Was ist jüdisch in der Oper?

In Zeiten, da schon das bloße Konstatieren von Unterschieden die Aggression vermeintllicher Toleranzwächter hervorrufen kann, ist es ein mutiges Projekt, ein Buch über den Einfluss jüdischer Frauen und Männer auf die Gattung Oper vorzulegen.

Der Verlag Conbrio hat namhafte und einflussreiche Frauen und Männer des Opernbusiness um Beiträge für ein Buch gebeten, das wie ein Reflex auf Richard Wagners unsägliche Schmäh-Schrift vom Judentum in der Musik anmutet.

Jede Annäherung an Thema ‚Judentum‘ erfordere ein multiperspektivisches Vorgehen, so der Verlag. Es gelte, Religion, Historie, Tradition zu reflektieren und Perzeptionen des Jüdischen zu diskutieren und zu hinterfragen. Die Publikation versucht nach Angaben des Verlags ein möglichst breites Spektrum abzudecken, um der Komplexität der Zielsetzung gerecht zu werden: Ganz im Sinne der Aufgabe der Europäischen Musiktheater-Akademie als Forum des Dialogs von Forschung und Praxis versammelt sie Beiträge internationaler Wissenschaftler und (Theater-)Praktiker wie Komponisten, Regisseure, Opernsänger, Synagogen-Kantoren, Intendanten und Kulturkritiker aus Europa, Israel und den USA, um Einsichten aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln zu garantieren.

Die Beiträge im Buch stammen von: Julie Brown, Aviel Cahn, David Conway, Chaya Czernowin, John Deathridge, Anat Feinberg, Ruth HaCohen, Hilde Haider, Jehoash Hirshberg, Ioan Holender, Andor Iszák, Vladimir Jurowski, Peter Konwitschny, Barrie Kosky, Moshe Leiser, Erik Levi, Benjamin Muller, Fania Oz-Salzberger, Frieder Reininghaus, Isolde Schmid-Reiter, Neil Shicoff, Mathias Spohr, Massimo Acanfora Torrefranca, Susanne Vill and Jossi Wieler.

Isolde Schmid-Reiter, Aviel Cahn (Hg): Judaism in Opera – Judentum in der Oper. Schriften der Europäischen Musiktheater-Akademie · Band 11, 2017, 368 Seiten, Paperback, zahlreiche Farbfotos  ISBN: 978-3-940768-68-1€ 34,00