Anna El Khashem. Foto: Universität Mozarteum/Christian Schneider

Anna El Khashem. Foto: Universität Mozarteum/Christian Schneider

Russin sang den besten Mozart

Mit dem Finalkonzert der Sparte Gesang ist 13. Internationale Mozartwettbewerb der Universität Mozarteum Salzburg zu Ende gegangen. Der 1. Preis in Höhe von 15.000 Euro, gestiftet von der International Salzburg Association, ging an die Sopranistin Anna El-Khashem.

Die 22-jährige Russin Anna El-Khashem überzeugte die Jury des Salzburger Wettbewerbs unter dem Vorsitz von Barbara Bonney beim Finalkonzert mit den Mozart-Liedern „Dans un bois solitaire“, „Abendempfindung an Laura“ und „Männer suchen stets zu naschen“ sowie mit der Mozart-Opernarie des Lucio Cinna „Vieni, vieni ov‘amor t’invita“ aus „Lucio Silla“.

Die in St. Petersburg geborene Anna El-Khashem ist seit der Spielzeit 2016/17 Mitglied des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper in München und bereits mehrfache Preisträgerin bzw. Stipendiatin in ihrer Heimat Russland. Zusätzlich zum 1. Preis erhielt sie den Sonderpreis für die beste Interpretation eines Vokalwerkes von W. A. Mozart in Form einer Neuen Mozart-Gesamtausgabe, vergeben von der Stiftung Mozarteum Salzburg und dem Bärenreiter-Verlag.

Der 2. Preis in Höhe von 10.000 Euro, gestiftet vom Raiffeisenverband Salzburg, ging an den Bassbariton Peter Kellner, der am Finalabend auf die Mozart-Lieder „An Chloe“, „Das Lied der Trennung“ und „Ein deutsches Kriegslied“ sowie die Mozart- Opernarie des Leporello „Madamina, il catalogo è questo“ aus „Don Giovanni“ setzte. Der 27-jährige Slowake begann sein Gesangsstudium an der Universität Mozarteum bei Boris Bakow und ist aktuell Student der Universität für Musik und darstellende Kunst Graz bei Antonius Sol. Er sang bereits in Theatern und Opernhäusern in Sevilla, Triest, Bratislava (Pressburg), Klagenfurt und Oldenburg sowie bei den Salzburger Festspielen 2013 und 2014. Seit der Saison 2015/16 ist er Ensemblemitglied der Oper Graz. Zusätzlich zum 2. Preis wurde Peter Kellner der Publikumspreis in Höhe von 1000 Euro, direkt gestiftet von der Universität Mozarteum, zugesprochen.

Mit dem 3. Preis in Höhe von 5000 Euro, gestiftet von der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste, wurde die Slowenin Mojca Bitenc ausgezeichnet. Die 28-jährige Sopranistin interpretierte beim Finalkonzert die Mozart-Lieder „Dans un bois solitaire“, „Das Veilchen“ und „Als Luise die Briefe ihres ungetreuen Liebhabers verbrannte“ sowie Rezitativ und Arie der Donna Anna „Crudele! – Ah no, mio bene! Non mi dir, bell‘idol mio“, ebenfalls aus der Mozart-Oper „Don Giovanni“. Mojca Bitenc war bereits Gewinnerin des Internationalen Gesangswettbewerbes in Osijek (Kroatien) sowie Preisträgerin des Zinka Milanov Wettbewerbes in Rijeka (Kroatien) und des Ada Sari Wettbwerbes in Polen.

Im Sommer 2017 sang sie in Österreich im Rahmen der Bregenzer Festspiele die Contessa in Mozarts „Le nozze di Figaro“. Als weitere Sonderpreise in Form des Bärenreiter Urtext Preises, gestiftet vom gleichnamigen Verlag, wurden Notengutscheine in Höhe von jeweils 300 Euro an die drei Preisträger vergeben. Außerdem ergingen Einladungen zu Auftritten im Rahmen von Veranstaltungen der Universität Mozarteum, der Internationalen Sommerakademie Mozarteum sowie ihrer Kooperationspartner.

Die Jury des Gesangswettbewerbs war besetzt mit Barbara Bonney (Vorsitz), Stephanie Wippel, Bernarda Fink, Josef Wallnig, Hendrik Heilmann, David Rendall und Tobias Hasan. Mehr als 170 Gesangstalente aus 35 Nationen hatten sich für den 13. Internationalen Mozartwettbewerb 2018 angemeldet. Von 37 zugelassenen Sängerinnen und Sängern, die das erste Jury-Auswahlverfahren überstanden, waren 32 Kandidaten zur Teilnahme am Wettbewerb angetreten. Fürs Finale qualifizierten sich sechs Sängerinnen und Sänger aus ebenso vielen Nationen. "Ihre" Mozart-Opernarie interpretierten die Finalisten jeweils gemeinsam mit den Salzburg Orchestra Soloists unter der Leitung von Tibor Bogányi.