Dresdner Sinfoniker. Foto: Frank Höhler

Dresdner Sinfoniker. Foto: Frank Höhler

Sinfoniker eröffnen Jazztage

Am 1. November 2018 feiern die Dresdner Sinfoniker ihr 20-jähriges Bestehen. Mit ihrem Konzert im Erlwein Capitol eröffnen sie die Jazztage Dresden.

Was wäre ein runder Geburtstag ohne Überraschung? So beginnt der Abend der Geburtstagsfeier der Dresdner Sinfoniker mit einer ungewöhnlichen Idee. Gleich zwei Orchester eröffnen das Konzert mit Musik von Frank Zappa. Auf der einen Seite das Universal Druckluft Orchester von Peter Till – ein für seine Virtuosität und kuriose Erscheinung berühmtes pneumatisches Ensemble – auf der anderen Seite die Musikerinnen und Musiker der Dresdner Sinfoniker, die sich der Herausforderung stellen, mit den Musikmaschinen Schritt zu halten.

Mit Spannung erwartet wird die Uraufführung von Andreas Gundlachs Quartüürium – ein Doppelkonzert für Klavier und Synthesizer. Der Jazzpianist Andreas Gundlach übernimmt die elektronischen Tasteninstrumente, der Londoner Konzertpianist Andreas Boyde den Solopart am Konzertflügel. Beide Pianisten haben in Dresden studiert: Andreas Gundlach ist ein kreativer Improvisator, Andreas Boyde ein für seine Technik und Ausdruckskraft gerühmter Musiker.

Einen ganz anderen Ansatz verfolgt der Mexikaner Enrico Chapela, ein Shootingstar unter den zeitgenössischen Komponisten Lateinamerikas. Mit seiner Rockoper verarbeitet er eines der tragischsten Kapitel der 68er Jugendrevolte – das Massaker an Studenten, die in Mexiko am 2. Oktober 1968 für gesellschaftliche Reformen auf die Straße gingen. Seine Oper El Resplandor de los Disidentes, die im Rahmen des Jubiläumskonzerts der Dresdner Sinfoniker konzertant uraufgeführt wird, bildet die tiefe Tragik des Stoffes ab, gleichzeitig atmet sie durch ihre Rock-Reminiszenzen den Geist der damaligen Zeit. So werden die starken Momente dieser Geschichte gegenwärtig: unerschrockene Schüler, die ihr Gymnasium besetzen, todesmutige Studenten, die sich zu einem Schweigemarsch formieren, Staatsführer, die sich in die Enge getrieben fühlen und die Studentenunruhen blutig niederschlagen lassen. Die musikalische Leitung übernimmt der serbische Dirigent Premil Petrović, der als Gründer und Chefdirigent des No Borders Orchestra bereits bei dem deutsch-türkisch-armenischen Projekt erfolgreich mit den Dresdner Sinfonikern zusammengearbeitet hat. An diesem besonderen Abend werden – wie stets bei Veranstaltungen der Dresdner Sinfoniker – mit Klanggewohnheiten zugleich auch Denkgewohnheiten durchbrochen. In diesem Sinn laden die Dresdner Sinfoniker zum Jubiläumskonzert.