Die Baltic Sea Symphony geht wieder an Land Foto: Peter Adamik

Die Baltic Sea Symphony geht wieder an Land Foto: Peter Adamik

Wassermusiken - nicht nur in der Elbphilharmonie

Modedesigner, Lichtinstallationen, Händel-Bearbeitungen: Das Baltic Sea Philharmonic ist wieder auf Tour - genauer auf zwei Touren: mit „Baltic Folk" und "Waterworks".

Im ersten Teil seiner „Waterworks"-Tour feierte das Baltic Sea Philharmonic außergewöhnliche Erfolge in Deutschland und Dänemark, nun folgt die zweite Tourphase: Im August freuen sich Ensemble und sein Gründungsdirigent und künstlerischer Leiter, Kristjan Järvi, auf Konzerte in Berlin (25. August, Young Euro Classic), Peenemünde (26. August, Usedomer Musikfestival), Lutherstadt-Wittenberg (27. August, Reformationssommer) und auf die ausverkaufte Hamburger Elbphilharmonie (29. August). Das Konzert in Berlin wird live durch den französisch-deutschen Fernsehsender ARTE übertragen.
 
Musikalisch deckt „Waterworks" ein breites Spektrum an „Wassermusiken" ab: Unter der Leitung von Kristjan Järvi beginnt das Orchester mit Bearbeitungen von Händels weltbekannter „Wassermusik". Es erklingen Arrangements von Charles Coleman und Gene Pritsker. Musikalischer Höhepunkt ist Philipp Glass' Wasser-Komposition Aquas da Amazonia und sein zweites Violinkonzert „Die amerikanischen Vier Jahreszeiten". Glass, einer der einflussreichsten Komponisten minimalistischer Musik feiert in diesem Jahr seinen 80.Geburtstag. Als Solist wird der russische Geiger Mikhail Simonyan das Ensemble begleiten.
 
Die Musik für „Waterworks" konzentriert sich damit ganz auf die lebensspendende Kraft des Wassers und reflektiert das Engagement des Ensembles für die Umwelt im Allgemeinen und die Ostsee im Besonderen. „Diese riesige Wasserfläche ist das Kraftwerk unserer Region", sagt Kristjan Järvi, „sie gibt uns alles Lebensnotwendige. Das ist auch der Grund, warum sich hier Menschen ansiedelten. Außerdem verbindet uns das Wasser über die Meere mit der ganzen Welt." Dieser Sinn für Verbundenheit über Grenzen hinweg sei immer schon zentrales Anliegen des Baltic Sea Philharmonic gewesen, sagt er: „Genauso wie das Wasser als verbindende Kraft der Menschheit verstanden werden kann, so verbindet unser Orchester die gesamte nordische Region von Norwegen bis nach Russland."

Die Leidenschaft Kristjan Järvis und des Baltic Sea Philharmonic für Innovationen wird mit „Waterworks" sichtbar: Ein neuer Ansatz der Präsentation von Musik, der neuestes Lichtdesign, Projektionskunst und Sounddesign verbindet, macht das Konzert für den Zuschauer anders erfahrbar. Für die Realisierung dieser Konzertshow arbeitet das Baltic Sea Philharmonic mit einem siebenköpfigen Team von Sunbeam Productions zusammen.

Dank der Zusammenarbeit mit dem estnischen Modeunternehmen Baltika Group bringen die Musiker des Baltic Sea Philharmonic auch einen neuen Look auf die Bühne. Die Designer von Monton, einem der fünf internationalen Marken der Baltika Group, kreierten 13 Outfits für Männer und neun für Frauen, die allesamt das Wasserthema des Konzertprogramms aufnehmen. Eine weitere Innovation der „Waterworks"-Tour: Drei Musiker des New Yorker Absolute Ensembles sind in das Orchester eingebunden. Der Trompeter Charlie Porter, der Bassist Mat Fieldes und der Perkussionist David Rozenblatt wiesen so auch auf Kristjan Järvis neue Aufnahme von Glass' „Aquas da Amazonia" mit dem MDR Radiosinfonieorchester hin.

Die Tour feiert auch ein Wiedersehen von Kristjan Järvi mit dem Violinisten Mikhail Simonyan. Beide arbeiteten bereits in vielen Orchestern zusammen. Mit dem London Symphony Orchestra nahmen sie die Violinkonzerte von Chatschaturjan und Barber im Jahre 2011 für die Deutsche Grammophon auf. „Unter den Dirigenten ist Kristjan Järvi unverwechselbar," sagt Simonyan, der bereits mit dem Baltic Sea Philharmonic 2011 tourte. „Es gibt da eine Freiheit in seiner Art Musik zu machen, die ich sehr mag. Der ganze Prozess des Probens und Aufführens ist so lebendig mit Kristjan." Der Violinist findet auch kreative Freiheit in Philipp Glass' zweitem Violinkonzert, das für ihn zu den schönsten Musikstücken zählt, die jemals geschrieben worden und zu einem der besten Werke des amerikanischen Komponisten. „Weil sich die musikalischen Elemente stetig wiederholen", sagt er, „hat der Solist die Möglichkeit die Phrasierung und Gestalt der Musik in einer sehr individuellen und persönlichen Weise zu gestalten."

Das Repertoire der zweiten Tour 2017 „Baltic Folk" fokussiert auf Russland, indem es die nostalgische Poesie von Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 2 mit der märchenhaften Magie von Strawinskys „Der Feuervogel" vereint. Letzteres spielen die Musiker des Baltic Sea Philharmonic komplett aus dem Gedächtnis. Das Programm beginnt mit dem gleichfalls kontemplativen, wie hymnischen „Swansong" des estnischen Komponisten Arvo Pärt. Das Baltic Sea Philharmonic startet seine „Baltic Folk" – Tour am 19. August in Visby, auf der schwedischen Insel Gotland. Danach folgen Konzerte zum Rheingau Musik Festival in Wiesbaden (20. August) und bei den Meraner Musikwochen in Italien (23. August). Zur Aufführung des Rachmaninow-Klavierkonzerts begleitet das Baltic Sea Philharmonic der gerade 15-Jahre junge russische Pianist Alexander Malofeev. Kristjan Järvi über das Talent: „Alexander ist in Russland bereits ein aufstrebender Star und wird von den angesehensten Künstlern seines Landes gepriesen. Ich freue mich, dass wir ihn einem breiteren internationalen Publikum vorstellen dürfen."

Das Baltic Sea Philharmonic tritt an, die Präsentation und Aufführung von Musik im 21. Jahrhundert zu revolutionieren. Seine Konzerte sind Spektakel, die Klang-, Licht- und Projektionskunst, aber auch Choreografien zu einer einzigartigen Konzerterfahrung verschmelzen.