Eröffnung der 41. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik. Foto: Perktold

Eröffnung der 41. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik. Foto: Perktold

Tirol und Mantua - eine lange Geschichte

Das erste Wort hatte die Musik. Mit dem Duett „Kann dich mein Arm umschließen" aus Reinhard Keisers Sing-Spiel „Octavia" leiteten Sänger und Musiker der diesjährigen BAROCKOPER:JUNG die Eröffnung der 41. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik ein.

Im Mittelpunkt der 41. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik stehen die Liebe in der Sprache der Alten Musik, starke Frauen in der Kunst und in der Geschichte sowie der Komponist Claudio Monteverdi. Seine Oper „Il ritorno d'Ulisse in patria", Eröffnungsoper der diesjährigen Festwochen, führe an den Beginn der europäischen Dichtkunst, erinnerte die Tiroler Landesrätin für Bildung, Familie und Kultur, Beate Palfrader, an Homers „Odyssee", jene 3000 Jahre alte Geschichte der großen Sehnsüchte und Hoffnungen. Odysseus' Ehefrau Penelope halte in 20 Jahren des Wartens ihrem Ehemann die Treue, weil sie an ihre Liebe glaube, so Palfrader. Auch Innsbrucks Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer ging auf das zentrale Festwochen-Motto von der Liebe ein.

Musik von Monteverdi erklang in Form seines Madrigals „Zefiro torna", musiziert von Ensemblemitgliedern aus der Produktion von „Ulisse". Festwochen-Intendant Alessandro De Marchi unterhielt die Festgäste mit einer launigen Einführung zu einer Mozart-Sonate für vier Hände, die er gemeinsam mit dem Dirigenten der BAROCKOPER:JUNG, Jörg Halubek, ebenso vergnüglich spielte. Tirols Landeshauptmann Günther Platter schlug schließlich den Bogen von Innsbruck in die oberitalienische Stadt Mantua, über der aus Tiroler Sicht ein dunkler Schatten liege, seit dort im Jahr 1810 der Freiheitskämpfer Andreas Hofer hingerichtet wurde.

Dabei gebe es historisch auch gute Beziehungen Innsbrucks und Tirols zu Mantua, die durch die zweite Ehefrau von Tirols Erzherzog Ferdinand II. entstanden: Anna Caterina von Gonzaga. Die Familie der Gonzagas regierte jahrhundertelang regierte und war zwei Jahrzehnte lang Arbeitgeber des Musikers Claudio Monteverdi, dessen 450. Geburtstag die Musikwelt in diesem Jahr feiert. Durch Monteverdis Musik, die bei den diesjährigen Festwochen im Mittelpunkt steht, falle heute viel Glanz auf Mantua und die historischen Beziehungen zu Innsbruck. Und Monteverdis Musik würde die Menschen auch nach vier Jahrhunderten mit ihrer Gegenwärtigkeit begeistern.