SoundTrack_Cologne

In Köln trafen sich Komponistinnen und Komponisten, deren Kunst und Handwerk in der Ergänzung des Sichtbaren besteht.

Die Jurys von SoundTrack_Cologne 15 haben ihre Entscheidungen getroffen. Der Gewinner des WDR Filmscore Awards ist Ben Winkler. Für den European Talent Competition Beitrag von Anna Krstajic fand die Jury eine Lobende Erwähnung. Susanne Hardt erhielt eine Special Mention. Mit dem Preis für das Beste Sounddesign wurde Celia Artacho Ruiz ausgezeichnet. Der Peer Raben Music Award 2018 ging an Mateja Starič für The Box. Der SEE THE SOUND Preis für die Beste Musikdokumentation ging an Silvana von Mika Gustafson, Olivia Kastebring und Christina Tsiobanelis.

Im Rahmen der Preisverleihung wurde Craig Armstrong (William Shakespeares Romeo + Julia, Moulin Rouge, Der große Gatsby) der Ehrenpreis von SoundTrack_Cologne überreicht. In seiner Laudatio sagte Komponist Nils Wülker:„Craig Armstrong ist ein brillanter Komponist, ein Meister der musikalischen Komplexität und schlichter, aber niemals einfacher Melodie. Seine Musik ist gleichzeitig zeitlos und gegenwärtig, emotional und atmosphärisch, seine Filmkompositionen sind sowohl perfekt auf den Film abgestimmt als auch eigenständige Kunstwerke. Und es ist eine Freude mit Craig zu arbeiten."

Der European Talent Award ist seit Anfang an eines der zentralen Events von SoundTrack_Cologne. Die Arbeiten der Wettbewerbsteilnehmer und -teilnehmerinnen, die einen Kurzfilm mit einer neuen Welt aus Musik und Sound beleben, zeigen, wie unterschiedlich die Tonspur ein und denselben Film erzählen kann. Der diesjährige Wettbewerbsfilm hieß Blue Honey von Constance Joliff, Daphné Durocher und Fanny Lhotellier. Die Jury bestand aus Torben Seemann, Sound Supervisor, Mischtonmeister und Geschäftsführer von Chaussee SoundVision, den Komponisten Joseph Trapanese und Mathieu Lavoie und Regisseurin Olga Chajdas.

Der WDR Filmscore Award geht an Ben Winkler. Er gewinnt eine eintägige Aufnahme-Session einer eigenen Komposition mit dem WDR Funkhausorchester. Der Preis für das Beste Sounddesign ging an Celia Artacho Ruiz. Sie gewinnt eine 5.1 Surround Kurzfilm-Mischung in dem renommierten Tonstudio Chaussee SoundVision in Köln, das diesen Preis stiftet. Die Begründung der Jury für ihre Zusammenarbeit:„Ihre direkte und gemeinschaftliche Herangehensweise an die filmische Narration hat Menschlichkeit, Persönlichkeit, Originalität und Wiedererkennungswert. Sie brachten uns besonders durch ihren kreativen Einsatz von Stille, Kontrasten und intelligent genutztem Einsatz von Stimme zum Lachen." Die Jury sprach eine lobende Erwähnung für Anna Krstajic aus. Die Begründung der Jury:„Für ihre kreative Orchestrierung und ein ausgewogenes Scoring-Konzept, das den Mut zu musikalischer Simplizität enthält." Susanne Hardt erhielt eine Special Mention für ihr außergewöhnliches Klangkonzept.

Der Peer Raben Music Award 2018 ging an Mateja Starič für ihre Musik zu The Box, R.: Dusan Kastelic.Die Jury bestand aus Komponist FX Dupas, Filmproduzent Mike Beilfuß und Regisseurin Lika Alexeeva.Die Begründung der Jury: „Der Gewinner-Score überzeugte die Jury durch eine außergewöhnlich enge Beziehung zwischen Musik und Bild. Die Komposition geht nicht den einfachen Weg, sondern verarbeitet Geräusche und Instrumente zu einer neuen, originellen Klanglandschaft. Viele verschiedene Stile und Techniken werden fließend und funktional miteinander verwoben. Das von der Komponistin erdachte und meisterhaft entworfene Klanguniversum trägt dadurch einen großen Teil dazu dabei, die Bilderwelten vollständig zum Leben zu erwecken."Der Peer Raben Music Award ehrt die beste Musik in einem Kurzfilm und ist mit 1.500 Euro dotiert. Er erinnert an den Komponisten und SoundTrack_Cologne-Ehrenpreisträger Peer Raben (1949-2007), der u.a. für seine Arbeiten für Rainer Werner Fassbinder bekannt wurde.

Die SEE THE SOUND Award Jury hat sich entschieden den Preis für den Besten Musik Dokumentarfilm 2018 an Silvana von Mika Gustafson, Olivia Kastebring und Christina Tsiobanelis zu vergeben. Der Film zeigt den Aufstieg von Silvana Imam, einer lesbischen Hip-Hop Künstlerin mit muslimischen Wurzeln, zur gefeierten Queer-Ikone in Schweden. Die Jury bestand aus Filmproduzentin Melanie Andernach, Musikjournalist und Autor Thomas Venker und Regisseurin und Autorin Mirjam Leuze. Aus der Begründung der Jury:„Silvana ist ein Dokumentarfilm mit Ecken und Kanten in dem es erzählerisch auch manchmal wild durcheinander geht. Und genau das macht die Strahlkraft dieses Filmes aus, der nicht einem klassischen Dramaturgiebogen, sondern konzentriert den Emotionen folgt. Den drei Regisseurinnen Mika Gustafson, Olivia Kastebring und Christina Tsiobanelis gelingt damit eine schonungslos offene Nähe zu ihrer Protagonistin Silvana Imam, die unter die Haut geht. Die Zuschauer werden gleichermaßen Zeuge einer künstlerischen Coming of Age Geschichte als auch einer tragisch-schönen Liebesgeschichte. Sowohl in den mitreißenden Konzertsequenzen als auch in den ruhigeren, reflektierten Gesprächssituationen spürt man das gesellschaftsverändernde Potential, das in Silvana Imam und ihrer Musik steckt. Der Film schafft es wie im Vorbeigehen, Silvanas unglaubliches Talent einzufangen, die eigene Selbstermächtigung auf ihre Fans und damit auch auf die Zuschauer*innen zu übertragen."