Kurt Masur ist auch in Usedom unvergessen. Foto: Geert Maciejewski

Kurt Masur ist auch in Usedom unvergessen. Foto: Geert Maciejewski

Usedom wahrt Andenken Masurs

Als Ehrengast erwartet das Festival Tomoko Sakurai-Masur, die Witwe Kurt Masurs. Sie gab das erste Festivalkonzert im Jahre 1994 auf der Seebrücke in Seebad Ahlbeck und ist dem Usedomer Musikfestival seitdem eng verbunden.

Kurt Masur hinterließ Spuren auf Usedom. Unter seiner Schirmherrschaft wuchs das Usedomer Musikfestival – heute das kulturelle Highlight der Sonneninsel – heran. Im traditionsreichen Sommerkonzert des Festivals gedenken hochkarätige Musiker des großen Dirigenten und Humanisten. Am Sonntag, den 4. September 2016 präsentiert das Gewandhaus-Quartett um den Konzertmeister des Gewandhausorchesters, Frank-Michael Erben und der Soloklarinettist der Berliner Philharmoniker, Walther Seyfarth ein Gipfeltreffen der Klassiker: Mit Haydn, Mozart und Mendelssohn Bartholdy erklingen im Ambiente des Kaiserbädersaals in Seebad Heringsdorf kammermusikalische Werke, die Masur viel bedeuteten. Zugleich erhält der 15-jährige schwedische Violinist Daniel Lozakovich den auf 5000 Euro dotierten Usedomer Musikpreis der Oscar und Vera Ritter-Stiftung. Er spielt Bachs Chaconne aus der Partita d-Moll – ein Paradestück der Geigenliteratur.

Intendant Thomas Hummel: „Unvergessliche Momente verbinden das Usedomer Musikfestival und seine Gäste mit Kurt Masur. Seine Konzerte und Meisterkurse waren mehr als Musik, es waren gesellschaftliche Ereignisse, getragen von seiner Botschaft des Friedens und der Völkerverständigung. Das Gewandhaus-Quartett und auch die Berliner Philharmonikern musizierten gemeinsam mit Kurt Masur. Und gemeinsam wollen wir seinen Geist, der auch das Usedomer Musikfestival entscheidend geprägt hat, in unserem festlichen Sommerkonzert 2016 beleben und damit auf das 23. Usedomer Musikfestival vorausblicken.“

Das Gewandhaus-Quartett sei ein „Ensemble mit Weltruhm“ bezeichnete einst die Jury des Mendelssohn-Preises diese seit fast 200 Jahren bestehende Musikinstitution. Bereits Clara Schumann, Johannes Brahms, Edvard Grieg oder Arthur Nikisch musizierten mit dem Quartett. Heute gilt das Ensemble als älteste, ohne Unterbrechung existierende Streichquartettformation. Die Besetzung formiert sich traditionell aus den aktuellen Konzertmeistern, dem Solobratscher und dem Solocellisten des Leipziger Gewandhausorchesters. „Das Gewandhaus-Quartett zählt zu den weltweit herausragenden Streichquartetten mit einem ausgesprochenen Sinn für die Traditionspflege“, sagt Thomas Hummel. Besonders am Herzen liege den Musikern der Komponist Felix Mendelssohn Bartholdy. Auch Kurt Masur pflegte dessen Erbe. Er war als Gewandhaus-Kapellmeister ein Nachfolger Mendelssohns, der diese Tätigkeit gut 150 Jahre zuvor ausgeübt hatte.

In diesem Jahr steht vom 24. September bis 14. Oktober das Musikland Schweden im Mittelpunkt. Das Usedomer Musikfestival feiert für drei Wochen in Schlössern, Kirchen, Hotels und Mecklenburg-Vorpommerns größtem Industriedenkmal in Peenemünde Schwedens Kultur auf Usedom. Die Insel Usedom und die angrenzende Region gehörten von 1648 bis 1720 zum schwedischen Staatsgebiet, in einer Zeit in der die Großmacht Schweden die gesamte Ostseeregion prägte. Höhepunkte sind ein Konzert mit der schwedischen Mezzo-Sopranistin Ann Hallenberg gemeinsam mit dem Ensemble „Il pomo d’oro“ und Krimi-Autorin Donna Leon als Konzertpatin oder die Schauspielerin Anna Thalbach und das Boulanger Trio. Traditionsreiche Gipfeltreffen sind die Peenemünder Konzerte mit Stars von der Ostsee: dem Geiger Gidon Kremer, der Kremerata Baltica, Kristjan Järvi und erstmals auch dem Baltic Sea Philharmonic im Eröffnungskonzert unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel. Der Pianist Jan Lisiecki und das NDR Elbphilharmonie Orchester unter Thomas Hengelbrock krönen Festivalfinale und Abschluss der Saison im Musikland Mecklenburg-Vorpommern.