Bringt seine Stimme in Berlin ein: Christoph Prégardien. Foto: Gunnar Geller Warnermedia

Bringt seine Stimme in Berlin ein: Christoph Prégardien. Foto: Gunnar Geller Warnermedia

Ultraschall hört auf die Stimme

Im Januar geht es beim Berliner Ultraschall-Festival um die vielen Möglichkeiten, wie die menschliche Stimme klingen kann. Und was die Musik daraus macht. Namhafte Solisten wie Christoph Prégardien und Mojca Erdmann lassen sich dazu hören.

Die Sender Deutschlandradio Kultur und Kulturradio von Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) veranstalten vom 18. bis zum 22. Januar „Ultraschall Berlin 2017". Das Festival für neue Musik lotet in seinem 19. Jahrgang die unterschiedlichsten Ausdrucksmöglichkeiten der Stimme aus.

Vom Solo-Recital über vokale Kammermusik bis hin zum großen Orchesterlied reichen die Besetzungsvarianten der Sing-Stimme. Darüber hinaus widmen sich verschiedene Werke der Sprech-Stimme, so im Kontext eines Orchestermelodrams, einer Lesung oder einer Lecture-Performance. Rund ein Dutzend Ur- und Erstaufführungen werfen Schlaglichter auf die aktuellen Entwicklungen in der neuen Musik. Gleichzeitig macht Ultraschall Berlin Werke der jüngeren Vergangenheit in neuem Kontext erlebbar und lädt zu Exkursionen in nahezu völlig unbekannte musikgeschichtliche Territorien ein, wie beispielsweise nordeuropäische oder alpenländische Vokaltraditionen.

Die Stimme ist stets auch Ausdruck menschlichen Bewusstseins, was eine zweite programmatische Ebene eröffnet: Viele der aufgeführten Werke dieses Festivaljahrgangs erzählen von unserer unmittelbaren Gegenwart. Dabei geht es um Migration und Exil, um Unterdrückung und Vertreibung aus der Heimat ebenso wie um die Kraft regionaler Gesangstraditionen, die sich auch in einem experimentellen Kontext entfaltet. Auf dem Programm stehen unter anderem Werke von Sergej Newski, Turgut Erçetin, Carola Bauckholt, José-María Sánchez-Verdú, Wolfgang Rihm und Lucia Ronchetti. Jennifer Walshe ist als Interpretin eines eigenen Werkes zu erleben.

Gesangs- und Stimmsolisten des diesjährigen Festivals sind unter anderen Mojca Erdmann (Sopran), Christoph Prégardien (Tenor), Marisol Montalvo (Sopran), Jennifer Walshe sowie die beiden Schauspieler Gerd Wameling und Udo Samel. Das Deutsche Symphonie-Orchester umrahmt das Festival mit der Gestaltung des Eröffnungskonzertes unter Johannes Kalitzke und des Abschlusskonzertes unter Dennis Russell Davies. Zu den weiteren Interpreten gehören Johannes Moser (Violoncello), das Ensemblekollektiv Berlin, das Kuss Quartett, das Solistenensemble PHØNIX16, Daniel Gloger (Countertenor) und Katharina Bäuml (Schalmei), die Neuen Vocalsolisten und das ensemble recherche.

Die Konzerte von „Ultraschall Berlin 2017 – Festival für neue Musik" finden im Großen Sendesaal des rbb im Haus des Rundfunks, im Radialsystem V und im Heimathafen Neukölln statt.

ultraschallberlin.de