Die Usedomer Musikpreisträgerin 2017, Emilia Lomakova. Foto: Aiko

Die Usedomer Musikpreisträgerin 2017, Emilia Lomakova. Foto: Aiko

Völkerverständigung durch Musik

Zehn Länder, ein Meer – 25 Jahre, ein Festival: In sein silbernes Jubiläumsjahr startet das Usedomer Musikfestival bereits im Januar als Veranstalter der Internationalen Tage jüdischer Musik. Mit dabei: die Usedomer Musikpreisträgerin 2017, die Cellistin Emila Lomakova.

Vom 21. bis 24. Januar präsentiert das Usedomer Festival jüdische Musik und Gegenwartsthemen in Lesungen und Konzerten an Originalschauplätzen – den neu restaurierten Fachwerksynagogen von Stavenhagen und Röbel in Mecklenburg-Vorpommern, der Neuen Synagoge in Berlin und auch im Europäischen Zentrum der Solidarnosc in Danzig.

„Wir werden den Blick für das Schicksal der Juden über Deutschland hinaus weiten und setzen uns dafür ein, dass diese Geschichte niemals vergessen wird", so der Intendant des Usedomer Musikfestivals, Thomas Hummel. In besonderer Weise beleuchtet das Programm Geschichte und Gegenwart des Judentums in Polen und Deutschland. Klassiker jüdischer Musik erklingen genauso, wie populäre Filmmusik, verfemte Komponisten, wie solche, die im Sinne jüdischer Traditionen komponierten. Eine Diskussionsrunde mit dem bekannten Politologen Alfred Grosser und dem Publizisten Manfred Osten widmet sich in der Stiftung Neue Synagoge Berlin – Centrum Judaicum – und im Europäischen Zentrum der Solidarnosc in Danzig u. a. Tendenzen eines wiedererstarkenden Antisemitismus in Europa.

Eröffnet wird die Veranstaltungsreihe vom Geiger Piotr Plawner. Die Usedomer Musikpreisträgerin 2017, die Cellistin Emila Lomakova, gestaltet mit der Violinistin Noga-Sarai Bruckstein informative Konzerte rund um jüdische Musik für Schülerinnen und Schüler in Stavenhagen und Danzig. Hervorgegangen sind die Internationalen Tage jüdischer Musik aus den seit 2009 jährlich stattfindenden Synagogenrundfahrten des Usedomer Musikfestivals, die einladen, das jüdische Erbe Mecklenburg-Vorpommerns kennenzulernen. Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland unterstützt die seit 2016 bestehende Veranstaltungsreihe.

In der Jubiläumssaison setzt das traditionsreiche Usedomer Musikfestival ab dem 22. September ganz auf Völkerverständigung durch Musik. 1994 gegründet, stellt das Musikfestival seit 1999 Jahr für Jahr eines der zehn Ostseeanrainerländer exklusiv drei Wochen lang mit seiner Musik und seinen Musikern vor. 2018 erleben Musikfans erstmals alle Länder vereint – von Norwegen bis Russland, von Finnland bis Deutschland.

Große Namen versprechen länderverbindende Kulturerlebnisse im maritimen Flair Usedoms: die schwedische Sängerin Anne Sofie von Otter, das Baltic Sea Philharmonic unter der Leitung des in Estland geborenen Dirigenten Kristjan Järvi, die dänische Sängerin Gitte Hænning, das Johann-Strauß-Orchester Frankfurt/Main, die internationale Chorakademie Lübeck, die NDR Radiophilharmonie Hannover und viele mehr.

„Frieden, Humanität und Verständigung durch Musik, dafür setzen wir uns ein. Musikalische Hochkaräter des Ostseeraums werden so auch 2018 die schönsten Konzertorte der Sonneninsel Usedom zum Klingen bringen", freut sich Festivalintendant Thomas Hummel auf das bevorstehende Jubiläum. Die Höhepunkte werden die auf Initiative von Usedomer Musikfestival, Norddeutschem Rundfunk und Historisch-Technischem Museum gegründeten Peenemünder Konzerte.

Anlässlich der 100-Jahr-Feierlichkeiten zur Unabhängigkeit von Estland, Lettland, Litauen und Finnland nehmen das Baltic Sea Philharmonic unter der Leitung von Kristjan Järvi mit auf musikalische Reisen entlang der Ostseeküste. Den Abschluss der Saison gestaltet die NDR Radiophilharmonie Hannover unter Robert Trevino. Neuland ist Usedom für eine der bekanntesten Sängerinnen Schwedens: die Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter. Sie präsentiert Chansons, Popsongs und Lieder von Abba bis Bernstein, von Jacques Brel bis Jean Sibelius. Die enge Kooperation des Festivals mit Polen zeigt u. a. eine Rundfahrt auf der polnischen Nachbarinsel Wollin. Dort führt die internationale Chorakademie Lübeck Bachs h-Moll-Messe auf. Im Rahmen der Education-Programm des Festivals kürt das große Finalkonzert des Wettbewerbs „Die jungen Besten" seine Sieger mit der Verleihung des Achterkerke-Musikpreises 2018.