Aigerim Seilova. Foto: Tumen Dondukov

Aigerim Seilova. Foto: Tumen Dondukov

Hindemith-Preis 2019 für Aigerim Seilova

Die kasachische Komponistin Aigerim Seilova erhält den mit 20.000 Euro dotierten Hindemith-Preis 2019. Sie durchbreche mit ihrer Musik Hörgewohnheiten und gebe neue Denkanstöße, heißt es in der Begründung.

»Aigerim Seilova besticht durch eine hohe Professionalität im kompositorischen Handwerk und durch eine originelle Klangsprache, die auf faszinierende Weise eruptive Spannung und ruhiges Fließen verbindet. Sie hat sich erfolgreich in unterschiedlichen Stilen ausprobiert. Dabei hat sie eine eigene Handschrift entwickelt, die neue Wege beschreitet, ohne ihre musikalischen Wurzeln zu verleugnen«, sagt Dr. Christian Kuhnt, Intendant des Schleswig-Holstein Musik Festival und Vorsitzender der Jury des Hindemith-Preises.  

Der Hindemith-Preis wird 2019 zum 30. Mal verliehen und von Schleswig-Holsteins Kultusministerin Karin Prien am 26. August im Rahmen eines Preisträgerkonzerts übergeben. Auf dem Programm stehen dann nicht nur Werke von Seilova, sondern auch von Paul Hindemith sowie die Uraufführung eines Auftragswerks für das Schleswig-Holstein Musik Festival von der Hindemith-Preisträgerin 2018 Clara Iannotta.  

Paul Hindemith setzte sich für den musikalischen Nachwuchs ein und war insbesondere bekannt für sein musikpädagogisches Wirken. In seinem Sinne fördert der Hindemith-Preis herausragende junge, zeitgenössische Komponisten. Seit 1990 wird der Preis im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festival verliehen. Gestiftet wird er von der Hindemith-Stiftung (Blonay/Schweiz), der Rudolf und Erika Koch-Stiftung, der Walther und Käthe Busche-Stiftung und Gerhard Trede-Stiftung, der Freien und Hansestadt Hamburg und dem Land Schleswig-Holstein.

Zu den Preisträgern der letzten Jahre zählen Matthias Pintscher (2000), Thomas Adès (2001), Jörg Widmann (2002), Lera Auerbach (2005), Anna Clyne (2016) und Samy Moussa (2017). Die Jury besteht aus Prof. Dr. Andreas Eckhardt (Fondation Hindemith), der Kultusministerin von Schleswig-Holstein Karin Prien, Dr. Christian Kuhnt (SHMF), Prof. Elmar Lampson (Gerhard Trede Stiftung und HfMT Hamburg), Silvia Neumann (Behörde für Kultur und Medien Hamburg), Prof. Rico Gubler (Musikhochschule Lübeck) und Prof. Dr. Dr. h. c. Hermann Rauhe (Franz Wirth Gedächtnis Stiftung).  

Die Kasachin Aigerim Seilova wurde 1987 geboren. Sie begann ihre musikalische Ausbildung im Alter von fünf Jahren mit klassischem Klavierunterricht. Mit sieben Jahren komponierte sie eine Kinderoper, die zur Aufführung gebracht wurde. Nach Abschluss ihres Klavierstudiums an nationalen und internationalen Musikhochschulen studierte sie Komposition am Moskauer Konservatorium bei Leonid Bobylev und Yuri Kasparov. An der Hochschule für Musik und Theater Hamburg setzte sie ihr Studium bei Georg Hajdu fort. Seilova komponiert für Soloinstrumente, kammermusikalische Besetzungen und Orchester. Aufgeführt wurden ihre Werke unter anderem bei Festivals wie Spring in the Negev in Deuschland und Israel, next_generation 6.0 in Karlsruhe, Blurred Edges in Hamburg, Nauryz XXI in Kasachstan und beim Festival für zeitgenössische Musik in Russland. 2016 erhielt sie ein Stipendium im Fach Komposition am Tanglewood Music Center des Boston Symphony Orchestra. Aigerim Seilova lebt in Hamburg. Sie ist verheiratet und hat ein Kind.