Der sardische Trompeter Paolo Fresu. Foto: WDR/imago stock&people

Der sardische Trompeter Paolo Fresu. Foto: WDR/imago stock&people

WDR 4 widmet Paolo Fresu ein Porträt

Paolo Fresu kam 1961 in Berchidda/Sardinien zur Welt. Mit elf Jahren blies er schon die Trompete in einer Marschkapelle. Dann jahrelang auf Hochzeiten und bei anderen Festen auf Sardinien. Und was?

"Coverversionen von Stevie Wonder und italienischen Sängern hauptsächlich", sagt er selber. Mitte der 70er Jahre entdeckte Paolo Fresu den Jazz für sich und belegte Kurse an der renommierten Jazzschule im toskanischen Siena. 1982 wurde er Profimusiker und hatte Glück damit, denn in den 70er, 80er Jahren gab es nicht viele junge Jazztrompeter in Italien. Schon gar nicht welche, die dem großen Enrico Rava das Wasser reichen konnten. 1985 formierte Paolo Fresu seine erste eigene Band und Rava entdeckte in ihm das größte Talent, das ihm je begegnet war und wurde sein Mentor.

Wie der Mann aus Turin suchte sich auch der Sarde zwischen Miles Davis- und Chet Baker-Einflüssen seinen persönlichen Weg im Jazz. Er mag aber auch sehr die Musik von Kenny Wheeler und Tomasz Stanko. Auf rund 80 Alben ist er mittlerweile zu hören. Es war nicht leicht für ihn, denn Sardinien war kulturell und vor allem, was Jazz betraf, ziemlich isoliert; doch Paolo Fresu setzte sich durch und wurde ein internationaler Star. Für ihn steht Miles Davis auf einer Stufe mit einem Maler wie Jackson Pollock und dem Filmemacher Federico Fellini. Sie alle bevölkern das Universum, das sich der sympathische Sarde geschaffen hat, der am 10. Februar seinen 55. Geburtstag feiert. (WDR/Karl Lippegaus)

Mittwoch, 10. Februar, WDR 4, 21.05 Uhr