Auch die Berliner Philharmoniker erhalten Geld vom Steuerzahler - bisher vom Land Berlin. Foto: Monika Rittershaus

Auch die Berliner Philharmoniker erhalten Geld vom Steuerzahler - bisher vom Land Berlin. Foto: Monika Rittershaus

Spartenbericht Musik 2016

Das Musikleben in Zahlen offenbart, in welchem Umfang sich die Menschen in Deutschland für Musik interessieren bzw. von ihr leben. Das statistische Bundesamt hat in Zusammenarbeit mit Muskverbänden viele Zahlen zusammengetragen.

Das Statistische Bundesamt hat den Spartenbericht Musik 2016 vorgelegt. Dieser basiert auf Sekundärstatistiken unterschiedlicher Verbände und Institutionen des Musikbereichs in Deutschland, die ihre Daten zur Verfügung gestellt haben. Anbei einige wichtige Daten, zum kompletten Spartenbericht Musik geht es über den Link am Ende des Artikels.

Laut Mikrozensus, der größten jährlich stattfindenden Haushaltsbefragung in Deutschland, waren im Jahr 2014 rund 69.000 Personen beiderlei Geschlchts als Instrumentalist, Sänger, Dirigent oder Komponist tätig. 52.000 Personen waren als Musikpädagoge tätig und 7.000 Frauen und Männer arbeiteten im Musikinstrumentenbau. 58 % der Erwerbstätigen waren selbstständig tätig. Die Anzahl der Selbstständigen in Musikberufen im Jahr 2015 bei der Künstlersozialversicherung lag bei 51.500 Personen.

Berlin hat 21 Selbstständige auf 10.000 Einwohner in einem Musikberuf, gefolgt von Hamburg mit 15 und Bremen mit neun Selbstständigen. Der Bundesdurchschnitt lag bei sechs selbstständig Erwerbstätigen im Bereich Musik je 10.000 Einwohner. Vergleichsweise wenige Selbstständige sind in Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern (jeweils 4) und Sachsen-Anhalt (3) zu finden.

Zum 1. Januar 2014 waren 38.983 Frauen und Männer bei Institutionen, die der Deutsche Bühnenverein erfasst, festangestellt, unter ihnen 45 % künstlerisches Personal (Sängerinnen und Sänger, Chormitglieder, Orchestermitglieder, Tänzerinnen und Tänzer, Leitungs- und nicht-darstellendes Personal) und 55 % nicht-künstlerisches Personal (Beschäftigte in der Verwaltung, der Technik, der Maske etc.) beschäftigt.

Zudem liegen Daten des Deutschen Bühnenvereins e. V. zu den aktiven Musikerinnen und Musikern in den 130 überwiegend öffentlich finanzierten Orchestern vor. Die Anzahl belief sich in der Spielzeit 2013/2014 auf 9.839 Personen.

Die Diözesen in Deutschland wiesen im Jahr 2015 einen Stellenumfang von knapp 1.400 Beschäftigten auf. 45 % waren hauptamtliche Kirchenmusiker. Weitere insgesamt 42 % waren zum Beispiel als Regionalkirchenmusiker, Dekanatsmusiker oder Seelsorgebereichskirchenmusiker tätig. 88 % der Beschäftigten in den Diözesen waren somit in einem kirchenmusikalischen Kontext beschäftigt.

Laut dem Verband deutscher Musikschulen e. V. waren im Jahr 2013 an etwa 930 Musikschulen insgesamt 38.762 Lehrende an öffentlichen geförderten Musikschulen beschäftigt.

In den verbandlich organisierten Laienchören, Ensembles sowie Instrumentalgruppen waren in der Spielzeit 2015/2016 insgesamt rund zwei Millionen Sänger und Instrumentalisten (wie immer so auch hier gemeint: beiderlei Geschlechts) aktiv. Die Anzahl der Chöre und Ensembles belief sich auf 23.905. Zudem gab es 19.830 Instrumentalgruppen. Insgesamt musizierten 24 Personen je 1.000 Einwohner in einem Laienchor beziehungsweise einem Laienorchester.

In den evangelischen Kirchengemeinden waren im Jahr 2013 insgesamt 31.827 vokale und instrumentale Gruppen aktiv. Insgesamt waren in diesen Gruppen über eine halbe Millionen Menschen aktiv (522 553). In den Diözesen des Landes belief sich die Anzahl der Laienchöre und Laieninstrumentalgruppen im Jahr 2015 auf insgesamt 119.115 vokale und instrumentale Gruppen mit etwa 390.500 Chor- und Instrumentalmusikern.

Bei den evangelischen Kirchengemeinden liegen Angaben zu den ehrenamtlich Tätigen vor, die sich im kirchenmusikalischen Bereich engagierten. Von den rund 65.000 ehrenamtlich Tätigen im Arbeitsfeld „Gottesdienst und Kirchenmusik“ in den evangelischen Kirchengemeinden in Deutschland waren rund 71 % in den Bereichen Kirchenchor, Posaunenchor, Sing- oder Instrumentalkreis tätig. Insgesamt waren in der evangelischen Kirche etwas mehr als 1,1 Millionen Ehrenamtliche aktiv.

Die 130 überwiegend öffentlich getragenen Orchester in Deutschland, welche im Deutschen Bühnenverein e. V. organisiert sind, veranstalteten in der Spielzeit 2013/2014 insgesamt 9.032 Konzerte und erreichten hiermit rund 5,2 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer. Werden musikpädagogische Aktivitäten/Workshops und Instrumentenpräsentationen in Schulen zu dem Konzertangebot hinzugezählt, dann können für die Spielzeit 2013/2014 insgesamt sogar 12.300 Konzerte öffentlicher Orchester festgehalten werden. Basierend auf den 9.032 Konzerten ohne Workshops und Instrumentalpräsentationen in Schulen waren im bundesweiten Schnitt 65 Besucherinnen und Besucher je 1.000 Einwohner zu Gast in einer Orchesterveranstaltung in der genannten Spielzeit.

Die Musiktheater – gegliedert in Oper, Operette, Musical und Tanz – veranstalteten in der Spielzeit 2013/2014 insgesamt 12.130 Opern, Operetten oder Musicals, wobei die Oper insgesamt die bedeutendste Veranstaltung darstellte. Das Veranstaltungsangebot lockte insgesamt 7,7 Millionen Besucherinnen und Besucher. Die meisten Zuschauer je 1.000 Einwohner verzeichnete hierbei Berlin (325), gefolgt von Hamburg (203) und Sachsen (183). Der Durchschnitt für das gesamte Bundesgebiet lag bei 96 Besuchenden je 1.000 Einwohner).

Die Einnahmen der Orchester und Theater setzen sich aus Angaben der 47 Kulturorchester sowie der Sprech- und Musiktheater in Form der unmittelbaren Einnahmen und Ausgaben zusammen. Die Höhe der Einnahmen lag bei rund 3,2 Milliarden Euro, wobei die Sprech- und Musiktheater alleine 2,8 Milliarden Euro einnahmen. 80 % des Gesamtetats der Sprech- und Musiktheater stammten aus öffentlichen Zuschüssen und Zuweisungen (rund 2,4 Milliarden Euro).

Bei den selbstständigen Kulturorchestern lag der Anteil öffentlicher Zuweisungen und Zuschüsse am Gesamtetat bei rund 60 %. Die Gesamtausgaben der Orchester und Theater betrugen 3,3 Milliarden Euro.

Laut Kulturfinanzbericht 2016 gab die öffentliche Hand im Jahr 2013 insgesamt 3,5 Milliarden Euro für Theater und Musik aus. Diese Ausgaben wurden mit 1,9 Milliarden Euro überwiegend von den Gemeinden getragen (53,8 %). Weitere 1,6 Milliarden Euro stellten die Länder und 27,3 Millionen Euro der Bund zur Verfügung.

https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/BildungForschungKultur/Kultur/SpartenberichtMusik5216203169004.pdf?__blob=publicationFile