Veränderungen beim Jazzfestival Neuwied 2018

Das Jazzfestival Neuwied findet vom 28. - 30. September 2018 zum 41. Mal statt. Nach 40 Jahren allerdings an einem neuen Spielort und in einem veränderten Format.

Neuer Spielort des Jazzfestivals in Neuwied ist Schloss Engers. Im Ambiente des Schlosses präsentiert das Festival im "schönsten Rokokosaal am Rhein" (so der Veranstalter) und in der Kapelle am Schloss drei exklusive Konzerte.      

Los geht es am Freitag, 28. September 2018, um 19.30 Uhr im Dianasaal von Schloss Engers mit Renaud Garcia-Fons. Der „Paganini des Kontrabass" zählt zu den außergewöhnlichen Musikern der Jazz- und Weltmusikszene. Als einer der virtuosesten Kontrabassisten der Gegenwart übertrifft der Franzose auf seinem Instrument vieles, was im Jazz bis dato möglich schien. Er spielt bevorzugt einen fünfsaitigen Kontrabass, der ihm ungewöhnliche spieltechnische und klangliche Effekte gerade in den höchsten Lagen des Instruments gestattet. In Kombination mit seiner ausgefeilten Zupf- und Bogentechnik brachte er es zu hoher Virtuosität und ließ ihn zur Weltspitze aufsteigen. Sein Publikum entführt der Bassist dabei jedes Mal an neue, unentdeckte Orte – in die einzigartige Welt von Renaud García-Fons: „Ich habe immer daran gearbeitet, Musik ohne Abgrenzungen, oder Grenzen im Stil zu erschaffen, eine Musik, um eine imaginäre Reise zwischen dem endlosen Raum und der Zeit zurückzulegen."      

Am Samstag, 29. September 2018, um 20.30 Uhr tritt in der Kapelle am Schloss Engers Ralph Towner auf. Ob an der klassischen oder an der 12-saitigen Gitarre: Towners Stil ist unverkennbar. Der weltweit renommierte Meister ist seit über 40 Jahren ein bedeutender ECM-Künstler. Er spielte mehr als 30 Alben für das Label ein. Anfang der siebziger Jahre  gründete er mit Glen Moore, Collin Walcott und Paul McCandless  die Gruppe Oregon. Daneben arbeitete er mit Musikern wie Keith Jarrett, Jan Garbarek, John Abercrombie, Egberto Gismonti,Gary Burton, Jack DeJohnette u.v.a. 

Towner komponierte Orchesterwerke, die u. a. vom Stuttgarter Opernorchester und dem dem Indianapolis Symphony Orchestra  aufgeführt wurden. Sein vielschichtiges Gitarrenspiel hat nicht nur die Musik seiner Band Oregon über Jahrzehnte geprägt, sondern alle seine Soloalben und Konzerte zu einem einmaligen Klangerlebnis gemacht. Er denke die Gitarre vom Piano her, sein größter Einfluss sei kein Gitarrist, sondern der Pianist Bill Evans gewesen. Der Gitarrist spielte u.a. auch mit Tim Hardin auf dem legendären Woodstock-Festival. Ralph Towner, der vor 39 Jahren erstmals in Neuwied auftrat, gibt am diesjährigen Jazzfestival eines seiner ganz raren Solokonzerte.  

Mit Martin Tingvall endet am Sonntag, 30. September 2018 das Festival. Er tritt im Dianasaal von Schloss Engers auf. Martin Tingvall, Pianist und Gründer des renomierten Tingvall Trios, kommt zu einem exklusiven Solokonzert nach Neuwied und stellt sein aktuelles Album vor. Wie gewohnt streift Martin Tingvall durch die folkloristischen Melodiewelten seiner nordischen Heimat und verbindet sie mit amerikanischen Jazzmustern und Elementen aus der europäischen Kunstmusik. Bach meets Edvard Grieg meets Thelonious Monk. Der Unterschied: Die Geschichte des immer rhythmisch vorwärtsdrängenden Keith Jarrett oder das Funky Piano von Chick Corea hält er für einen Moment an: Entschleunigung ist sein Motto. Egal, wie oft man Martin Tingvall zuhört – man hört niemals etwas zweimal. Man verfällt ihm jedes Mal aufs Neue – seinen Songs, seiner Energie und seiner zugänglichen Art.