Öffentlich-rechtliches Vivaldi-Experiment mit ein bisschen Klassik. Bild: WDR/Westdeutscher Rundfunk/Claus Langer

Öffentlich-rechtliches Vivaldi-Experiment mit ein bisschen Klassik. Bild: WDR/Westdeutscher Rundfunk/Claus Langer

Vivaldis fünfte Jahreszeit

Die öffentlich-rechtlichen Sender greifen tief in die Taschen der Gebührenzahler für die Bundesliga-Rechte. Für die Hochkultur scheinen sich manche Verantwortliche in den Sendern hingegen zu schämen.

Wie bekommt man Kinder zu klassischer Musik? Indem man die Klassik mit Pop mixt, so dass die Kinder gar nicht merken, dass sie Klassik hören - oder zumindest das Gefühl bekommen, dass Klassik ja gar nicht so schlimm sein kann, wenn sich z. B. ein Rapper damit befasst. Sie, geneigter Leser, halten das für Schwachsinn? In den Intendanzen deutscher öffentlich-rechtlicher Rundfunkanstalten gilt dies als Passepartout für die Verschiebung von Mitteln weg von der Klassik hin zu Mischprogrammen, in denen die Klassik alles darf, außer zu sehr aufzufallen.

In der ARD-Reihe "Ein ARD-Konzert macht Schule" wird dieses Jahr Vivaldi mit Rap kombiniert. Die Kids, so sagt man ja heute, sollen sich davon inspirieren lassen und eigene Beiträge dazu einsenden. Das Ganze soll in einer "fulminanten Crossovershow" münden. Der WDR setzt bereits seine PR-Maschinerie in Gang, um das Projekt zu bewerben. Mit dabei ist immerhin Rapper MoTrip. Schade, dass dessen bekannter Songtitel "Bleib so wie du bist" beim WDR keine Anwendung auf die Musik Vivaldis findet - die darf nicht bleiben, wie sie ist.