herne und den Ludwigsburger Schlossfestspielen, gefiel dem Publikum. „Über das große Lob der künstlerischen Qualität von Besuchern und Medien freue ich mich natürlich besonders", so Wolff.  

Insgesamt verzeichneten die Festspiele rund 19.000 Besucher, davon entfielen ca. 13.000 auf verkaufte Veranstaltungen (2016: 12.000) und ca. 6.000 auf kostenlose und Kooperationsveranstaltungen (2016: 7.000). Die Verkaufszahlen 2017 sind damit zwar ähnlich denen des Festspieljahres 2016, die Auslastung ist allerdings mit 70 % deutlich niedriger als im Vorjahr. Grund hierfür ist vor allem, dass mehr Veranstaltungen in großen Spielstätten wie der Stadthalle Göttingen und der St. Johannis-Kirche in Göttingen bzw. größeren Kirchen in der Region auf dem Programm standen als in den Vorjahren. Auch die Ausdehnung des Festspielzeitraums auf drei Wochenenden hat laut etlichen Besucher-Rückmeldungen einen Einfluss gehabt.

„Wir haben dieses Experiment gewagt, werden aber im kommenden Jahr zu unserem traditionellen 12-Tages-Zeitraum zurückkehren", so Tobias Wolff. Zudem sei die Veranstaltungsdichte 2017 nicht nur innerhalb des Festspielprogramms, sondern auch in Göttingen und der Region allgemein höher als in früheren Jahren gewesen.

Äußerst erfreulich sei aber die Resonanz auf die neuen Spielstätten gewesen: „Mit St. Thomas in Scharzfeld, St. Johannis in Rosdorf und St. Laurentius in Gieboldehausen haben wir das Programm um drei akustisch wie optisch beeindruckende Kirchen ergänzt. Ein weiteres Highlight – nicht nur musikalisch, sondern auch mit Blick auf die Spielstätte – war das Konzert von Sabrina Ma im Distribo-Logistikzentrum, das so zum ersten Mal überhaupt zu einem Konzertsaal wurde", so Wolff.

Die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen 2018 finden zum Thema „Konflikte" vom 10. bis 21. Mai statt. Zu den geplanten Programmpunkten zählen:  10. Mai 2018 „Occasional Oratorio" (HWV 62) 12. Mai 2018 Premiere „Arminio" (HWV 36)weitere Aufführungen: 15.05. / 17.05. / 18.05. / 20.05. / 21.05.