Triadisches Ballett. Foto: Wilfried Hösl

Triadisches Ballett. Foto: Wilfried Hösl

Stil, Geschmack und Lebensqualität

Die Dresdner Musikfestspiele feiern im kommenden Jahr 100 Jahre Bauhaus und musikalische Visionen.

Die Dresdner Musikfestspiele nehmen vom 16. Mai bis 10. Juni 2019 unter dem Motto Visionen auch auf das Bauhaus-Jubiläum Bezug. Intendant Jan Vogler möchte in den 56 Veranstaltungen an 22 Spielstätten mit Künstlern und Musikerkollegen aus aller Welt im Sinne der Bauhaus-Philosophie Genregrenzen sprengen und Traditionen neu beleben. Zum Auftakt gibt Bass René Pape erstmals mit dem Dresdner Festspielorchester unter der Leitung von Ivor Bolton ein Gastspiel in seiner Heimatstadt.

Der Reigen jährlicher Uraufführungen bei den Dresdner Musikfestspielen setzt sich mit einem weltumspannenden Werk fort: Das Jan Vogler gewidmete Cello-Konzert von Sven Helbig (Deutschland), Nico Muhly (USA) und Zhou Long (China) wird vom WDR Sinfonieorchester unter der Leitung von Cristian Măcelaru uraufgeführt und vereint drei Komponistenhandschriften aus drei Kontinenten. Gitarrenlegende Eric Clapton verspricht einen stimmungsvollen Abschluss des 42. Festspieljahrgangs.

»Was unserer Gesellschaft fehlt, sind Visionen! Kultur, Kunst, Musik können Vorreiter sein und einer Zeit ihren Weg zeigen. Im nächsten Jahr erinnern wir uns an die Gründung des Bauhaus 1919. Die Idee Stil, Geschmack und Lebensqualität in alle Bereiche des Lebens zu bringen, hat mich immer inspiriert. Im Festspiel-Jahrgang 2019 ist jedes Konzert separat – und das ganze breitgefächerte Programm – eine Kreation für ein besonders tiefes und visionäres Musikerlebnis, inspiriert von der Vision Bauhaus«, sagte Jan Vogler in Dresden.

Dem Bauhaus-Jubiläum nähern sich die Dresdner Musikfestspiele auch musikalisch: So zeigt das Bayerische Junior Ballett München in Zusammenarbeit mit der Akademie der Künste Berlin Gerhard Bohners choreografische Neufassung des »Triadischen Balletts« von Oskar Schlemmer zweimal im Schauspielhaus. Der russische Pianist Nikolai Tokarev erinnert mit Modest Mussorgskis »Bilder einer Ausstellung«, begleitet von einer Videoinstallation, an Kandinskys 1928 von diesem Werk inspirierte Inszenierung am Friedrich-Theater Dessau.

Zu den Höhepunkten zählen zudem Gastspiele der Staatskapelle Berlin unter der Leitung von Daniel Barenboim, des Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter Antonio Pappano, der Wiener Philharmoniker unter Tugan Sokhiev und des Orchesters des Mariinsky-Theaters unter Valery Gergiev. Weltweit erfolgreiche Solisten wie der Cellist Yo-Yo Ma, der Pianist Jan Lisiecki, der Geiger Joshua Bell oder Chilly Gonzales treffen dabei im kommenden Jahr auf geballte Frauenpower in Dresden.

Neben Solistinnen wie Anne-Sophie Mutter, Lisa Batiashvili, Hélène Grimaud, Fatma Said und Yuja Wang sorgen 2019 erstmals zwei Dirigentinnen für unvergessliche Momente: Mirga Gražinyte-Tyla gibt als Chefdirigentin des City of Birmingham Symphony Orchestra ihr Debüt in Dresden. Barbara Hannigan kehrt nach ihrem Auftritt bei den Palastkonzerten (am 25. Oktober 2018) nun am Pult des LUDWIG Orchestra und der Cappella Amsterdam mit einem konzertanten Opernprojekt in den Kulturpalast zurück. Igor Strawinskys Oper »The Rake’s Progress« erklingt dabei im Rahmen eines visionären Mentoring-Programms von Hannigan mit jungen Gesangstalenten als Solisten.

Für jazzige Klangfarben sorgen Nils Landgren & Freunde mit einer Jazz Night im Kulturpalast, das Richard Galliano New Jazz Musette Quartet und das Brad Mehldau Trio. Die Reihe »Classical Beats« wird mit dem Johannes Motschmann Trio und der Jazzrausch Bigband den Visionen junger Konzertformate neues Leben verleihen, während die Dresdner bei »Dresden singt & musiziert« und dem Projekt »Klingende Stadt« aufgerufen sind, die verbindende Kraft von Musik in der Gesellschaft zu feiern. Der Kartenverkauf für die Saison 2019 beginnt am 1. Oktober 2018.