Christian Thielemann und die Staatskapelle gastieren in Prag. Foto: Matthias Creutziger

Christian Thielemann und die Staatskapelle gastieren in Prag. Foto: Matthias Creutziger

Über Beethoven zu Dvořák

Am 8. September jährt sich der Geburtstag von Antonìn Dvořák zum 175. Mal. In Prag wird das mit vielen Gastspielen gefeiert. Das Prager Dvořák Festival gilt als Höhepunkt im tcheschichen Musikleben.

Mit Werken von Ludwig van Beethoven, Max Reger und Richard Strauss eröffnet die Staatskapelle Dresden unter Christian Thielemann das Dvorak-Festival. Mit Beethovens Geigenkonzert D-Dur stellt sich der phänomenale dänische Geiger Nikolaj Znaider vor. „Ich bin über alle Maßen erfreut, dass wir in diesem Jahr die Möglichkeit haben, die feierliche Eröffnung in die Hände eines Orchesters zu legen, wie es die Staatskapelle Dresden mit ihrem Chefdirigenten Christian Thielemann ist, die genauso wie z.B. die Tschechische Philharmonie die Musik Dvořáks, die deutsche Musik sozusagen in den Genen hat.“ Beethoven war eins der größten Vorbilder Dvořáks, wovon eine Fotografie Beethovens zeugt, die Dvořák auf seinem Arbeitstisch stehen hatte. Die deutsche Musik hatte auf die Gestaltung von Dvořáks Talent riesigen Einfluss und das Publikum des Prager Dvořák-Festivals wird sie in der ausgesuchtesten Interpretation hören, “ sagt der Direktor des Festivals Marek Vrabec.

Zwischen dem 5. und 24. September werden im Rudolfinum neben der Sächsischen Staatskapelle z. B. das London Symphony Orchestra mit dem Dirigenten Gianandrea Noseda, das Ensemble Kremerata Baltica mit Gidon Kremer und das Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia unter der Leitung von Antonia Pappano zu Gast sein.

Eine außergewöhnliche Stellung hat in der Dramaturgie des Festivals das Residenzorchester, die Tschechische Philharmonie, das für die Zuhörer systematisch auch weniger bekannte Werke Dvořáks vorbereitet. In diesem Jahr erklingen unter dem Taktstock von Jakub Hrůša die vier symphonischen Dichtungen, die Dvořák nach Motiven der Kytice (Blumenstrauß) von Karl Jaromír Erben komponierte und dazu das weniger aufgeführte Píseň bohatýrská (Heldenlied).

Unter der Leitung von Jiří Bělohlávek trägt das Orchester vollständig die Konzert-Präludien Dvořáks aus dem Zyklus Natur, Leben (Karneval), Liebe (Othello) vor. Ein Höhepunkt des Festivals wird Dvořáks fast unbekannter umfangreicher Liederzyklus Cypřiše sein, den der Tenor Pavel Černoch und der Pianist Ivo Kahánek gemeinsam vorstellen.

Die Festivalabende werden Solisten wie Boris Berezovsky, Hilary Hahn und Gil Shaham nach Prag bringen. Kurator der Konzertreihe ist zum ersten Mal eine ausländische Persönlichkeit, der britische Geiger und "Popularisator" des Musikgeschehens Daniel Hope. Auch in diesem Jahr lockt das Festival zu Konzerten in den St. Veits-Dom, in dem das britische Ensemble Tallis Scholars gemeinsam mit dem von Lukáš Vasilek geführten Ensemble Martinů Voices, dem Quartett Martinů und weiteren tschechischen Solisten auftreten wird.

www.dvorakovapraha.cz