Was macht das Hirn des Pianisten bei Ligeti? Prof. Altenmüller gibt Antworten. Foto: Oh Ton Delmenhorst

Was macht das Hirn des Pianisten bei Ligeti? Prof. Altenmüller gibt Antworten. Foto: Oh Ton Delmenhorst

Science Konzert – Motorische Intelligenz

Anforderungen an das Gehirn eines Pianisten Ligetis Etüden vortragend - unter dieser Überschrift steht ein Konzert mit wissenschaftlichem Vortrag. Das ideale Kontrastprogramm für von Karnevalsmusik und Büttenreden Geschädigte!

Das menschliche Gehirn stellt uns trotz vielfältiger Forschungsergebnisse immer noch vor Rätsel. Dies ist wahrscheinlich auch der Grund der hohen Attraktivität des Themas für Wissenschaft und Gesellschaft. Ein Ergebnis der Hirnforschung ist die Tatsache, Musik nach Noten gespielt, ist die komplexeste Anforderung an das menschliche Hirn, allein schon weil bis auf das Riechen sämtliche Sinne beansprucht werden.

In dem „Science Konzert" geht es um die Anforderungen an das menschliche Hirn am Beispiel der dreibändigen „Études pour piano" (1985‐2001) von György Ligeti (1923–2006). Dieses Werk galt bei Erscheinen als unspielbar und es ist dem Hamburger Pianisten Volker Banfield, der den ersten Band für Schallplatte einspielte, zu verdanken, dass dieses Urteil zu revidieren war. Dennoch muss gesagt werden, dass die Anforderungen an den Interpreten extrem hoch sind. Dieses Werk spielen zu können, verlangt einen enormen Zeitaufwand, allein wegen der technischen Schwierigkeiten. So gibt es z.B. viele Passagen, in denen beide Hände in verschiedenen Zeiten spielen – dies ist auch der Aspekt, der für die Hirnforschung immens von Bedeutung ist.

In der Veranstaltung werden diese Hintergründe beleuchtet und aus neurophysiologischer Sicht betrachtet. Welche Anforderungen sind es konkret, die das Hirn hier leisten muss und welche Prozesse laufen unter welchen Bedingungen zeitgleich? Mit Prof. Eckart Altenmüller ist ein für diese Fragen hochkompetenter Wissenschaftler eingebunden, der sich auch umfassend mit Ligetis Klavierwerk beschäftigt hat. Eine glückliche Fügung ist es, dass Herr Altenmüller ein Flötenstudium abgeschlossen hat und somit auch auf dem Gebiet der Musik ein kongenialer Partner für das Vorhaben ist.

Thomas Hell ist einer der ganz wenigen Pianisten, der alle drei Bände der Ligeti‐Etüden in einem Konzert spielt. Er hat das Werk auf CD veröffentlicht und weltweit beste Kritiken erhalten. An dem Abend werden 5 bis 8 Etüden zu hören sein, wegen der Verständlichkeit auch besondere Passagen aus den gespielten Etüden mehrfach.

Thomas Hell (Piano), Prof. Eckart Altenmüller (Vortrag)Fr., 24.02.2017, 19:00 UhrOrt: Hanse Wissenschaftskolleg, DelmenhorstEintritt frei