Chin-Chao Lin. Foto: Sebastian Stolz

Chin-Chao Lin. Foto: Sebastian Stolz

Regensburgs neuer Chef kommt aus Taiwan

Chin-Chao Lin wird neuer Generalmusikdirektor des Theaters Regensburg. Er tritt sein neues Amt mit Beginn der Spielzeit 2018/19 an. Chin-Chao Lin folgt auf Tetsuro Ban, der in den Spielzeiten 2009/10 bis 2016/17 Generalmusikdirektor am Theater Regensburg war.

Chin-Chao Lin (*1987, Taitung/Taiwan) ist seit der Spielzeit 2016/17 am Meininger Staatstheater als erster  Kapellmeister und Stellvertreter des GMD tätig. Im kommenden Sommer wird er GMD in Regensburg. Er dirigierte in Meiningen unter anderem die Premieren von Offenbachs »Hoffmanns Erzählungen«, Puccinis »Tosca« und Sullivans »Die Piraten von Penzance« sowie Vorstellungen von Wagners »Tannhäuser«, Mozarts »Così fan tutte«, R. Strauss’ »Ariadne auf Naxos« und Carl Orffs »Carmina Burana«.

Lin, der sein Studium im Fach Orchesterdirigieren an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz und an der Zürcher Hochschule der Künste abschloss, arbeitete bereits als Dirigent mit zahlreichen Orchestern wie beispielsweise dem Staatsorchester Rheinische Philharmonie Koblenz, dem National Taiwan Symphony Orchestra, Lucerne Festival Academy Orchestra, Janácek Philharmonic Orchestra oder dem Het Gelders Orkest.

Dem Regensburger Publikum wird sich Chin-Chao Lin beim 1. Sinfoniekonzert mit Werken von Gioachino Rossini, Nino Rota und Ludwig van Beethoven (8.+11.10.2018, Neuhaussaal) und bei der Wiederaufnahme von Mozarts »Don Giovanni« (ab 20.9.2018 im Theater am Bismarckplatz) vorstellen.

Chin-Chao Lin äußert sich voll Optimismus: »Es ist mir eine große Ehre und Freude, meine erste Position als Generalmusikdirektor am Theater Regensburg antreten zu dürfen. Ich sehe der Zusammenarbeit mit dem Orchester und dem Ensemble mit Enthusiasmus entgegen. Für mich ist es eine neue spannende Herausforderung, mich dieser verantwortungsvollen Aufgabe voll und ganz widmen zu können und gemeinsam einen reizvollen Spielplan zu gestalten. Ich freue mich auf eine tolle Stadt und vor allem darauf, das Regensburger Publikum bei vielen bewegenden Vorstellungen persönlich zu begrüßen.«

Jens Neundorff von Enzberg, Intendant des Theaters Regensburg: »Chin-Chao Lin hat nicht nur mich, sondern auch das Philharmonische Orchester Regensburg und unser Musiktheater-Ensemble mit seiner Art, Musik zu interpretieren und zu dirigieren, überzeugt. Es hat mich sehr gefreut, dass das Interesse an der Stelle des Generalmusikdirektors am Theater Regensburg national und international sehr hoch war und ich bin überzeugt, dass wir mit Herrn Lin die richtige Wahl für das Theater und die Stadt getroffen haben.«

Chin-Chao Lin wurde 1987 in Taitung, Taiwan, geboren. Er absolvierte zunächst ein Studium im Fach Orchesterdirigieren an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Graz bei Prof. Martin Sieghart und setzte seine Ausbildung an der Zürcher Hochschule der Künste bei Prof. Johannes Schlaefli fort. 2011 gewann er den zweiten Preis beim ersten Nationalen Symphonieorchester-Wettbewerb in Taiwan sowie den dritten Preis beim fünften Internationalen Witold-Lutoslawski Wettbewerb für junge Dirigenten in Polen und den LVZ-Publikumspreis beim Deutschen Operettenpreis 2014 in der Musikalischen Komödie Leipzig.

Von 2013 bis 2015 assistierte er dem Chefdirigenten Daniel Raiskin als „Conductor-in-Progress“ beim Staatsorchester Rheinische Philharmonie in Koblenz und leitete zudem eigene Konzerte. Lin assistierte bei renommierten Dirigenten und Orchestern, wie David Zinman mit dem Tonhalle Orchester Zürich, Günther Herbig mit dem National Symphony Orchestra Taiwan, Peter Eötvös mit dem Lucerne Festival Academy Orchestra und Lothar Zagrosek mit der Jungen Deutschen Philharmonie. Als Korrepetitor und musikalischer Assistent war er bei der Oper »Rigoletto», »La Bohème«, ebenso wie bei der modernen Opernproduktion »Opernreigen der Zukunft« im Opernhaus Graz sowie bei der modernen Oper »Schlafes Bruder« von Herbert Willi und »L’incoronazione di Poppea« von Claudio Monteverdi im Stadttheater Klagenfurt tätig. In den Niederlanden assistierte er bei Martin Sieghart mit Het Gelders Orkest für »Le nozze di Figaro« und »Don Giovanni«. In Österreich dirigierte er Humperdincks »Hänsel und Gretel« mit dem Opernorchester KlangImPuls im Theater im Palais in Graz. 2009 studierte er die Operette »The Mikado« von William S. Gilbert und Sir Arthur Sullivan ein und dirigierte die Premiere und das anschließende Gastspiel in Yokohama, Japan.

In Tschechien dirigierte er Bizets »Carmen« im Theater Teplice. Im Meininger Staatstheater brachte er Mozarts »Die Zauberflöte« und die Wiederaufnahme von Verdis »La Traviata« zu Aufführung. Lin arbeitete bereits als Dirigent mit zahlreichen anerkannten Orchestern: Staatsorchester Rheinische Philharmonie Koblenz, Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz, hr-sinfonieorchester, National Taiwan Symphony Orchestra (NTSO), National Symphony Orchestra of Taiwan (NSO), Lucerne Festival Academy Orchestra, Janácek Philharmonic Orchestra, North Czech Philharmonic Orchestra, Hradec Králové Philharmonic Orchestra, Musikkollegium Winterthur, Het Gelders Orkest, Bialystok Symphony Orchestra etc.

2014 führten ihn diverse Engagements mit dem Lucerne Festival Alumni Ensemble nach Zürich, London, New York und Peking, dessen Konzerttournee in Kooperation mit dem Lucerne Festival und SwissRe stattfand. Sein Debüt mit dem Lucerne Festival Alumni Ensemble feierte er im Rahmen des Lucerne Festivals 2014.