Der Stiftungsvorstand des Festspielhauses Baden-Baden mit Intendant Andreas Mölich-Zebhauser und Benedikt Stampa. Von links: Thorsten Klapproth, Andreas Mölich-Zebhauser, Prof. Horst Weitzmann, Benedikt Stampa, Prof. Ernst-Moritz-Lipp (Stiftungsvorstand

Der Stiftungsvorstand des Festspielhauses Baden-Baden mit Intendant Andreas Mölich-Zebhauser und Benedikt Stampa. Von links: Thorsten Klapproth, Andreas Mölich-Zebhauser, Prof. Horst Weitzmann, Benedikt Stampa, Prof. Ernst-Moritz-Lipp (Stiftungsvorstandsvorsitzender). Foto: manolopress.

Von Dortmund nach Baden-Baden

22 lang Jahre wird er das Festspielhaus Baden-Baden geleitet haben, wenn Andreas Mölich-Zebhauser im Sommer 2019 die Leitung an Bendedikt Stampa (Konzerthaus Dortmund) abgibt.

Benedikt Stampa (51) wird im Sommer 2019 neuer Intendant des Festspielhauses Baden-Baden. Dies gab der Stiftungsvorstand der privaten Trägerstiftung heute bekannt. Benedikt Stampa folgt auf Andreas Mölich-Zebhauser (64), der entschieden hat, mit Ende der Saison 2018/2019 in den Ruhestand zu gehen, dem Hause aber eng verbunden bleibt. Andreas Mölich-Zebhauser leitet das Festspielhaus Baden-Baden seit 1998.

„Wir sind froh, mit Benedikt Stampa einen profilierten Nachfolger für Andreas Mölich-Zebhauser gefunden zu haben. Der amtierende Intendant hat das Haus zu dem gemacht, was es heute ist und hinterlässt große Fußabdrücke in der internationalen Kulturlandschaft“, sagte Stiftungsvorstandsvorsitzender Professor Ernst-Moritz Lipp nach der Entscheidung. „Uns haben die herausragenden künstlerischen Leistungen Benedikt Stampas überzeugt. Er kann auf den Erfolgen der vergangenen Jahre aufbauen und ab der Saison 2019/2020 neue Impulse geben. Wir haben uns bereits heute für ihn entschieden, damit er genug Zeit zur Vorbereitung seines ersten eigengestalteten Programms hat.“

„An das Festspielhaus Baden-Baden berufen zu werden, stellt für mich eine große Ehre dar. Nach über zehn erfüllenden Jahren am singulären Konzerthaus Dortmund wende ich jetzt meine beruflichen Schritte frohen Mutes Richtung Südwesten“, sagte Benedikt Stampa zu seiner Wahl.

Der amtierende Intendant ist ebenfalls sehr zufrieden mit der Wahl seines Nachfolgers: „Benedikt Stampa ist ein gewinnender Mann, der die Sprache der Künstler spricht und rechnen kann. Unsere Koproduktionen haben uns freundschaftlich verbunden, und so freue ich mich ab sofort auf die Zusammenarbeit mit meinem Nachfolger in den nächsten Jahren. Das ist ja sonst eher selten und beweist wieder einmal, dass hier in Baden-Baden anders gedacht und gehandelt wird.“

Benedikt Stampa übernahm nach einem Studium in Münster und Hamburg (Musikwissenschaften, BWL und Kulturmanagement) von 1992 bis 1995 die Geschäftsführung der Hamburgischen Kulturstiftung. In dieser Funktion war Stampa neben der Programmarbeit auch verantwortlich für den Aufbau einer Fundraising-Struktur für die Projekte der Stiftung. 1995 wurde Benedikt Stampa zum Geschäftsführer der heutigen Laiszhalle in Hamburg berufen und war einer der ersten, die sich für den Bau eines neuen Konzertsaals in Hamburg einsetzten. 2005 wurde er zum Intendanten des noch jungen Konzerthauses Dortmund berufen, welches er innerhalb kürzester Zeit in die europäische Spitze führte. In den vergangenen Jahren war das Konzerthaus Dortmund auch immer wieder Schauplatz beispielhafter konzertanter Opernaufführungen wie bei Cecilia Bartolis Rollendebüt als Norma in Bellinis gleichnamigem Stück (2010) oder mit „Tristan und Isolde“ unter Esa-Pekka Salonen, einer Aufführung mit Videos von Bill Viola in einer Regie von Peter Sellars (2010). Thomas Hengelbrock leitete den ersten historisch-informierten „Parsifal“ (2013), Ligetis „Le Grand Macabre“ erklingt unter Sir Simon Rattle mit den Berliner Philharmonikern (Februar 2017) und wird von Peter Sellars für den Konzertsaal inszeniert.

Eine enge künstlerische Zusammenarbeit verbindet Benedikt Stampa mit weltweit führenden Dirigenten und Solisten wie Andris Nelsons, Yannick Nezét- Séguin, Esa-Peka Salonen, Valery Gergiev, Ingo Metzmacher, Cecilia Bartoli, Fazil Say oder Thomas Hengelbrock. Am Konzerthaus Dortmund entwickelte Benedikt Stampa wegweisende Formate wie „Junge Wilde“, „Popabo“, „Zeitinseln“ und „Exklusivkünstler“, die langfristige Beziehungen zu Künstlern der Gegenwart etablieren und ein junges Publikum an Klassik heranführen.

Das Festspielhaus Baden-Baden wurde 1998 eröffnet. Trägerin ist die private Kulturstiftung mit ihren derzeit 26 Stiftern, die neben dem Freundeskreis sowie weiteren privaten Förderern und Sponsoren maßgeblich zur Finanzierung des Betriebes beitragen. Regelmäßig gastieren die besten Klassik-Künstler der Welt in Baden-Baden. Seit 2013 feiern die Berliner Philharmoniker gemeinsam mit dem Festspielhaus Baden-Baden Osterfestspiele. Die Akustik des Festspielhauses Baden-Baden gilt als eine der besten der Welt.

www.festspielhaus.de