Hugh Masekela. Foto: Brett Rubin

Hugh Masekela. Foto: Brett Rubin

Schöpfer des Soweto-Blues starb mit 78 Jahren

Musik als Weg in die Freiheit: Der südafrikanische Trompeter Hugh Masekela hat die Welt gelehrt, dass man das Böse auch mit einem positiven Lebensgefühl bekämpfen kann. Jetzt ist der erfolgreiche Kämpfer gegen die Apartheid gestorben.

"Meine größte Obsession ist es, den Afrikanern und der Welt zu zeigen, wer die Menschen Afrikas wirklich sind". Dieser Satz von Hugh Masekela war heute oft zu lesen in den Nachrufen der Tageszeitungen. Natürlich stand der Trompeter für die Idee, dass Rassismus und Diktatur böse sind und bekämpft werden müssen, dass jede Ungerechtigkeit überwunden werden muss - auch aus dem Exil heraus, in das er 1960 ging, nachdem die Apartheid-Verbrecher das grausame Massaker von Sharpeville verübt hatten.

Aber natürlich hätten derartige Aussagen von Hugh Masekela nie ein derartiges Gewicht für die Bewegung der Befreiung von der rassistischen Terrorherrschaft bekommen, wenn er nicht ein überragender Musiker gewesen wäre, dem die Welt gerne zuhörte (außer den Rassisten natürlich).

Schon in der Bar seiner Großmutter kam er mit Musik in Berührung, sang und spielte Klavier. Sein Erweckungserlebnis zum Trompeter war der Eindruck, den der Film über Bix Beiderbecke mit Kirk Douglas (Young man with a Horn) auf ihn machte. Er spielte in Clubs und auf der Straße, lernte schnell Trompete zu spielen.

Er war so gut, dass Yehudi Menuhin ihn unterstützte, im Londoner Exil an der Guildhall School of Music zu studieren. Harry Belafonte half ihm beim Umzug nach New York, wo er an der Manhattan School of Music weiterlernte. Doch lange hielt es ihn nicht in den USA und er kehrte zurück nach Afrika und lebte dort in verschiedenen Ländern, näherte sich über Lesotho und Botswana seiner Heimat an, musste aber erneut vor der Gewalt (ein Anschlag auf seine Musikschule) flüchten.

Immer stärker brachte er sich in die Befreiungsbewegung ein, fordert auch musikalisch die Freilassung Nelson Mandelas. Nach Abschaffung der Apartheid kehrte der mittlerweile zum Weltstar avancierte Masekela zurück nach Südafrika. Er starb nun in Johannesburg im Alter von 78 Jahren.

Was bleibt ist neben seiner Bedeutung für den Freiheitskampf seine Musik. Und die klingt gar nicht vordergründig kämpferisch. Ob Soweto-Blues oder Bring him back Home (gemeint ist Mandela): Das ist Musik, die den Körper mitswingen lässt, die Lebensfreude zum Ausdruck bringt, auch in den nachdenklichen Farben. Rund 40 Alben gibt es von Masekela, bei Youtube findet sich manches bewegte und bewegende Klangbild.

Während er weltanschaulich eindeutig positioniert war, bewegte er sich musikalisch gerne auch an den Verbindungslinien der Genres entlang, in den USA auch mit charttauglichem Pop und Rhythm&Blues. Dass ein Mensch, dessen Lebensinhalt der Kampf um die Freiheit war, sich auch musikalisch nicht in geschlossene Systeme sperren ließ, werden ihm jetzt vielleicht auch die Jazzpuristen verzeihen.