Opera Stabile in Hamburg. Foto: Westermann

Opera Stabile in Hamburg. Foto: Westermann

Stützen der Gesellschaft für opera stabile

In Hamburg wird die Nachwuchsförderung junger Opernsänger eng mit der Frage neuer Möglichkeiten des Musiktheaters verbunden. Auch die Vermittlung der Kunstform Oper wird wichtiger.

Privatwirtschaftliches Engagement – sprich Geld von reichen Bürgern oder Unternehmen und nicht Geld vom Staat – hat Hamburg im Jahr 1678 mit der Eröffnung des ersten öffentlichen Opernhauses am Gänsemarkt zum Leuchtturm des Opernlebens in Deutschland gemacht. Wenn jetzt die Körber-Stiftung, die Deutsche Bank, die Hapag-Lloyd Stiftung und die Stiftung zur Förderung der Hamburgischen Staatsoper sich für das Musiktheater in der Hansestadt einsetzen, so steht das in allerbester Tradition.

„Das kulturelle Leben Hamburgs war von jeher durch breites bürgerschaftliches Engagement geprägt. Ich freue mich sehr, dass wir diese Tradition aufgreifen dürfen und mit den vier Partnern eine solide Grundlage schaffen konnten, die inhaltliche Neuausrichtung der opera stabile auf den Weg zu bringen“, so Opernintendant Georges Delnon bei der Vorstellung des Projekts.

Mit der Saison 2015/2016 beginnt an der Hamburgischen Staatsoper mit Opernintendant Georges Delnon und Generalmusikdirektor Kent Nagano eine neue Künstlerische Leitung. Ein wesentliches Element der Kontinuität ist dabei die opera stabile, für die ein eigenständiges künstlerisch-konzeptionelles Profil, eine neue „Marke“ im Bereich Musiktheater und Musiktheatervermittlung entwickelt wird.

Hierbei knüpft die opera stabile an die Ära von Rolf Liebermann und Peter Ruzicka an, als sie ein „Laboratorium“ für die Entwicklung neuer Musiktheaterformen gewesen ist.

In dieser Neukonzeption eines eigenständigen Profils werden drei Aspekte miteinander verbunden:

1.     Produktion von Musiktheater auf hohem künstlerischem Niveau.

2.     Die Nachwuchsförderung in allen Musiktheaterberufen (Internationales Opernstudio, „Akademie Musiktheater heute“ der Deutsche Bank Stiftung).

3.     Musiktheatervermittlung und Gewinnung eines neuen Publikums, wobei auch Initiativen und Projekte der Kooperationspartner einbezogen werden.

Die Hamburgische Staatsoper und die vier Förderpartner sehen im Sinne des Projektziels folgende hauptsächliche Arbeitsfelder des Projektes:

 Experimentierfeld für Nachwuchskünstler und zeitgenössisches Musiktheater – „Musiktheater im Labor“: Die opera stabile wird ein Produktions- und Aufführungsort für neues Musiktheater. Im Mittelpunkt dieses „Musiktheater im Labor“ stehen ausdrücklich künstlerisch-qualitative Fragen.

Musiktheatervermittlung – „Musiktheater als Ort gesellschaftlichen Austausches“: Wie drückt sich heute „Zeitgenossenschaft“ der Künste aus? In diesem Modul gibt das Projekt Einblick in künstlerische Prozesse und Arbeitsweisen. Es bietet mit Veranstaltungen und Formaten Raum für den Austausch über das Erlebte. Es bietet Einblick in handlungs- und (entsprechend) musikpsychologische Prozesse und gibt dem Publikum auf dem Wege der Vermittlung Anregungen zur eigenen Reflexion.

Audience Development – „Musiktheater neu verortet“: Welchem neuen „Bild von der Oper in den Köpfen“ wollen wir zur Entstehung verhelfen? Hierzu gehören Einblicke in Arbeitsweisen und Zusammenhänge, ebenso vielfältige Angebote des intensiven Hörens für unterschiedliche Zielgruppen.

Evaluation – „Musiktheater im Spiegel“: Wie ließe sich die begleitende Arbeit des Projektes modellhaft evaluieren und als Modell für institutionelles Lernen eines Opernbetriebes propagieren? Wie empfinden die Künstler diesen Versuch einer „Neuverortung“ der Gattung Musiktheater?

Die kontinuierliche Arbeit mit dem Internationalen Opernstudio der Hamburgischen Staatsoper bekommt durch die Kooperation eine neue Komponente: neben der im jährlichen Wechsel zwischen Barock und zeitgenössischem Repertoire stattfindenden Studioproduktion werden die jungen Sängerinnen und Sänger auch in Produktionen und Formaten der opera stabile eingebaut.

Die „Akademie Musiktheater heute“ hat sich als feste Größe im Bereich der Musiktheater-Förderung etabliert und schließt eine Lücke in der Nachwuchsförderung im Opernbereich. Im Rahmen der besonderen Kooperation mit der „Akademie Musiktheater heute“ der Deutsche Bank Stiftung finden jährlich die Abschlussproduktionen der Stipendiaten in der opera stabile statt und bereichern den Spielplan der Staatsoper Hamburg.