Daniel Hope. Foto: Steven Haberland/Deutsche Grammophon

Daniel Hope. Foto: Steven Haberland/Deutsche Grammophon

"Shadow Walker" mit Verbindung zur Türkei

Zum Auftakt des Festivals für Neue Musik NOW! am Freitag, 20. Oktober 2017, um 20 Uhr steht in der Philharmonie Essen die deutsche Erstaufführung des neuen Violin-Doppelkonzertes „Shadow Walker" von Mark-Anthony Turnage auf dem Programm.

Nur einen Tag nach der Uraufführung in Istanbul präsentieren die beiden Geiger Daniel Hope und Vadim Repin das Werk des britischen Komponisten Turnage gemeinsam mit dem Borusan Istanbul Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Sascha Goetzel. Die weiteren Werke an diesem Abend: John Adamsʾ „Tromba lontana", Charles Ivesʾ „The unanswered Question", Béla Bartóks „Der wunderbare Mandarin" und Ferit Tüzüns „Anatolian Candle Dance".

„Shadow Walker" ist ein Auftragswerk des Borusan Istanbul Philharmonic Orchestra, des von Vadim Repin geleiteten Trans-Siberian Art Festival und der Philharmonie Essen. Mit der Aufführung wird somit in schwierigen Zeiten eine kulturelle Brücke zwischen der Türkei und Westeuropa gebaut.

„Es ist ein hochdramatisches Werk, mit geballter Spannung zwischen den beiden Geigern! Aber das Stück enthält sehr schöne, lyrische Passagen, die eine warme, durchdringende Emotionalität hervorrufen", erläutert Daniel Hope, der seit 20 Jahren mit Mark-Anthony Turnage befreundet ist. Die Komposition basiert auf der Installation „Shadow Walker" des englischen Künstlers und Turner-Preisträgers Mark Wallinger. In „Shadow Walker" nahm Wallinger mit einer Filmkamera sowie einem Fotoapparat seinen Schatten auf, den er bei einem Spaziergang durch London auf den Bürgersteig geworfen hatte. Und im Laufe dieser Installation nimmt der Schatten geradezu eine eigene Existenz ein, die genauso real zu sein scheint wie der eigentliche Körper des Künstlers. Turnage greift nun dieses Zusammenspiel von einem Ich und seinem eigenen Double auch in den zwei Violin-Solostimmen auf.