Rachmaninoff in Senar. Foto: Serge Rachmaninoff Foundation

Rachmaninoff in Senar. Foto: Serge Rachmaninoff Foundation

Stiftung und Netzwerk verbinden sich

Der Landsitz des russischen Komponisten am Vierwaldstätter See bei Luzern wird ein Kulturzentrum. Die Schweizer Stiftung "Serge Rachmaninoff Foundation" will die Villa und die in ihr lagernden Dokumente digitalisieren.

Zu Beginn der 30er Jahre des 20. Jahrhunderts kaufte sich Sergej Rachmaninoff ein großes Stück Land an einer Klippe über dem Vierwaldstättersee bei Luzern und ließ sich dort eine Villa samt Gästehaus und Park bauen. Er entschied sich für ein Gebäude im Bauhausstil, das ihm das Architekturbüro Möri & Krebs entwarf.

Den Landsitz nannte Rachmaninoff Senar, worin die Namen Sergej, Natalia und Rachmaninoff, anklingen. 1939 kehrte er in die USA zurück. In seinem Landsitz enstanden unter anderem die Pagagnini-Variationen und die dritte Sinfonie.

Der Enkel Rachmaninoffs Alexander, der 2012 verstorben ist, gründete im Jahr 2000 die "Serge Rachmaninoff Foundation" auch mit dem Ziel, die weniger gespielten Werke seines Großvaters in die Musikwelt zu tragen. Im Jahr 2013 gründete sich in den Niederlanden ein Rachmaninoff-Netzwerk, basierend auf der seit 1990 in Großbritannien existierenden Rachmaninoff-Gesellschaft. Das Netzwerk möchte die musikwissenschaftliche Forschung in Bezug auf Rachmaninoff fördern.

Beide Institutionen wollen nun den Bestand des Rachmaninoff-Archivs in seinem Landsitz ordnen und digitalisieren. Schon heute ist die Villa nicht nur Hort der Vergangenheit, sondern auch Teil des gegenwärtigen Musiklebens: Der Pianist Dennis Matsuev spielte dort auf Rachmaninows Steinway-Flügel im Jahr 2007 für das Label Sony die CD "The Unknown Rachmaninow" ein. Vor zwei Jahren hatte Medienberichten zufolge der russische Präsident Putin Interesse am Erwerb des Landsitzes bekundet, um ihn als Teil nationalen Kulturerbes zu bewahren.