Sieger beim Solti-Wettbewerb 2017: Valentin-Uryupin. Foto: Tibor Pluto/Solti-Wettbewerb

Sieger beim Solti-Wettbewerb 2017: Valentin-Uryupin. Foto: Tibor Pluto/Solti-Wettbewerb

Vereint in der Musik: Russland, China, USA

Der achte Internationale Dirigentenwettbewerb Sir Georg Solti ist entschieden: Gewinner des ersten Preises ist der 31-jährige Russe Valentin Uryupin. Der zweite Preis geht an Wilson Ng (27) aus China, den dritten Preis erhält der US-Amerikaner Farkhad Khudyev (31).

Beim öffentlichen, von der Fernsehjournalistin Ariane Binder moderierten Abschlusskonzert des Solti-Dirigenten-Wettbewerbs in der Alten Oper Frankfurt, standen die drei Finalisten am Pult des hr-Sinfonieorchesters, mit dem sie folgende – ihnen per Los zugeteilte – Werke zu Gehör brachten: Die Ouvertüre zu „Oberon“ von Carl Maria von Weber (Farkhad Khudyev), die Konzertouvertüre „Le Carnaval Romain“ von Hector Berlioz (Wilson Ng) und „Der Zauberlehrling“ von Paul Dukas (Valentin Uryupin). Alle drei Kandidaten dirigierten jeweils zudem Maurice Ravels „La Valse“.  
 
Lady Valerie Solti, Schirmherrin des Wettbewerbs und Vorsitzende der Jury, sagte bei der Verkündung der Entscheidung, zu der die Jurymitglieder nach Bewertung der beiden Probentage am Freitag und am Samstag sowie dem heutigen öffentlichen Finale gemeinsam gekommen sind: „Ich bin sehr beeindruckt von dem hohen Niveau der drei Finalisten. Georg Solti war es immer ein großes Anliegen, junge Talente zu fördern. Ich bin sicher, dass er heute von allen drei Kandidaten sehr begeistert gewesen wäre.“
 
Der erste Preis ist mit 15.000 Euro, der zweite Preis mit 10.000 Euro und der dritte Preis mit 5.000 Euro dotiert. Die Gewinner des ersten und zweiten Preises erhalten zudem Einladungen zu Dirigaten des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters bzw. des hr-Sinfonieorchesters. Die Badische Staatskapelle Karlsruhe, die Junge Deutsche Philharmonie, The Philadelphia Orchestra und das Tonhalle-Orchester Zürich stellen Gastdirigate oder Assistenzen in Aussicht.  
 
Wie erstmals 2015 wurde auch in diesem Jahr ein Publikumspreis vergeben. Über das Votum von 52,2 Prozent der abgegebenen 1.114 Stimmen durfte sich Valentin Uryupin freuen. Wettbewerbsleiter Dr. Burkhard Bastuck überreichte ihm einen originalen Dirigierstab von Sir Georg Solti aus dessen Frankfurter Zeit. Zum Abschluss des spannenden Vormittags erklang als Preisdirigat Edward Elgars „Pomp and Circumstance March No. 1“, dirigiert von Valentin Uryupin.
 
Die Jury der Endausscheidung setzte sich unter dem Vorsitz von Lady Valerie Solti aus folgenden Mitgliedern zusammen: Ingo de Haas (1. Konzertmeister des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters), Professor Leopold Hager (langjähriger Chefdirigent des Mozarteumorchesters Salzburg und des Philharmonischen Orchesters Luxemburg), Dr. Stephan Pauly (Intendant und Geschäftsführer der Alten Oper Frankfurt), Jeremy Rothman (Vizepräsident für künstlerische Planung, The Philadelphia Orchestra), Michael Traub (Leiter des Bereichs Musik und Orchester beim Hessischen Rundfunk, Orchestermanager des hr-Sinfonieorchesters) sowie Sebastian Weigle (Chefdirigent des Frankfurter Opern- und Museumsorchester und Generalmusikdirektor der Oper Frankfurt).  
 
293 junge Dirigentinnen und Dirigenten zwischen 20 und 35 Jahren aus 58 Ländern hatten sich zum diesjährigen Wettbewerb beworben, 22 von ihnen waren nach Frankfurt zu den Vorrunden (7.-9. Februar) mit dem Opern- und Museumsorchester und dem hr-Sinfonieorchester eingeladen worden, aus denen die drei Finalisten hervorgegangen sind.