Göttinger Symphonie Orchester. Foto: Stefan Kimmel

Göttinger Symphonie Orchester. Foto: Stefan Kimmel

Vorspiel zu Sehnsucht und Verklärung

Noch bevor die eigentliche Saison des von Chefdirigent Christoph-Mathias Mueller geleiteten Göttinger Symphonie Orchesters beginnt, geht das Traditionsorchester auf eine kleine Tournee durch Norddeutschland.

Gemeinsam mit dem französischen Pianisten Alexandre Tharaud und Werken von Beethoven, Rachmaninov, Liszt und Schumann ist das Göttinger Symphonie Orchester mit seinem Chefdirigenten in Bremen (Die Glocke, 15.9.), Wilhelmshaven (Stadthalle, 16.9.) und Leer (Theater an der Blinke, 17.9.) zu Gast.

Offiziell wird die neue Saison, die unter dem Motto „Sehnsucht und Verklärung“ steht, am 30. September in der Stadthalle Göttingen eröffnet. Auf dem Programm stehen Werke von Schumann, Rudi Stephan, Reger und Sibelius. Solist des Abends ist der Geiger Kolja Lessing. Weitere Highlights der Saison sind u. a. eine Tournee nach China im Dezember 2016, Mahlers 3. Symphonie im Frühjahr 2017 sowie die für Mai 2017 geplante Haydn-Oper „L‘anima del filosofo ossia Orfeo ed Euridice“ mit der Sopranistin Simone Kermes.

Das Göttinger Symphonie Orchester blickt als Kulturbotschafter des Landes Niedersachsen auf eine über 150-jährige Tradition zurück und gestaltet jährlich etwa 100 vielfältige Konzerte, die jedes Jahr von ca. 90.000 Zuhörern besucht werden. Auf der Gastspielreise gibt Alexandre Tharaud sein Debüt mit dem GSO und interpretiert mit Rachmaninovs 2. Klavierkonzert eines der großen Klavierwerke. Der Komponist schrieb es zwischen 1900 und 1901 und brachte es dann als Solist in Moskau zur Uraufführung.

Der Saisonauftakt in Göttingen am 30. September steht unter dem Titel „Grenzgänger“, der sich durch die ungewöhnliche Werkauswahl des Abend erklärt: Schumanns Ouvertüre, Scherzo und Finale für Orchester op. 52 und die Lemminkäinen-Suite op. 22 von Sibelius umrahmen die beiden Solowerke des Abends: Rudi Stephans Musik für Geige und Orchester aus dem Jahre 1911 und die Aria für Violine und Orchester von Max Reger. 

Das Programm in Göttingen gliedert sich in mehrere Reihen. Das erste Konzert der Saison bildet gleichzeitig den Auftakt des ersten von zwei etablierten ‚Philharmonischen Zyklen‘, die in der Stadthalle Göttingen stattfinden und denen eine Werkeinführung vorangestellt ist. Die insgesamt elf Konzerte der beiden Reihen stellen bekannte Werke z. B. von Tschaikowsky, Beethoven und Mendelssohn Bartholdy, aber auch weniger bis unbekannten Komponisten wie Ernest John Moeran, Ahmed Adnan Saygun und Jewstignej Fomin vor.

Der Zyklus ‚Wiener Klassik‘ widmet sich der musikalischen Periode zwischen 1760 und 1810 und zeigt, welche Komponisten – über Haydn, Mozart und Beethoven hinaus – diese Musikepoche bereicherten. In diesen moderierten Konzerten erläutert jeweils ein Experte den inhaltlichen roten Faden des Abends. Im Zyklus ‚Kulturelle Begegnung‘ werden in der kommenden Saison die Musikkulturen der USA, der Britischen Inseln und von Zentralasien von verschiedenen Seiten beleuchtet.

‚Promenade‘ präsentiert gehobene Unterhaltungsmusik, während in den ‚Rathaus-Serenaden‘ Kammermusikwerke aus verschiedenen Kulturkreisen, Zeiten und Stilen vorgestellt werden. Denn das Göttinger Symphonie Orchester will das Orchester der Stadt für alle Bevölkerungsschichten jeglichen Alters sein.