Deutsche Stiftung Musikleben in der Elbphilharmonie. Foto: Felix Broede

Deutsche Stiftung Musikleben in der Elbphilharmonie. Foto: Felix Broede

Talentschmiede in der Elbphilharmonie

Das Kammermusikfest der Deutschen Stiftung Musikleben im Großen Saal der Elbphilharmonie geht in die zweite Runde. Stipendiaten und Alumni erarbeiten gemeinsam große Werke der Kammermusik und zeigen am Freitag, dem 12. Oktober 2018 um 20 Uhr.

Die Stipendiaten und Alumni der Deutschen Stiftung Musikleben zählen zu einer neuen Solistengeneration, die schon im jungen Alter international von sich reden macht. Bei ihrem Kammermusikfest im Großen Saal der Elbphilharmonie stellt die Stiftung Preisträger und Stipendiaten vor und hat Alumni eingeladen, mit jüngeren Stipendiaten gemeinsam Werke zu erarbeiten und aufzuführen.

Das Konzert eröffnen wird der Schlagzeuger Leon Lorenz (18). Seit 2018 studiert er an der Hochschule für Musik und Theater München bei seinem großen Vorbild und Alumnus der Deutschen Stiftung Musikleben: Alexej Gerassimez. Hochtalentiert und vielseitig überzeugt der junge Percussionist am Drum-Set wie Marimbaphon auch mit Eigenkompositionen, im Konzert ist er mit einem anspruchsvollen Werk von Iannis Xenakis zu erleben.

Die erst 15-jährige Geigerin María Dueñas begeistert bereits international. Seit 2016 wird sie von der Deutschen Stiftung Musikleben mit einer Meistervioline von Nicolaus Gagliano aus dem Deutschen Musikinstrumentenfonds gefördert und gewinnt zurzeit einen wichtigen Wettbewerb nach dem anderen: 2017 den Telemann Violinwettbewerb in Polen, den Leonid Kogan Violinwettbewerb in Belgien, die Luigi Zanuccoli Competition in Italien, die Zuhai Mozart Competition in China und 2018 den Yankelevitch Violinwettbewerb sowie jüngst den Vladimir Spivakov Violinwettbewerb in Russland. In der Elbphilharmonie feiert sie nun ihr Debüt als Solistin mit der virtuosen „Tzigane" von Maurice Ravel.

Als „Rising Star" konnte die Deutsche Stiftung Musikleben die langjährig geförderte und heute weltbekannte Pianistin Olga Scheps gewinnen. In einer mehrtägigen, intensiven Probenphase erarbeitet sie Robert Schumanns berühmtes Klavierquintett Es-Dur op. 44 gemeinsam mit jüngeren Stipendiaten: Leonard Fu (21, Violine), Anne Luisa Kramb (18, Violine), Silas Zschocke (20, Viola) und Marcel Johannes Kits (25, Violoncello), die alle Spitzeninstrumente aus dem von der Stiftung in über 25 Jahren aufgebauten Deutschen Musikinstrumentenfonds spielen.

Dass die Stipendiaten der Stiftung nicht nur als Solisten überzeugen, sondern auch leidenschaftliche Kammermusiker sind, beweist auch das Trio mit dem Oboisten Andrey Godik, dem Fagottisten Theo Plath und der Pianistin Kiveli Dörken. Sie zählen zu den weit fortgeschrittenen Stipendiaten der Stiftung, die ihren Weg bereits in hervorragende Orchester oder auf die Podien der großen Kammermusikfestivals gefunden haben.

Das Finale des Konzerts gestaltet ein Ensemble, bei dem junges Können auf den besonderen Klang teilweise jahrhundertealter Instrumente trifft: Die 12 Bratschisten der Deutschen Stiftung Musikleben mit Alumnus Vladimir Babeshko an der 1. Viola und einer Bearbeitung zweier Werke von Johann Strauß. „Junge Musiker zu Kammermusikensembles zusammen zu bringen, ist ein wichtiger Schwerpunkt unseres Förderprogramms", so Irene Schulte-Hillen, seit über 25 Jahren Präsidentin der Deutschen Stiftung Musikleben. „Musik wird zur gemeinsamen Sprache, die verbindet. Gerade im intensiven Zusammenspiel kommt zum Ausdruck, wieviel Können und Energie in unseren jungen Stipendiaten steckt. Dank ihres engagierten Freundes- und Fördererkreises kann die Deutsche Stiftung Musikleben seit über 55 Jahren Wegbereiter sein für eine professionelle Karriere in der klassischen Musik und junge Begabungen mit finanzieller Unterstützung, einem passenden Instrument und wichtigen Auftrittserfahrungen fördern."

Die Deutsche Stiftung Musikleben fördert seit 1962 unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten den musikalischen Spitzennachwuchs in Deutschland. Derzeit begleitet sie rund 300 Stipendiaten zwischen 12 und 30 Jahren langfristig und individuell mit einem umfassenden Förderangebot: Über den 1993 gemeinsam mit der Bundesregierung gegründeten Deutschen Musikinstrumentenfonds stattet die Stiftung aufstrebende Streicher mit hervorragenden Instrumenten aus. In der Konzertreihe „Foyer Junger Künstler" bietet die Stiftung ihren „Rising Stars" vielfältige Auftrittsmöglichkeiten. Kooperationen mit renommierten Orchestern und Festivals ermöglichen den jungen Künstlern, sich vor großem Publikum zu präsentieren. Ein breit gefächertes Stipendien- und Patenschaftsprogramm reicht von Sonderpreisen beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert" über die Finanzierung von Meisterkursen und Studiengängen im Ausland bis hin zu Jahrespatenschaften. Die Stiftung wird ehrenamtlich geleitet, seit 1992 von Irene Schulte-Hillen, und bestreitet ihr Förderprogramm ohne staatliche Zuschüsse fast ausschließlich über die Zuwendungen ihrer Freunde und Förderer, die sich mit Spenden, Zustiftungen und testamentarischen Verfügungen, mit Künstlerpatenschaften, Instrumententreugaben oder ehrenamtlichen Einsatz engagieren.