Das Roger Dawson Septett in Van Gelders Studio in Englewood Cliffs  (v. l. ): Milton Cardona, Hilton Ruiz, Rudy Van Gelder, Roger Dawson, John Betsch, John Purcell, Anthony Cox, Claudio Roditi. Foto: Stephborel

Das Roger Dawson Septett in Van Gelders Studio in Englewood Cliffs (v. l. ): Milton Cardona, Hilton Ruiz, Rudy Van Gelder, Roger Dawson, John Betsch, John Purcell, Anthony Cox, Claudio Roditi. Foto: Stephborel

Tontechniker Rudy Van Gelder ist tot

Die Stars wie Miles Davis standen vor den Mikrofonen. Und er hielt die klanglichen Fäden zusammen: Tontechniker Rudy Van Gelder prägte die Jazzgeschichte durch seine Auffassung des Klanges mit. Mit 91 Jahren ist er nun verstorben.

Eine Schwäche beim Umgang mit dem Klang des Klaviers attestierte Karl Lippegaus dem Toningenieur Rudy Van Gelder im FONO FORUM Januarheft dieses Jahres bei seiner Besprechung einer Neuauflage des legendären Coltrane-Albums A Love Supreme. In nur einer Session entstand die Musik. Lippegaus beschreibt, wie Van Gelder an seiner Zweispurmaschine hantierte, da das nachträgliche Abmischen unmöglich gewesen sei. Es war die Zeit, als der moderne Jazz seine Identität fand, die im Schaffen von Jahrundertkünstlern wie Miles Davis oder eben John Coltrane ihren prägenden Klang fand. Für die Konservierung und tontechnische Ästhetisierung dieses Klangs war in vielen Fällen Rudy Van Gelder zuständig.

Jetzt ist der in New Jersey geborene klangtechnische Mitgestalter der Art, wie der Jazz in en 50er und 60er Jahren klang, mit 91 Jahren gestorben. Van Gelder wurde besonders durch seine Aufnahmen für das Label Blue Note bekannt. 1955 schaffte dieses - auch Dank Van Gelder - den Durchbruch mit Horace Silver und "The Preacher". Ein neuer Sound war geboren und fand durch die Langspielplatte viele Liebhaber. Der Einfluss von Van Gelder reicht bis in unsere Zeit. Auch das verstärkte Interesse an der Vinylplatte wird sicher dazu beitragen, die Leistung Van Gelders auch künftig angemessen zu würdigen.