Schwetzinger SWR Festspiele, vor einem Konzert im Jägersaal. Bild: SWR/SSF/Matthias Wittig

Schwetzinger SWR Festspiele, vor einem Konzert im Jägersaal. Bild: SWR/SSF/Matthias Wittig

Schwetzinger Festspiele mit Sprachverwirrung

Residenzkünstler des SWR Festivals sind der Klarinettist Andreas Ottensamer und der Cellist Jean-Guihen Queyras.

­ ­ ­ ­ ­ Die Schwetzinger SWR Festspiele präsentieren vom 26. April bis 25. Mai 2019 unter dem Motto »Neuland« ein vielfältiges und beziehungsreiches Programm mit zahlreichen international renommierten Künstlern. Die 68. Festspielsaison eröffnet mit der Uraufführung der Musiktheaterproduktion »Der Fall Babel«, die gefördert wird von der Kulturstiftung des Bundes. Residenzkünstler sind der Klarinettist Andreas Ottensamer und der Cellist Jean-Guihen Queyras. Dominique Horwitz ist Sprecher in der deutschen Erstaufführung des Operneinakters »Lʼisle déserte« von Franz Ignaz Beck. Mit dem Rittersaal der Mannheimer Residenz und der Alten Wollfabrik in Schwetzingen erschließen sich die Festspiele zwei neue Spielorte. Das SWR Symphonieorchester ist diesmal mit zwei Konzerten unter Alessandro de Marchi und Nicholas McGegan dabei.

Den Abschluss der Festspiele bildet »SILENT SONGS into the wild« – ein Schubert-Abend mit der international gefeierten Compagnie Nico and the Navigators. Mit der Musiktheaterproduktion »Der Fall Babel« stellen Elena Mendoza (Musik, Text, szenische Mitarbeit) und Matthias Rebstock (Regie, Text, musikalische Mitarbeit) in ihrer dritten gemeinsamen Arbeit für die Bühne nicht nur den Mythos von der babylonischen Sprachverwirrung gewissermaßen vom Kopf auf die Füße und halten damit ein Plädoyer für Toleranz und Vielfalt – sie hinterfragen auch die Gattung Oper. Unter der Leitung von Walter Nußbaum sind das Vokalensemble Schola Heidelberg, die drei Schlagzeuger Tobias Dutschke, Martin Homann und Almut Lustig, die Schauspielerin Ayano Durniok und der Schauspieler David Luque sowie das SWR Experimentalstudio beteiligt. 

Die Streichquartett-Matineen werden vom vision string quartet, dem Cuarteto Casals, dem chiaroscuro quartet und dem Jerusalem Quartet gestaltet. Das Artemis Quartett verabschiedet sich in seiner bisherigen Formation und präsentiert sich zugleich in neuer Besetzung. In den fünf Konzerten der mittlerweile fest etablierten Reihe »Grenzgänge« zeigen sich die beiden Residenzkünstler mit genreübergreifendem Programmen, begegnet zeitgenössische Musik traditionellem Flamenco oder Musik aus dem türkischen und arabischen Raum. 

Ein Stadtrundgang mit anschließendem Konzert ist der Mannheimer Schule gewidmet und die »Gartenmusik« lädt bei freiem Eintritt in den Schlosspark. Die Schauspielerin Ulrike Krumbiegel gestaltet gemeinsam mit der Capella de la Torre zwei Abende zu den »Wegbereiterinnen« Christine de Pizan und Margarete von Navarra, Christiane Karg und Thomas Quasthoff widmen ihr Programm einer anderen einflussreichen Frau: Louise de Vilmorin. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Kammerkonzerte, Klavier- und Liederabende hochkarätiger Ensembles und Künstler wie Christian Elsner mit Schuberts »Winterreise«, Simone Kermes mit Concerto Köln oder Pegah Ferydoni mit der Lautten Compagney, die Pianisten Martin Helmchen und Piotr Anderszewski.

Unter den Künstlern, die das erste Mal nach Schwetzingen kommen, sind das Trío Arbós aus Spanien, Fahmi Alqhais großartige Accademia del Piacere, Al Ayre Español, Arianna Savalls Gruppe Hirundo Maris.Sämtliche Veranstaltungen werden aufgezeichnet und in SWR2 gesendet, sieben davon voraussichtlich live. Zwei Veranstaltungen, darunter die Eröffnungsproduktion, sind zudem im Videostream auf SWRClassic.de zu erleben. 

Die Schwetzinger SWR Festspiele werden seit 1952 im Auftrag des SWR, der Stadt Schwetzingen und des Landkreises Rhein-Neckar veranstaltet.

www.schwetzinger-swr-festspiele.de