Brahms Festival Lübeck vom 6. bis 14. Mai, hier Bild eines Sinfoniekonzerts in der MHL Foto: Olaf Malzahn

Brahms Festival Lübeck vom 6. bis 14. Mai, hier Bild eines Sinfoniekonzerts in der MHL Foto: Olaf Malzahn

Studenten und Dozenten musizieren

Die Musikhochschule Lübeck widmet sich intensiv in einer Konzertreihe der Frage, was Heimat sei und wie sie sich in Musik finden lässt.

Seit 26 Jahren widmet die Musihochschule Lübeck (MHL) ihr Festival dem gebürtigen Hamburger Johannes Brahms, der als 29-jähriger Wien zu seiner Wahlheimat erkor. In der Ferne wurde Musik zu seiner eigentlichen Heimat. In 21 Konzerten im Mai nähert sich das diesjährige Brahms-Festival dem vielschichtigen Heimatbegriff.

Die programmatischen Werke von Beethoven, Chopin, Brahms, Grieg, Mahler, Janáček, Zimmermann, Yun und Mack spiegeln viele Aspekte und Facetten der Heimaterfahrung: von romantischer Verklärung, über die Suche nach nationaler Identität bis hin zur Verlusterfahrung durch Migration oder Exil.

Über hundert Interpretinnen und Interpreten geben mit dem traditionellen Frühjahrs-Festival gleichzeitig einen Einblick in die Arbeit an der einzigen Musikhochschule des Landes Schleswig-Holstein. Besonderheit in Lübeck ist, dass die renommierten Dozentinnen und Dozenten gemeinsam mit ihren jahrgangsbesten Studierenden auf der Bühne stehen.

Mit „Sehnsucht", „Utopien", „Verlorene Heimat" und „Wahlheimat" sind die Konzerte unter anderem betitelt. Projektleiter ist Musikhistoriker Prof. Dr. Wolfgang Sandberger. Einmalig in der Hochschullandschaft, belegt das Festival mit 17 Kammermusikkonzerten in fünf Tagen auch den hohen Stellenwert der Kammermusik in der Ausbildung an der MHL. Eine Podiumsdiskussion zum Thema „Heimat", zwei Sinfoniekonzerte, Konzertreihen mit Studierenden, ein Nachtkonzert sowie musikpädagogische Angebote für Schülerinnen und Schüler gehören ebenfalls zum Festival, dessen Formate so vielfältig sind wie sein diesjähriges Motto.