Beethoven Orchester in der Beethovenhalle. Foto: Markus Reifenberg

Beethoven Orchester in der Beethovenhalle. Foto: Markus Reifenberg

Stefan Blunier verlässt Bonn

Nachfolger als Chef des Beethoven Orchesters Bonn ist Christof Prick. Da die Beethovenhalle nach dem Beethovenfest im Herbst für planmäßig zwei Jahre saniert wird, spielt das Orchester die neue Saison im World Conference Center Bonn und in der Bonner Uni.

Saisonabschluss heißt im subventionierten Kulturbetrieb immer auch: Leistungsnachweis gegenüber Politik und Verwaltung. Das Beethoven Orchester Bonn legt seine Zahlen vor.

In seiner letzten Saison als Generalmusikdirektor (GMD) in Bonn konnte Stefan Blunier die Auslastungszahlen im Konzertbereich noch einmal steigern: Er blickt auf eine Gesamtauslastung von 88 Prozent. Über 40.000 Besucher (ohne Opernvorstellungen) kamen zu den 22 Sinfoniekonzerten, 29 Kammerkonzerten, 8 Kinder- und Familienkonzerten des Beethoven Orchester Bonn (BOB). Außerdem spielte das BOB in über 100 Vorstellungen im Opernhaus, absolvierte zahlreiche Instrumentenvorstellungen, Schulbesuche, betreute Probenbesuche sowie Veranstaltungen in Kooperation mit dem Theater Marabu und dem Theater Bonn.

„Ich freue mich, dass sich in den acht Jahren in Bonn die Zuschauerzahlen nach oben entwickelt haben. Für diesen Zuspruch möchte ich mich beim Publikum herzlich bedanken“, so GMD Blunier. Das von Blunier entwickelte Format „BOB goes …“ wurde auch in dieser Saison vom Publikum gut angenommen: Das Konzert „BOB goes Final Symphony“ lockte Computerfreaks und Zuhörer aus ganz Europa in die ausverkaufte Beethovenhalle und das Konzert „BOB goes India“ mit der Weltklasse-Sitarspielerin Anoushka Shankar war im WDR 3 Radio zu hören.

Christine Lauter, Konzertpädagogin des BOB, hat in der vergangenen Saison die Vernetzung mit der Stadt vorangetrieben. Das Education-Programm „Bobbys Klassik“ hat dadurch nicht nur in den beliebten Familien- und Kinderkonzerten Musikliebhaber aller Generationen erreicht, sondern ist durch verschiedene Projekte in Kindergärten, Grundschulen und weiterführenden Schulen zum festen Bestandteil der musikalischen Jugendbildung in Bonn geworden. Weit über 3.000 Kinder und Jugendliche, darunter viele mit Migrationshintergrund, haben bei Bobbys Klassik mitmachen können, und dadurch oftmals erste Beziehungen zur Klassischen Musik aufgebaut.

Fünf ECHO Klassik-Preise, ein Preis der Deutschen Schallplattenkritik, zwei Uraufführungen und zahlreiche Wiederentdeckungen selten gespielter Werke hat GMD Blunier in den vergangenen acht Jahren in Bonn aufgeführt. Unvergessen werden wohl auch die Opernaufführungen unter seiner Leitung bleiben. Benvenuto Cellini von Hector Berlioz und Irrelohe von Franz Schreker haben hierbei für deutschlandweites Interesse gesorgt. Die Gesamtaufnahme aller Beethoven-Sinfonien rundet Bluniers Schaffen in Bonn ab.

 „Das BOB wird in der Stadt und der Region gebraucht. Die Zahlen belegen, dass auch im Zeitalter von i-Pad und Smartphone die Klassische Musik nichts von ihrem Stellenwert eingebüßt hat. Das Bonner Orchester hätte es daher durchaus verdient mehr unterstützt zu werden“, sagte GMD Blunier. „Musikalisch ist das Orchester zurzeit in Topform – ich wünsche dem Orchester alles Gute und weiterhin viele musikalische Highlights“.