Neues Konzerterlebnis mit der Mobile-App Onstage Foto: Konrad Ćwik/OnStage

Neues Konzerterlebnis mit der Mobile-App Onstage Foto: Konrad Ćwik/OnStage

Vor dem Konzert bitte Handy einschalten

Die Basel Sinfonietta startet mit einer Weltpremiere in die Saison 2018/19. Dank der neu entwickelten Mobile App ONSTAGE kann das Publikum erstmals während eines Konzerts das musikalische Geschehen auf der Bühne als Stream auf dem Smartphone mitverfolgen.

Unter dem Titel «Crumb tanzt mit Beat» sind am 16. September im Musical Theater Basel eine Schweizer Erstaufführung von Beat Furrer sowie Werke von George Crumb und Harrison Birtwistle zu hören - und zu sehen. Im Konzert der Basel Sinfonietta, dem auf zeitgenössische Musik spezialisierten Orchester in Basel, muss das Publikum am kommenden Sonntag, 16. September, um 19 Uhr im Musical Theater Basel, nicht wie üblich aufgefordert werden, das Handy auszuschalten.

Im Gegenteil: Konzertbesucher können die kostenlose App ONSTAGE auf ihr Smartphone herunterladen, dieses ins Konzert mitbringen und sich im Saal mit dem speziell für das Konzert eingerichteten WLAN- Netzwerk verbinden. «Mit der neuen App ONSTAGE bringen wir das Erlebnis, mitten in einem Orchester zu sitzen, an jeden einzelnen Platz im Zuschauerraum», erklärt Basel Sinfonietta-Geschäftsführer Felix Heri das Konzept. «Die von unserer Partnerin, der polnischen Julian Cochran Foundation, entwickelte App kommt an unserer Saisoneröffnung weltweit erstmals zum Einsatz.»

Vier fixe Kameras auf der Bühne machen es möglich, dass das musikalische Geschehen während des Konzerts aus nächster Nähe und aus unterschiedlichen Blickwinkeln auf dem Smartphone-Display in Echtzeit mitverfolgt werden kann. Das Hörerleben bleibt dabei akustisch, das auf lautlos gestellte Handy empfängt lediglich Videodaten. Gleichzeitig bietet die App vertiefte Informationen zum Konzertprogramm und ermöglicht es dem Publikum, an einem Live-Chat teilzunehmen. Baldur Brönnimann, Principal Conductor der Basel Sinfonietta, stellt dem Publikum ein völlig neues Konzerterlebnis in Aussicht: «Dank dieser App können die Konzertbesucher mir und den Musikern auf die Finger schauen, sie können das Orchester von innen wahrnehmen, können unterschiedliche Kameraperspektiven anwählen, die Partitur mitverfolgen – also quasi an der Aufführung der Werke selber teilnehmen, so dass sie eigentlich nicht auf ihrem Platz sitzen, sondern mitten im musikalischen Geschehen.»

Die Augen und Ohren des Publikums werden staunen, dabei aber den Bodenkontakt nicht verlieren – denn die Basel Sinfonietta startet mit einem geerdeten Programm in die neue Saison: George Crumb, der US-amerikanische Tonmagier, entführt in «A Haunted Landscape» in eine unheimliche, irreale Landschaft, die er mit einer Vielzahl ungewöhnlicher Klangeffekte entstehen lässt. In Harrison Birtwistles «Earth Dances» wird das Orchester selbst zur Erdmasse; das Werk des geadelten englischen Tonschöpfers ist in sechs Gruppen geteilt, die als geologische Schichten zu verstehen sind, und erzeugt ebenso farbige wie massive Klangmassen. Dazu tritt mit dem in Wien lebenden Schweizer Komponisten und Ernst-von-Siemens-Musikpreis-Träger Beat Furrer ein weiterer Klangzauberer, dessen neustes Orchesterstück «nero su nero» (das als Schweizer Erstaufführung erklingt) auch auf die Farbe der Erde Bezug nimmt.