Gastgeber des Zaubersee Festivals: Das Luzener Sinfonieorchester. Foto: Vera Hartmann

Gastgeber des Zaubersee Festivals: Das Luzener Sinfonieorchester. Foto: Vera Hartmann

Tage russischer Musik in Luzern

Volle Konzentration auf die russische Kammermusik ermöglicht das Zaubersee Festival im kommenden Frühling. Mit dabei sind Truls Mørk und Mischa Maisky. Und kleine Abstecher in die Sinfonik.

Die siebte Ausgabe des Zaubersee Festivals fokussiert auf die russische Kammermusik. Insbesondere das Repertoire für Klavier und Cello sowie für Streichquartett steht im Zentrum. Das Festival hat zudem die Uraufführung zweier Werke von Mieczysław Weinberg im Programm. Darüber hinaus stellt Zaubersee 2018 hierzulande wenig bekannte Werke von Leo Ornstein, Wissarion Schebalin, Alexander Glasunow und Nikolai Miaskowsky vor. Erstmals lädt Zaubersee mit Behzod Abduraimov einen Artist-in-Residence ein. Dieser tritt in einem Rezital, im Duett mit dem Cellisten Truls Mørk, im Sinfoniekonzert mit dem Luzerner Sinfonieorchester sowie in einer Tanzproduktion im Geiste der «Ballets Russes» auf. Die erfolgreiche Zusammenarbeit von Mørk und Abduraimov, die 2017 bei Zaubersee begann, wird damit nach einer gemeinsamen Tournee durch die USA und Europa in Luzern fortgesetzt. Im Sinfoniekonzert vom 2. Juni im KKL Luzern zeigt sich Abduraimov mit Rachmaninoffs Klavierkonzert Nr. 2, mit dem er im Herbst 2017 gemeinsam mit dem Luzerner Sinfonieorchester unter der Leitung von James Gaffigan bereits das US-Orchester-Debut in Ravinia feierte. Als Abschluss interpretiert er mit seinem Mentor Stanislav Ioudenich Suiten für 2 Klaviere von Arensky und Rachmaninoff.

Das Eröffnungskonzert vom Mittwoch, 30. Mai 2018, im Hotel Schweizerhof Luzern ist ganz dem 70. Lebensjahr des Cellisten Mischa Maisky gewidmet. Maisky ist der einzige lebende Cellist, der bei den beiden Gründern der russischen Celloschule, Mstislaw Rostropovich und Gregory Piatigorsky studierte. Gemeinsam mit seinen Kindern Sascha (Violine) und Lily (Klavier) tritt der legendäre Musiker mit Werken von Rachmaninoff, Schostakowitsch, Skrjabin und Tschaikowsky auf.

Am Donnerstag, 31. Mai spielt der Schweizer Cellist Christian Poltéra mit dem Gringolts Quartett und dem Pianisten Stanislav Ioudenitch Raritäten von Ornstein, Glasunow und Tanejew. Ganz den russischen Streichquartetten widmet sich das Quatuor Danel am 1. Juni in der St. Charles Hall. Neben Rimsky-Korsakow und Tschaikowsky stehen die weniger bekannten Komponisten Nikolai Miaskowsky und Alexander Mossolow im Zentrum.

Der Abend des 1. Juni beleuchtet den Komponisten Nikolai Rimsky-Korsakow, der den Sommer des Jahres 1900 in Luzern verbrachte. Unter anderem interpretiert Ekaterina Semenchuk, Mezzosopran, seine Lieder. Am 2. Juni erwartet das Publikum eine Weltpremiere: Das Quatuor Danel, das 2014 mit einer Gesamteinspielung von Mieczysław Weinbergs Streichquartetten für Aufsehen sorgte, spielt die Uraufführungen seiner Werke «Improvisation» und «Romance», die kürzlich in Archiven wiederentdeckt wurden. Die Uraufführungen sind Teil einer zweitägigen Entdeckungsreise durch das russische Streichquartettschaffen des 19. Und 20. Jahrhunderts, die u.a. Raritäten von Schebalin, Blumenfeld, Ljadow, Miaskowsky und Mossolow ans Licht bringen.