Die 15-jährige Geigerin Rika Tanimoto aus Tübingen. Foto: Deutsche Stiftung Musikleben

Die 15-jährige Geigerin Rika Tanimoto aus Tübingen. Foto: Deutsche Stiftung Musikleben

Traum eines Nashorns überzeugt Fachleute

In Kassel dokumentiert die Jugend, was sie musikalisch drauf hat: Die Deutsche Stiftung Musikleben verleiht Preise im Wert von insgesamt 40.500 Euro an die erfolgreichsten Teilnehmer des Bundeswettbewerbs „Jugend musiziert“.

Rund 2400 junge Musiker im Alter ab 13 Jahren haben sich zum Bundeswettbewerb von „Jugend musiziert“, der in diesem Jahr in Kassel stattfand, zusammengefunden. Seit Gründung dieses bedeutendsten nationalen Musikwettbewerbs vor 53 Jahren ist die Deutsche Stiftung Musikleben preisstiftende Partnerin und zeichnet die höchstpunktierten Nachwuchsvirtuosen mit Sonderpreisen aus. Alle Preisträger bekommen die Chance, in das Förderprogramm der Stiftung aufgenommen zu werden. Ihnen stehen somit auf ihrem weiteren musikalischen Werdegang die Türen offen zu Instrumentenleihgaben aus dem Deutschen Musikinstrumentenfonds, Konzertauftritten, Patenschaften und weiteren Stipendienpro- grammen.

Die 15-jährige Geigerin Rika Tanimoto aus Tübingen hat die Jury mit Werken von Bach, Prokofjew und Ysaÿe ganz besonders überzeugt. Ihr verleiht die Stiftung in der Kategorie „Streichinstrument solo“ als Jahresstipendium den Eduard Söring-Preis, mit 6.000 Euro höchstdotierte Auszeichnung des Wettbewerbs, gestiftet von dem langjährigen Förderer Dr. Detlef Kohlhase. Bereits seit 2011 nimmt Rika (2000 in Japan geboren, mit vier Jahren nach Deutschland gezogen) regelmäßig an „Jugend musiziert“ teil, fast immer errang sie dabei die Höchstpunktzahl.

Mit dem Hans Sikorski-Gedächtnispreis in Höhe von 1.500 Euro, gestiftet von den Sikorski-Musikverlagen in Erinnerung an den Mitgründer der Stiftung, wird die beispielhafte Interpretation des Werkes eines noch lebenden Komponisten ausgezeichnet. Er wird dem 16-jährigen Hornisten Felix Hüttel aus Weisenheim am Sand und der 17-jährigen Pianistin Sophie Charlotte Korgitzsch aus Bad Dürkheim verliehen für ihre Interpretation der Sonate für Horn und Klavier op. 24 (1978) des norwegischen Komponisten Trygve Madsen (*1940). Der Komponist selbst nannte eines seiner Stücke „Der Traum eines Nashorns“, was sehr treffend auf den humoristischen und fantastischen Charakter seiner Kompositionen weist. Dass man lustvoll und furchtlos an Neue Mu- sik herangehen kann, hat das Duo aus Rheinland-Pfalz beim Wettbewerb mit Bravour bewiesen.