Dresden, die Bühne Semper Zwei. Foto:  Klaus Gigga

Dresden, die Bühne Semper Zwei. Foto: Klaus Gigga

Semperoper mit neuer Jazz-Reihe

Die Semperoper legt eine neue Jazz-Reihe namens »Fenster aus Jazz« in der Spielstätte Semper Zwei auf. Zu den Gästen gehören Till Brönner, Demian Kappenstein, Elisabeth Coudoux und Nora Gomringer.

Im Frühjahr 2018 bereitet »Fenster aus Jazz« erstmalig in Semper Zwei dem Jazz eine Bühne und lädt nicht nur Jazzliebhaber dazu ein, neue Horizonte in diesem musikalischen Spektrum zu entdecken. Günter Baby Sommer, als international beachteter Perkussionist selbst Schlagzeuger-Jazzlegende und bedeutender Impulsgeber in der Jazzszene, kuratiert die neue Reihe und lotet mit weiteren Koryphäen seines Fachs an drei Abenden das Verhältnis des Jazz zu Musik, Wort und Tanz in den unterschiedlichsten Variationen aus: »Jazz im Kontext eines Opernhauses ist eine Einladung für alle, die noch ein bisschen mehr von der Oper und vom Jazz erwarten. Das neue Format knüpft an die Reihe „Jazz in der Semperoper" an.

Der Name „Fenster aus Jazz" steht als symbolische Beschreibung dafür, dass sich der Jazz für andere Disziplinen öffnet. Für diese Saison bedeutet das: Musik und Musik, Musik und Tanz, Musik und Wort«, so Baby Sommer. Mit Trompetenvirtuose Till Brönner eröffnet am 19. Januar 2018 gleich ein Weltstar die Reihe der Jazz-Sessions: Unter dem Titel »Günter Baby Sommer meets Till Brönner« wird Brönner mit Baby Sommer in den nonverbalen Dialog von Trompete und Schlagzeug treten. Gemeinsam interpretieren die beiden in kontrovers-kreativem »Duett« und in kraftvoller Improvisation 100 Jahre Jazzgeschichte – in Reminiszenz an die großen Namen des Jazz: Von Louis Armstrong bis Miles Davis, von Baby Dodds bis Elvin Jones, über Enrico Rava bis Manfred Schoof und von Mani Neumeier bis Han Bennink.  

Die zweite Session am 16. Februar 2018 widmet sich unter dem Motto »Jazz Moves!« dem Dialog von Musik und Tanz in zeitgenössischer Kunstform. Der Perkussionist Demian Kappenstein, dem Dresdner Publikum bereits durch die Reihe »Feature Ring« im Europäischen Zentrum der Künste HELLERAU bekannt, und die Cellistin und Improvisationskünstlerin Elisabeth Coudoux entwickeln zusammen mit einer Gruppe von Tänzern aus der Spontanität der gegenseitig inspirierenden freien Assoziation heraus eine neue Verhältnismäßigkeit zwischen musikalischem und tänzerischen Ausdruck.  

Zusammen mit der mehrfach ausgezeichneten schweizerisch-deutschen Dichterin und Rezitatorin Nora Gomringer beschließt Günter Baby Sommer am 9. März 2018 die Jazz-Reihe mit einer Text-Klang-Komposition zu »Grimms Wörtern«: Unter Einsatz aller möglichen Schlaginstrumente bringen Sommer und Gomringer in wechselseitiger vokaler und instrumentaler Bedienung Günther Grass' letzten Teil seiner Autobiographie, die als Liebeserklärung an die deutsche Sprache auch vom Wirken der Brüder Grimm erzählt, zu Gehör.